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Der Rat sieht Rot

Stadtlohn Vor dem Sitzungssaal werden die Ratsmitglieder und die Besucher des Stadtlohner Rathauses einige Wochen lang Rot sehen. Daran Schuld hat ein großformatiges Gemälde der Münsteraner Künstlerin Daniela Löbbert, der Förderpreisträgerin "Junge Kunst" der Stadt Stadtlohn.

Der Rat sieht Rot

<p>Die Künstlerin, die das Stadtlohner Sommeratelier mit Leben und Werken füllen wird, im heiteren Gespräch mit dem Ersten Beigeordneten Karlheinz Pettirsch (l.) und Roman Cebaus (stellvertretender Landrat) vor dem Gemälde "Plakat". Meisel-Kemper</p>

"Plakat" heißt das Gemälde, das nicht nur rot ist. Es ist eines von fünf Werken, das sie vor Beginn des Sommerateliers im August als Botschafter ihrer Kunst vorausschickt.

Kurator Dr. Hans-Jürgen Lechtreck ging zur Eröffnung der kleinen Schau am Mittwochabend näher auf dieses Rot ein: "Nur auf den ersten Blick ist es eine große rote Fläche. Auf den zweiten Blick ist es eine Form, die auch räumlich gelesen werden kann. Perspektivisch lesbar wird im oberen Bereich ein weißer Streifen." Vorbild und Inspiration für dieses Gemälde sei eine Plakatwand gewesen. Damit stehe die Künstlerin in der Tradition der modernen Malerei, in der das Bild selbst zum Ding werde, so Lechtreck.

Neugier geweckt

Die Erwartungshaltung der Stadt drückte Marie Theres Böing, stellvertretende Bürgermeisterin, aus: "Wir werden Ihre Arbeit aufmerksam verfolgen." Und persönlicher formuliert: "Ich bin neugierig, was da durch sie auf uns zukommt." Kulturreferent Rolf Wähning konnte die Erwartungshaltung bei den Besuchern noch toppen: Erstmals, so kündigte er an, werde für die Vermittlungsarbeit an Schulen und Kindergärten eine Museumspädagogin eingestellt, die während der Sommeratelierzeit mit der Künstlerin Workshops und Kunstaktionen mit Kindern und Jugendlichen in Stadtlohn durchführen werde.

Voller Erwartung auf Stadtlohn ist auch Daniela Löbbert. Erst im Sommer 2007 schloss sie ihr Studium als Meisterschülerin von Guillaume Bijl an der Kunstakademie in Münster ab. Mit den Dozenten Dirk und Maik Löbbert habe sie nur den Namen gemeinsam, schloss sie eine eventuelle verwandtschaftliche Förderung lachend aus. Das Lachen scheint zu ihrem Wesen zu gehören, denn damit zog sie die Besucher der Ausstellung in Gespräche über ihre Kunst.

Passendes Zitat

Kartons waren Vorbilder für eine kleine Serie von drei Gemälden. Ganz frisch ist das Wortbild, das sie neben dem Sitzungssaal aus roten Buchstaben an der weißen Wand installierte. Es ist ein Zitat von Ad Reinhardt.

Es definiere genau das, wo sie zur Zeit stehe, so Löbbert. "Shape? Imagination? Light? Form? Object? Color? World?" oder in Hochdeutsch: "Form? Vorstellung? Licht? Gestalt? Objekt? Farbe? Welt?"

Elvira Meisel-Kemper

Zu sehen sind die Werke bis August 2008, zu den Öffnungszeiten des Rathauses.

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