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Preis für Backups am Ruhrtal-Gymnasium

Wie ein RTG-Schüler die Daten aller Schüler sichert

Schwerte Computer-Daten sichern, mehrfach pro Woche? Hand aufs Herz –wer macht das schon? Da auch die Schüler des Ruhrtal-Gymnasiums Schwerte das nicht tun, verfolgt ein 14-Jähriger eine Idee. Eine, die jetzt preisgekrönt ist.

Wie ein RTG-Schüler die Daten aller Schüler sichert

Samuel Khadra hat ein Programm geschrieben, mit dem die Daten der Schüler automatisch gesichert werden können. Das freut auch (hinten v.l.) den stellvertretenden Schulleiter Matthias Walter, den Informatik-Fachvorsitzenden Martin Jahn und Remon Hippert, Leiter der Jugend-forscht-AG. Foto: Bernd Paulitschke

Ein Laptop für jeden Schüler in der Klasse. Seit 2015/16 gibt es dieses Projekt am Ruhrtal-Gymnasium (RTG) ab Jahrgang 7. Die Vorteile: Die Mädchen und Jungen lernen in einer immer digitaleren Welt direkt am Computer. Sie müssen weniger Hefte und Bücher mitschleppen. Sie sind besser darauf vorbereitet, was sie später im Studium oder im Beruf erwartet.

Ein Nachteil allerdings: Was der Schüler lernt, ist erst einmal nur auf dem Laptop gespeichert. Sicher: Die Schüler sollen alles Wichtige regelmäßig auf den Schulserver laden und so sichern. „Aber keiner hat es regelmäßig gemacht, wie ich bei einer Umfrage herausgefunden habe“, sagt Samuel Khadra.

Diese Umfrage ist schon anderthalb Jahre her. Seitdem arbeitet Khadra an einer Lösung. Er schreibt ein Programm, das daran denkt, was die Schüler vergessen: regelmäßige Sicherungen (Backups) zu machen.

Nach der Anmeldung läuft alles automatisch

Herausgekommen ist „kBackup“. In einem kleinen Fenster auf dem Bildschirm muss sich der Schüler mit seinen Zugangsdaten für die Schule anmelden. Dann kann er bestimmen, wie oft seine Texte, Fotos, Daten gesichert werden sollen. Khadra selbst hat „alle 30 Minuten“ ausgewählt. Ab da jedenfalls muss sich der Laptop-Besitzer nicht mehr aktiv kümmern. Das Programm arbeitet im Hintergrund und gleicht in regelmäßigen Intervallen ab: Was ist neu auf dem Laptop? Und was ist bisher schon gesichert?

Wer will, kann auch aktiv Daten hin- und herschieben, kann sich für eine Verschlüsselung entscheiden und kann auch Daten vom USB-Stick hinüberschicken. Das alles funktioniere immer, wenn der Laptop eine Internet-Verbindung habe – auch zuhause.

Wichtig von Seiten der Schule: Selbst wenn sich alle 230 Laptops gleichzeitig einwählten, würde das System nicht zusammenbrechen. In diesem Fall könnten 40 Schüler direkt ihre Daten sichern – die anderen wären erst in der Warteschleife und später dran.

Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ gewonnen

Das alles überzeugte nicht nur die Verantwortlichen am RTG, sondern auch die Juroren bei „Jugend forscht“. Beim Regionalwettbewerb Ende Februar in Dortmund wurde er Erster in der Kategorie „Mathe/Informatik“. Beim Landeswettbewerb Anfang Mai in Essen landete Samuel Khadra auf dem dritten Platz, ließ dabei 41 Projekte von 72 Teilnehmern hinter sich.

Das Wichtige bei diesem Erfolg sei sicher nicht das Preisgeld von 75 Euro gewesen, sondern das Renommee an sich: Jugend forscht, unterstützt von der Frauenhofer-Gesellschaft. So formuliert es Remon Hippert, Leiter der Jugend-forscht-AG am RTG.

Er und die anderen Verantwortlichen am Ruhrtal-Gymnasium hoffen, dass das „kBackup“ bald auf allen Laptops laufen kann. Momentan ist das Programm nur auf den Computern in Samuels Klasse 8c installiert. In der Software-Branche nenne man das einen „öffentlichen Beta-Test“, erläutert Khadra. Es gehe darum, die letzten kleinen Fehler zu beseitigen, damit das System dann reibungslos und unauffällig laufe.

14-Jähriger ist Schwertes jüngster Unternehmer

Samuel Khadra bezeichnet sich selbst als „jüngsten Unternehmer in Schwerte“.

Der 14-Jährige hat extra eine Ausnahmegenehmigung des Amtsgerichts erhalten, damit er auch als Minderjähriger unternehmerisch tätig werden kann.

Khadra programmierte bisher Software und Internet-Seiten für einige Auftraggeber.

Auch die Idee des Backup-Systems für das RTG könne er bald für private Nutzer oder Unternehmer anbieten, hofft er.

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