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Der Ball rollt auch an der Weerseloer Straße

Public Viewing in Stadtlohn auf zwei Plätzen

Public Viewing im Freien, das gab es bei den letzten Welt- oder Europameisterschaften in Stadtlohn gar nicht. Dieses Mal aber gibt es gleich zwei Angebote. Viele Fußballfans jubeln – aber nicht alle.

Stadtlohn

12.06.2018
Der Ball rollt auch an der Weerseloer Straße

Freuen sich auf das Public Viewing an der Weerseloer Straße (von links): Dietmar Schüring vom Veranstalter Westmünsterland Events, LED-Bildschirmlieferant Thomas Hilker und Henric Keen. (3) Grothues © Stefan Grothues

Sonntag, 17 Uhr: Wenn im Moskauer Luschniki-Stadion die deutsche Nationalmannschaft zu ihrem ersten WM-Spiel aufläuft, dann wird der Anpfiff auch in zwei Public-Viewing-Arenen in Stadtlohn bejubelt werden: mitten in der Stadt auf dem Markt und auch auf dem Gelände von Point S Keen an der Weerseloer Straße.

Schon Mitte Mai hat der Ahauser Kinobetreiber Dominik Paffrath die WM-Arena auf dem Marktplatz in Stadtlohn angekündigt. Dort werden alle Deutschland-Spiele übertragen.

Jochen Terbeck, Henric Keen und Thomas Hilker erfuhren davon aus der Zeitung und waren wie vom Donner gerührt. Seit Jahresanfang hatten die drei die Idee für ein Public Viewing auf dem Keen-Gelände an der Weerseloer Straße entwickelt. Anfang April stellten sie ihre Pläne im Rathaus vor: die Übertragung aller Deutschlandspiele auf einer 16,5 Quadratmeter großen LED-Bildschirm auf dem 1000 Quadratmeter großen Gelände, auf dem einige hundert Menschen Platz finden. Als Regen- und Sonnenschutz wird ein großer Fallschirm gespannt. Geparkt werden kann auf den Parkplätzen des Sonderpostenmarkts Thomas Phillipps. Veranstalter ist die Firma Westmünsterland Events von Jochen Terbeck und Dietmar Schüring.

Parallele Gesprächsstränge

„Im Rathaus fanden unsere Überlegungen ein positives Echo“, sagt Henric Keen. Nur einen Tag später aber erfuhren die drei zu ihrer großen Überraschung aus der Zeitung, dass der Ahauser Kinobetreiber Dominik Paffrath ein großes Public Viewing auf dem Markt veranstalten wird. „Von diesen Plänen hatten wir zu dem Zeitpunkt nichts gewusst. Wir hatten aber schon soviel Geld investiert, dass es kein Zurück mehr gab. Wir wollen etwas von Stadtlohnern für Stadtlohner auf die Beine stellen. Und wir hoffen, dass trotz allem viele Fußballfans den Weg zu uns finden“, sagt Henric Keen.

Ihm liegt daran, deutlich zu machen, dass das Public Viewing an der Weerseloer Straße keine „Gegenveranstaltung“ zur WM-Arena auf dem Markt ist. „Wir sind auch nicht auf einen fahrenden Zug aufgesprungen. Unsere ersten Überlegungen haben ja schon im Winter begonnen“, betont Keen.

Der Erste Beigeordnete der Stadt Stadtlohn, Günter Wewers, räumt ein, dass es Mitte Mai im Rathaus parallel zwei Gesprächsstränge gegeben habe, die bei den Public-Viewing-Veranstaltern an der Weerseloeer Straße zu Irritationen führten. Letztlich aber sei die Sachlage klar: „Wenn es mehrere Anträge zu Public-Viewing-Veranstaltungen gibt, die genehmigungsfähig sind, kann die Stadt nicht einmal die Genehmigung erteilen und sie ein andermal verweigern“, sagt Günter Wewers. In diesem Fall seien beide Anträge genehmigungsfähig gewesen. Wewers: „Und wir freuen uns, dass es diese beiden Angebote geben wird.“ Nun buhlen also zwei Public-Viewing-Veranstalter um die Gunst der Stadtlohner Fußballfans. Und dann gibt es auch noch einen weinenden Dritten: Dietmar Lammers, Wirt des Kettelerhauses, hatte schon bei der vergangenen Europameisterschaft ein Public Viewing veranstaltet, allerdings nicht unter freiem Himmel, sondern im großen Saal des Kettelerhauses.

Finale auch im Saal?

„Ich bin sehr enttäuscht, dass jetzt gleich zwei Konkurrenzveranstaltungen angeboten werden“, sagt Dietmar Lammers. Er sagt auch, dass andere Stadtlohner Wirte das bedauern. Dietmar Lammers zieht die Konsequenz: Vorerst wird es kein Public Viewing mehr im Kettelerhaus-Saal geben. „Das Risiko, dass zu wenige Fans kommen, ist mir einfach zu groß“, sagt der Wirt. Die deutschen Vorrundenspiele werden bei ihm nur in der Gaststätte auf zwei Bildschirmen und zwei Leinwänden zu sehen sein. „Wenn Deutschland ins Halbfinale oder Finale kommt, dann gehen wir aber wieder in den großen Saal.“