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"Uns geht die Luft aus"

Stadtlohn Die Reitanlage an der Johannesschule soll wachsen. Eine Scheune für Maschinen und Geräte muss her, ein kleiner Reitplatz und neue Therapiepferde werden gebraucht. Herausforderungen, die die Verantwortlichen kaum noch schultern können. Denn die finanziellen Mittel des schuleigenen Reitvereins Fortuna sind genau wie beim Förderwerk der Schule mehr als knapp.

"Uns geht die Luft aus"

<p>Die zahlreichen Geräte und Maschinen an der Reithalle brauchen ein Dach über den Kopf. Dafür setzen sich (v.l.) Schriftführer Franz Marpert, Melanie Alfert-Kaß (mit Pferd Pacco), Margarete Wolter, zweite Vorsitzende und Schulleiterin, sowie Vorsitzender Dr. Manfred Schimmöller ein. Herbers</p>

"Viele Menschen sagen zwar 'Toll, was ihr alles macht'. Was sie nicht wissen: Uns geht manchmal die Luft aus", sagt Margarete Wolter, zweite Vorsitzende der beiden Vereine und Leiterin der Förderschule in Stadtlohn.

Mittel reichen nicht

Reitstall, Bäckerei, Offene Ganztagsschule sind nur einige der zahlreichen Aufgaben, die von den Vereinen ge stemmt werden. Zwar unterstütze die Stadt als Schulträgerin sie nach Kräften, kämen auch Landesmittel dazu. Um die mehr als 300 000 Euro Gesamtkosten im Jahr aufzufangen, reiche dies nicht aus. 50 Prozent müssten die Mitglieder selbst erwirtschaften. Aber: "Wir haben Schwierigkeiten, uns zu finanzieren. Die öffentlichen Fördermittel sind nicht ausreichend", sagt Vorsitzender Dr. Manfred Schimmöller. Obwohl viele Ehrenamtliche mitanpacken, im Johannes-Lädchen selber Produkte herstellen und verkaufen oder beim Ponyreiten bescheidene Erlöse erzielt werden, könnten die Kosten nicht gedeckt oder nötige Investitionen wie die Scheune geschultert werden. 90 Prozent der Finanzierung sei zwar über Stiftungen und Sponsoren abgedeckt - den Rest müsse der Verein selbst aufbringen. Im Alltag drückten vor allem die enorm gestiegenen Futterkosten. Während diese von Jahr zu Jahr gestiegen seien, sei die Unterstützung durch Vereine und Unternehmen kontinuierlich gesunken, bedauert Schriftführer Franz Marpert.

An kostendeckendes Arbeiten sei auch im Förderwerk nicht zu denken: "Jedes achte Kind in Deutschland ist laut Statistik arm - an unserer Schule sind überproportional mehr Mädchen und Jungen aus armen Familien vertreten", beschreibt Marpert die Situation. Allein um rund 70 Schülern mittags ein warmes Essen bieten zu können, fielen monatlich knapp 2000 Euro an Außenständen an.

"Wir brauchen dringend Unterstützung, damit die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf weiterhin bekommen, was sie brauchen. Sonst müssen wir uns überlegen, was von unseren Leistungen wir streichen müssen", beschreibt Wolter die drohenden Konsequenzen. Im Falle des therapeutischen Reitens hat der Verein die Teilnahmegebühren angehoben, die Mitgliederbeiträge sollen folgen. Keine einfache Entscheidung: Kommen doch jede Woche bis zu 150 Kinder und Jugendliche neben den Schülern in die Halle, um die Reittherapie zu nutzen.

Die Mitglieder der Vereine wollen keines der Angebote aufgeben. Marpert: "Eine Verwahrschule kann man immer machen. Den Kindern echte Bildungsangebote zu bieten, bedeutet mehr." kh

Das Förderwerk ist unter Tel. (0 25 63) 4 04 40 19 erreichbar.

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