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Neue Ausstellung im Schloss Cappenberg: Von der Poesie des Verfalls

CAPPENBERG Manchmal müssen sich Kuratoren quälen. So erging es zumindest Thomas Hengstenberg und Sigrid Zielke bei der Vorbereitung der neuen Ausstellung im Schloss Cappenberg.

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Gerade die Fassaden von Häusern wirken auf Gebhard Schwermers Kunstwerken fast foto-realistisch.

"Stadtrandlandschaft" heißt dieses Öl-Gemälde von Gebhard Schwermer aus dem Jahre 1984. Den Kuratoren Sigrid Zielke (l.) und Thomas Hengstenberg ist es gelungen, die Räume im Schloss Cappenberg mit insgesamt 220 Werken des erst kürzlich verstorbenen Künstlers zu bestücken.

Schuld an der „Qual“ ist Gebhard Schwermer. Nicht, weil der vor einem Jahr verstorbene Künstler, so sperrig war oder schwer zu vermittelnde Werke schuf. Es war die Quantität des Schaffens, die Hengstenberg und Zielke arbeitsreiche Wochen bescherte. Knapp 4000 Werke hinterließ Schwermer nach seinem Tod.

Stets auf hohem Nieveau

Und da der in Arnsberg geborene Künstler nicht gerade ein Ordnungs-Fanatiker war, blieb den beiden Kuratoren nichts anders übrig, als alle Werke durchzusehen. „Da ergab sich ein weiteres Problem. Schwermer hat nämlich auf gleichbleibend hohem Niveau gearbeitet“, führt Hengstenberg aus. Dem Fachbereichsleiter für Kultur des Kreises Unna und Kunstreferentin Ziegler blieb also am Ende nur die „Qual der Wahl“. Erst war geplant, 150 Arbeiten in den Räumen des Schlosses auszustellen. Nach der Durchsicht der Arbeiten sind es schließlich 220 Öl-Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Grafiken, die die Wände im Schloss in den kommenden Wochen schmücken

Bilder erzählen Geschichten

„Von der Poesie des Verfalls“ heißt es vom morgigen Sonntag, 22 Juni, bis zum 21. September. Die Architektur steht bei Schwermer oft im Mittelpunkt. „Fast alle Gebäude sind aber im Verfall begriffen“, erklärt Hengstenberg den Titel der Ausstellung. Kaum einmal ist ein Mensch zu sehen. „Dennoch erzählen die Bilder von Menschen“, führt Ziegler. Oft habe man das Gefühl, als sei gerade noch jemand da gewesen. „Der Betrachter wird so zum Kriminalisten. Er fragt sich: Was ist mit den Menschen geschehen, die dort gelebt oder gearbeitet haben?“, beschreibt Hengstenberg die Faszination beim Betrachten.

Impulse aus der Realität

Auch wenn die Werke Schwermers sehr nahe an der Wirklichkeit sind, als „Realist“ hätte er sich wahrscheinlich nie bezeichnet. „Er brauchte zwar die Impulse der Realität, hat sich dann aber aus Skizzen die Wirklichkeit erschaffen, die er braucht“, erklärt Hengstenberg. Dabei war Schwermer kein Narziss, verabscheute den Schein. Wahrscheinlich erntete er auch deshalb weniger Öffentlichkeit als andere Maler seiner Zeit. „Er war wohl einfach zu zurückhaltend, ein schlechter Anwalt seiner eigenen Interessen. Das machte ihn aber auch sympathisch“, so Hengstenberg abschließend. Und so ist „Von der Poesie des Verfalls“ die bisher umfangreichste Ausstellung Schwermers. Hengstenberg hofft, dass der Künstler so zumindest posthum die Anerkennung bekommt, die „er eigentlich verdient“.    Der Eintritt ist frei; Ausstellungsbeginn am 22, Juni, Öffnungszeiten: Di bis So von 10 bis 17 Uhr, Öffentliche Führungen: So. 14.30 Uhr. Anmeldungen zu Sonderführungen unter Tel. (02303) 271841.

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Gerade die Fassaden von Häusern wirken auf Gebhard Schwermers Kunstwerken fast foto-realistisch.

"Stadtrandlandschaft" heißt dieses Öl-Gemälde von Gebhard Schwermer aus dem Jahre 1984. Den Kuratoren Sigrid Zielke (l.) und Thomas Hengstenberg ist es gelungen, die Räume im Schloss Cappenberg mit insgesamt 220 Werken des erst kürzlich verstorbenen Künstlers zu bestücken.

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