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Doppelter Baustellen-Frust in Oeding

Autofahrer ärgern sich über Verzögerungen

Südlohn Großbaustellen innerorts und außerhalb – „Verkehrsfluss“ ist in Oeding schon seit Monaten ein Fremdwort. Jetzt gibt es gute und schlechte Nachrichten vom Landesbetrieb Straßen NRW.

Autofahrer ärgern sich über Verzögerungen

Die Brücke über der Schlinge wird seit Montag saniert. Foto: Robert Wojtasik

Wer die Bundesstraße 70 von Gescher nach Oeding und umgekehrt befahren will, hat immer noch Pech: Die Fahrt ist nur in eine Richtung möglich. Eigentlich sollten Fahrbahn und neuer Radweg zum Jahresende fertig sein. Selbst der neuste Termin für das Ende der Bauarbeiten – Ende April – ist schon überholt. Jetzt sollen die Arbeiten noch bis Mitte/Ende Mai dauern. Dann allerdings möchten Landesbetrieb und Baufirma Oevermann auch einen Schlussstrich unter das komplette „Straßenbauprojekt Oeding“ ziehen. Gerade erst wurde nämlich auch noch mit dem innerörtlichen Brückensanierung gestartet. Für viele Oedinger, aber auch für Auswärtige sind die Baustellen ein nervenaufreibendes Thema und ein ärgerliches dazu.

Wenn auch Schuldzuweisungen schnell die Runde machen, so ist die ganze Problematik doch wesentlich komplexer und komplizierter, als es scheint. Bauleiter Bruno Tenhumberg (Straßen NRW) kann ein ganzes Bündel an Argumenten für die Terminverschiebungen nennen:

1. Witterung: Da geht es nicht nur um Frost und Regen: „Es gibt einfach eine ganze Reihe an Vorschriften, die wir zu beachten haben.“ Ein Beispiel: Der Asphalt für die Fahrbahndecke darf nicht unter 5 Grad, die Deckschicht des Radwegs sogar nicht unter 10 Grad Außentemperatur verbaut werden. „Ansonsten ist die Firma aus der Gewährleistung raus“, erklärt der Bauleiter.

2. „Manpower“: Mittlerweile gebe es nur noch fünf Baufirmen in der Region, die solche Baumaßnahmen durchführen. Da diese selbst über Fachkräftemangel klagen, außerdem mehrere Baustellen parallel bedienen müssen, liegt es auf Hand, dass die Kapazitäten begrenzt sind. Und überhaupt werde zurzeit erheblich mehr gebaut. Im Fokus stehen da an erster Stelle die Autobahnen.

3. Baustoffe: Auch hier herrscht Knappheit. So sind die Abbaukapazitäten der Steinbrüche deutlich begrenzt worden. Selbst die Anmietung von Flächen, um vorsorglich Material für die „Frostschutzschicht“ (Schotter) zwischen zu lagern, haben nichts am Zeitplan ändern können. „Zum Schluss fehlten etliche Tonnen“, sagt Oevermann-Bauleiter Jan Berghaus. „Lieferzeit sieben Wochen.“

4. Qualität: Man hat sich für einen hohen Standard entschieden, der teurer und aufwendiger ist, aber eben auch langlebiger.

5. Bauen während laufenden Verkehrs: „Ich halte viel von Vollsperrungen während der Bauphase“, sagt Tenhumberg, und Jan Berghaus pflichtet ihm bei. Dann nämlich könne viel effektiver, aber auch sicherer gearbeitet werden. Das aber sei von Politik und Bürgern oft nicht gewünscht.

6. Aktuelle Probleme: Der Bau der neuen Radwegbrücke wurde an einen Subunternehmer vergeben, der einen weiteren Subunternehmer eingeschaltet hat. Gefertigt wird das Brückenteil in Cuxhaven und sollte am 13. April aufgebaut werden. Eine Grippewelle legte die Cuxhavener Firma allerdings zwischenzeitlich lahm. Neuer Termin: 26. April. Dann gibt es eine weitere Einschränkung: Vom 23. bis 27. April ist der Streckenabschnitt der B 70 komplett gesperrt. Anders könnte der riesige 700-Tonnen-Kran die Installation nicht durchführen. Erst danach können die Restarbeiten erfolgen.

Die innerörtliche Brückensanierung wurde im vorigen Jahr verschoben, weil da auch Sanierungsarbeiten von Fahrbahndecken liefen. Tenhumberg: „Wir haben gemerkt, wie genervt die Bürger waren.“ Erklärtes Ziel ist jetzt, Brücken- und Straßenbau zeitgleich abzuschließen. Spätestens Ende Mai. Eine Unsicherheit aber bleibt: Der Kran muss am vereinbarten Termin auch kommen. Und das stellt der Oevermann-Bauleiter klar: „Wir haben größtes Interesse, dass es hier zügig läuft, jeder Tag Verzögerung kostet richtig Geld.“

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