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Stadt Stadtlohn versteigerte Fundsachen

Helme und Handys unter dem Hammer

Stadtlohn Zahlreiche Fundsachen hat die Stadt Stadtlohn am Samstag öffentlich vor dem Rathaus versteigert. Und dabei 558 Euro für die Stadtkasse eingenommen.

Helme und Handys unter dem Hammer

Thomas Gausling bietet den pinken Fahrradhelm an, Sakura Kösters zeigt sofort ihr Interesse und bekommt ihn zum Mindestgebot von einem Euro. Foto: Raphael Kampshoff

Es ist frisch am Samstagvormittag in der mit bunten Fähnchen geschmückten Innenstadt. Viele Menschen schlendern schon durch die Straßen, um sich auf dem Markt oder dem Kindertrödelmarkt umzusehen. Vor dem Rathaus stehen schon gespannt Jaqueline Kösters mit ihrer Tochter Sakura und Freundin Sarah Hrycak. Als eine der ersten guckten sie sich im dunklen Flur des Rathauses die sechs Tische mit den zu versteigernden Fundsachen an. Über 200 Artikel sollen bei der ersten Fundsachenversteigerung der Stadt Stadtlohn unter den Hammer kommen: eine Kiste Bücher und DVDs, Schuhe, Handys, Jacken, Brillen, Rucksäcke, Handtaschen, Uhren, ein Bierkrug, zwei Motorroller, ein Fernglas, ein Haarschneider und zwei Gehhilfen.

Sarah Hrycak hätte gern ein neues Handy. „Die zusätzlichen Kosten von 39 Euro, um die Daten auf dem Handy zurückzusetzen, schrecken ein wenig ab, aber wenn das Handy nicht soviel kostet, dann rechnet sich das trotzdem,“ sagte sie. Jaqueline Kösters interessiert sich für einen Fitnesstracker und Tochter Sakura ist ganz scharf auf einen pinken Fahrradhelm.

Anregung kam aus Ahaus

Die Versteigerung wurde vom Ordnungsamt geplant. Der Gesetzgeber sieht vor, dass diese durch einen Beamten durchzuführen ist. Thomas Gausling nahm sich dieser Aufgabe an und ging voller Tatendrang an sein Pult. „Wir haben gesehen, dass die Stadt Ahaus so eine Versteigerung durchgeführt hat, und wollten dies auch einmal in Stadtlohn probieren. Im Rahmen des Trödelmarktes ist dies heute eine tolle Gelegenheit.“

Pünktlich um 10 Uhr erklärt er den inzwischen rund 60 Anwesenden den Ablauf der Versteigerung. „Normalerweise benötigt man für den Zuschlag einen Hammer, aber zur Verwaltung dachten wir das ein Tacker besser passt,“ brachte er die Interessierten zu Beginn zum Schmunzeln. Einer der ersten Versteigerungsgegenstände war ein Sony-Handy. Der Startpreis von einem Euro wurde sofort geboten, über zwei und drei Euro ging es direkt hoch auf zehn Euro. Am Ende wurde das Handy für 25 Euro plus die 39 Euro für die Datenvernichtung über den Tisch gbereicht. Sarah Hrycak bekam den Zuschlag und war froh, so früh zu ihren Wunsch erfüllt bekommen zu haben.

Danach sollte ein Samsung- Handy unter den Hammer kommen. Da niemand die Mindestgebühr geboten hatte, wollte Thomas Gausling das Handy schon zu den aussortierten Gegenständen legen, die später entsorgt werden sollten. Da meldete sich von hinten ein junger Mann und fragt, ob er noch mal schauen könne. Es wurde ihm gezeigt – und er bot zwei Euro. Einen mehr als die Mindestgebühr. Alle Zuschauer lachten und sagten, dass ja einer gereicht habe. Er wollte zwar sein Angebot noch schnell korrigieren – aber geboten ist geboten. Über seinen eigenen Fehler lachend, akzeptierte er den Zuschlag.

Das war nicht bei allen Käufern der Fall. Ein Mann ersteigerte eine Armbanduhr für 15 Euro, ohne sich diese vorher angesehen zu haben. Als er sie bezahlen wollte, fiel ihm auf, dass die Uhr keine Scheibe mehr hatte. Er wollte vom Kauf zurücktreten, was aufgrund der Auktionsbedingungen nicht möglich gewesen wäre. Da der Mann jedoch nicht einsichtig war, wurde die Uhr anschließend doch noch aussortiert.

Nachdem einige Jacken und Schuhe keine Abnehmer gefunden hatten, kam der pinke Fahrradhelm unter den Hammer. Sakura Kösters bekam diesen zum Mindestgebot von einem Euro und freute sich riesig.

Helme und Handys unter dem Hammer

Thomas Gausling brachte einiges, was sich im Stadtlohner Fundamt angesammelt hatte, unter den Hammer. Foto: Raphael Kampshoff

Als nächstes kamen die schon aussortierten Schuhe versehentlich ein zweites Mal auf den Auktionstisch, anders als beim ersten Mal gab es aber diesmal mehrere Bieter. - Am Ende fanden die Schuhe für vier Euro einen neuen Besitzer, statt im Altkleidercontainer zu landen.

An der Kasse bildete sich schon ein kleiner Stau, als die Auktion auf ihren Höhepunkt zusteuerte: die Versteigerung von zwei Motorrollern. Diese gab es aber ohne Papiere und ohne Schlüssel. Der erste Roller brachte mit 71 Euro den höchsten Erlös des Tages, der zweite ging für 30 Euro über den Tisch.

80 Prozent verkauft

Um 11.44 Uhr endete die Auktion mit der Versteigerung eines Quadrocopters. Dieser brachte noch einmal fünf Euro für die Stadtkasse. Für drei Jahre wird der Versteigerungserlös nun für den Besitzer der Artikel aufbewahrt. Wenn bis dahin niemand nachweisen kann, dass es sich um sein Eigentum gehandelt hat, geht der Erlös an die Stadt. Die ehrlichen Finder der Artikel hatten bereits im Vorfeld auf die Fundstücke verzichtet.

Zufrieden mit dem Ablauf war Thomas Gausling. „Es hat alles gut funktioniert. 80 Prozent der Sachen sind weggegangen. Den Rest dürfen wir jetzt wegwerfen, dadurch haben wir wieder ein bisschen Platz im Keller.“

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