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Haus Dörlemann in Bork feiert Einjähriges

Die Borker Kneipe für alle Fälle

Bork Rustikaler Tresen, gemütliche Sitzecken, Saal: Auf den ersten Blick ist Haus Dörlemann an der Hauptstraße eine typische Kneipe. Tatsächlich ist es aber ein erstaunliches Gemeinschaftsprojekt, das seit einem Jahr läuft.

Die Borker Kneipe für alle Fälle

Erdal Macit (r.) prostet hinterm Tresen seinen Kollegen von der IGBB zu: Norbert Wesselmann (l.) und Gregor Franzen. Neben seiner Frau arbeitet auch sein Schwager (3. v. l.) in der Kneipe mit.vom Hofe

Das Motto steht oben über der Glastür: „Denn alles beginnt mit einer Idee.“ Erdal Macit lächelt. Der Mann hinter der Theke, der gerade eine weitere Runde Bier zapft, ist Diplom-Chemiker und Lehrer, dreifacher Familienvater und unermüdlicher Mitarbeiter in dem von ihm und seiner Frau Figan gegründeten Flüchtlingshilfe-Verein „Schicksalshelfer“. Vor etwas mehr als einem Jahr hatten er und die übrigen Mitglieder der damals neu gegründeten Interessensgemeinschaft Borker Bürger (IGBB) eine Idee. Seitdem ist er auch Kneipenwirt.

Einst 17 Kneipen, dann gar keine

Rückblende: Zum Jahreswechsel 2016/17 hat die Gaststätte Alt Bork, schräg gegenüber, geschlossen: die letzte verbliebene von einst 17 Kneipen im Dorf. „Wir hätten keinen Treffpunkt mehr gehabt“, sagt Norbert Wesselmann, Sprecher der damals gegründeten Interessensgemeinschaft: keinen Ort zum Diskutieren, zum Geburtstag und Taufe feiern, zum Trauern bei Beerdigungen und zum Feierabendbiertrinken. „Das wollten wir nicht zulassen“, sagt er und hebt das Glas – am Tresen der vor einem Jahr eröffneten „Kneipe für alle Fälle“, wie Wesselmann sie nennt.

Besondere Begegnungen

Erdal Macit spricht lieber von „einer Begegnungsstätte, wie sie es sonst nirgends gibt“. Ein Beispiel: Donnerstags kommen regelmäßig einige jugendliche Flüchtlinge, um mit Macit im Hinterzimmer ihre Deutsch-Lektionen zu vertiefen. Anschließend gehen sie nicht gleich heim, sondern setzen sich in den Wirtsraum zu den zumeist älteren Besuchern des Wochenmarkts, um ihre Deutschkenntnisse auszuprobieren. „Dieser Austausch ist doch großartig“, freut sich Macit.

Einjähriges am Samstag feiern

Tresen, Zapfanlage, Möbel: Die IGBB hatte vor einem Jahr besorgt, was eine Kneipe alles so braucht, denn als solche war Haus Dörlemann schon lange nicht mehr genutzt worden. Erdal Macit und seine Frau haben parallel dazu den Betrieb aufgebaut: ein zäher Beginn, wie der Wirt rückblickend meint. „Aber dann sprach es sich schnell herum, dass man hier gut feiern kann“, sagt er: ob private Anlässe, LAN-Party, Oktoberfest oder Silvester. Und an diesem Samstag, 14. April, ab 19 Uhr, Einjähriges.

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