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Projektwoche der Losbergschule

Rap und Hip-Hop gegen Sucht

Stadtlohn. Die Losbergschule informiert Neuntklässler in ihrer Projektwoche „Bunt statt Blau“ über die Gefahren einer Abhängigkeit. Dabei trafen die Schüler auch auf trockene Alkoholiker.

Rap und Hip-Hop gegen Sucht

Bewegung kann stark machen gegen Sucht – das war eine der Erfahrungen, die die Losbergschüler bei ihren Projekttagen machen konnten. Foto: Foto: Alex Piccin

Wenn das Verlangen die Vernunft besiegt, ist es oft zu spät, um alleine wieder davon loszukommen. Die Losbergschule hat für die Jahrgangsstufe neun eine Projektwoche mit dem Thema Suchtprävention organisiert. In Infoblöcken haben verschiedene Kooperationspartner diverse Szenarien vorgestellt.

„Die Jugendlichen sollen die Beratungsstellen kennenlernen, für den Fall dass sie in solche Situationen kommen“, sagt Lila Dowgieluk-Radtke. Sie ist seit 16 Jahren Schulsozialpädagogin – zuerst an der Franziskusschule in Ahaus, jetzt an der Losbergschule in Stadtlohn. Mit Michelle Cannoletta organisiert sie die Thementage zur Suchtvorbeugung.

„Ich habe gedacht, es würde langweilig werden. Aber als die Geschehnisse erzählt wurden, fand ich es sehr interessant. Die Leute haben heftige Sachen mitgemacht“, berichtet Schüler Akil.

Abwehrhaltung bei Onlinesucht

Zu Gast waren unter anderem Obdachlose aus dem Antoniusheim Vreden, trockene Alkoholiker, diverse Institutionen sowie der Legdener Buchautor Hermann Wenning. „Die Schüler haben die Sucht am lebenden Objekt kennengelernt“, sagt Lila Dowgieluk-Radtke. Man merke die eigene Abhängigkeit nicht, verheimliche sie oder entwickele Strategien, diese herunterzuspielen. Die Alkohol- und Drogenproblematik leuchtet den Schülern durchaus ein.

Geht es aber um Spiel- oder Mediensucht, gehen sie zum Teil schnell in Abwehrhaltung. „Vor allem wenn der Lehrer das Handy einkassiert, wird es deutlich. Die modernen Medien können gefährlich sein, besonders wenn man rund um die Uhr online ist. Mit 14, 15 ist die Erkenntnis noch nicht da“, so Lila Dowgieluk-Radtke. Sie hofft, dass die Projekttage den Schülern bewusst machen, wie schmal der Grat zwischen Genuss und Abhängigkeit sein kann.

Höhepunkt für die Neuntklässler war nach der Theorie ein vierstündiger Workshop in einer von zwölf Gruppen. Kreativ setzten sie sich mit der Thematik auseinander. Sechs Jungen haben einen Rap-Text verfasst und eingesungen.

Cocktails ohne Schnaps und Hip-Hop-Tanzschritte

Eine Tür weiter wurde eine Foto-Story über einen Neuling an der Schule, Cybermobbing und die Verharmlosung von Alkohol erarbeitet. Die nächste Gruppe schrieb Sketche aus. Darin ging es um eine Taxifahrt mit einem betrunkenen Gast oder dem Tag nach dem ersten Vollrausch nach einer Karnevalsfeier.

Im Kunstraum hantierten Jugendliche mit Farbe. Getreu dem Projektwochen-Motto „Bunt statt Blau“ ließen sie ihrer Fantasie freien lauf und malten die „Schnapsdrossel“ an. Bunt ging es auch in der Cocktail-Gruppe zu. „Lecker“ fanden die Teilnehmer ihre Mischungen – auch ohne hochprozentigen Zusatz.

Vollgas gaben die Hip-Hop-Tänzer, die in kurzer Zeit einige Schritte einstudiert hatten. Die Bewegung sei ein gutes Ventil und steigere das Selbstbewusstsein. Das Angebot ändere sich jährlich, erklärt Lila Dowgieluk-Radtke und hob hervor: „Wir möchten nicht nur Wissen vermitteln, sondern fürs Leben vorbereiten.“

Offenbar tun die Pädagogen der Losbergschule dies mit Erfolg. Die Aussage des Schülers Raul zeigt, dass von den drei Tagen eine wesentliche Botschaft hängen geblieben ist: „Ich konnte sehen, wie man mit Suchtproblemen umgehen und wo man Hilfe suchen kann.“

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