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Pläne im Ausschuss vorgestellt

Burgstraße soll gegen Flut höher gelegt werden

STADTLOHN Es gibt zwei Flut-Risiken in Stadtlohn. Mal tritt die Berkel über die Ufer, so wie 2016 mit verheerenden Folgen. Mal fluten Wolkenbrüche die Stadt ohne Umweg über den Fluss. Dagegen will sich die Stadt besser wappnen.

Burgstraße soll gegen Flut höher gelegt werden

Die Burgstraße nach dem Wolkenbruch am 20. Juni 2013: Eine höher gelegte Fahrbahn und ein Notwasserweg zur Berkel sollen solche Überflutungen in Zukunft verhindern. Foto: Wolfgang Bentink

Wer den 20. Juni 2013 in Stadtlohn erlebt hat, wird diesen Tag nicht mehr vergessen: Gegen Mittag war eine dunkle Gewitterfront aufgezogen. Was da auf die Stadt zurollte, war mehr als nur ein Sommergewitter. Der Himmel öffnete seine Schleusen komplett: Schon kurz darauf hieß es an vielen Stellen im Stadtgebiet „Land unter!“. Das Wasser kam von oben und von unten – dort, wo die Kanalisation die Wassermassen nicht mehr vollständig fassen konnte. Viele Keller und auch so manches Erdgeschoss liefen voller Wasser. Autos pflügten mit einer Bugwelle durch die überfluteten Straßen. Die Feuerwehr war bis in die Nacht hinein im Dauereinsatz.

80 Liter Regen prasselten in Stadtlohn binnen 90 Minuten auf den Quadratmeter. „Das war ein Regen, den ich so noch nicht erlebt habe“, sagte Klärmeister Ewald Rathmer damals der Münsterland Zeitung. Das Kanalnetz war einem Härtetest ohnegleichen ausgesetzt. Und bestand ihn mancherorts nicht.

Besonders kritischer Punkt

Einmal mehr erwies sich bei diesem Starkregen besonders auch der Bereich Burgstraße in Höhe Steinbach/Edeka als ein besonders kritischer Punkt. In diesem tieferliegenden Bereich sammelt sich das Wasser, weil die überlasteten Kanäle es nicht mehr abführen können. Die Burgstraße ist dann nur noch eingeschränkt befahrbar – auch für Rettungsfahrzeuge. Darum denkt die Stadt Stadtlohn nun konkret über eine Verbesserung nach.

Gerd Große Frericks vom Tiefbauamt der Stadt hat die Idee in der jungsten Sitzung des Planungs- und Bauausschusses vorgestellt: Die Burgstraße einschließlich Geh- und Radweg soll im Bereich zwischen den Einmündungen Hövel und Mühlenstraße soweit angehoben werden, dass das Regenwasser bei Starkregen oberflächlich in die Berkel fließen kann. Der sogenannte Notwasserweg könnte an der Grundstücksgrenze ehemals Lembeck und Steinbach geführt werden.

„Das ist eine einfache wie ungewöhnliche Maßnahme der Hinterlandentwässerung“, erklärte Fachbereichsleiter Mathias Pennekamp im Ausschuss. Auf gesonderte Pumpen oder neue unterirdische Kanäle könnte verzichtet werden. Diese Idee wurde bereits dem Landesbetrieb Straßen-NRW vorgetragen. Dort habe man der Maßnahme grundsätzlich zugestimmt, so Mathias Pennekamp. Und die Bezirksregierung hat Zuschüsse für dieses Vorhaben in Aussicht gestellt.

Positives Echo

Im Bauausschuss fand die Maßnahme ebenfalls ein positives Echo. Heinrich Ellers (CDU): „Das ist eine tolle Lösung. Wir sollten die Möglichkeiten nutzen, die sich durch den Kauf des Grundstücks Lembeck durch die Stadt eröffnen.“ Überhaupt ist der Zeitpunkt für diese Maßnahme selten günstig, jetzt da das Hotelprojekt Smartel und die Umgestaltung des Mühlenplatzes auf ihre Umsetzung warten. Mathias Pennekamp: „Vermutlich wäre ausschließlich zu diesem Zeitpunkt eine Realisierung möglich.“

Der Ausschuss sprach sich dafür aus, den vorgestellten Lösungsansatz weiter planerisch zu entwickeln. Die Aufgabe übernimmt ein Planungsbüro aus Koblenz.

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