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Zahl der jüngeren Schuldner nimmt zu

SELM Die zuletzt angezogene Konjunktur geht noch an vielen Menschen vorbei. Das wissen Werner Philipp und Susanne Wilsdorf von der Arbeiterwohlfahrt. Beide sind in der Schuldnerberatung tätig und stellten die Bilanz für 2007 vor.

Zahl der jüngeren Schuldner nimmt zu

Stellten die Jahresbilanz 2007 der AWo-Schuldnerberatung vor: (v.l.) Werner Philipp, Susanne Wilsdorf und Franz Norbert Nitsche.

Erfreulich ist, dass die Zahl der Beratungen im Vergleich zu 2006 konstant blieb. 135 Beratungen, davon 33 so genannte Kurzzeitberatungen, wurden im letzten Jahr in Selm durchgeführt.

„Erfreulich ist auch, dass die Zahl der Gesamtschulden pro Schuldner leicht abgenommen hat“, so Philipp, der Leiter der Schuldnerberatung für den Kreis Unna ist. Was ihm und der für Selm zuständige Beraterin Susanne Wilsdorf jedoch Sorgen bereitet, ist die zunehmende Zahl der jüngeren Schuldner. So nahm die Zahl der Schuldner von 20 bis 30 Jahren, die die AWo-Beratung suchten, um über drei Prozent zu.

Gründe für den Zuwachs in dieser Altersgruppe sieht Philipp in der schwindenden Kompetenz in Finanzfragen. „Viele wissen eigentlich gar nicht, was ein Dispokredit eigentlich bedeutet“, so Philipp. Auch der sorglose Umgang mit der EC-Karte führt oft in die Schuldenfalle.

Präventionsangebote für Schüler

Hier will die AWo nun ansetzen. Mit Präventionsangeboten will die Arbeiterwohlfahrt demnächst in Selmer Schulen die finanzielle Kompetenz erhöhen. „Das lässt sich gut in den Lehrplan einfügen“, so Philipp. Mit diesen Angeboten hat die AWo in Bergkamen und Kamen gute Erfahrungen gemacht.

Falls Prävention nicht mehr ausreicht, mahnen die Schuldnerberater zu einem schnellen Handeln. „Man sollte nicht erst kommen, wenn die Überschuldung bereits eingetreten ist“, sagt Philipp. Denn von den Langzeitkunden sind 70 Prozent bereits zahlungsunfähig.

In Gesprächen mit Schuldner und Gläubigern wird dann nach einem Ausweg gesucht. „Wir stellen jedoch fest, dass die Bereitschaft von Gläubigern, auf Forderungen zu verzichten, immer mehr abnimmt“, weiß Wilsdorf aus ihrer täglichen Arbeit. Vielfach bleibt dann nur der Weg in die Verbraucherinsolvenz, den Philipp aber nicht als Königsweg bezeichnet. „Hier müssen die Schuldner ja ernsthaft an ihrer Entschuldung mitarbeiten“, erklärt der Schuldenberater.

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