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Verkehrsbehinderungen verärgern Oedinger

Eine Baustelle ohne Gewinner

Oeding Die seit mittlerweile über zehn Monate andauernden Bauarbeiten an der B70 verärgern nicht nur Anwohner. Mittlerweile sind auch Existenzen bedroht.

Eine Baustelle ohne Gewinner

Der Verkehr auf der B70 wurde am Dienstag halbseitig geführt. Ab Mitte der Woche wird voll gesperrt. Foto: Markus Gehring

Die Menschen in Oeding kommen nicht zur Ruhe. Seit Mitte Juni 2017 ist auf der B70 in Richtung Weseke eine Baustelle eingerichtet. Die Fertigstellung der Arbeiten verzögert sich weiterhin, mindestens bis Mitte oder Ende Mai. Daneben wurden weitere Baumaßnahmen vollzogen, wie die Brückensanierung auf der Winterswyker Straße über der Schlinge. Nicht nur die Anwohner haben mit den Verkehrsbehinderungen zu kämpfen, sondern auch die ortsansässigen Einzelhändler und Gewerbetreibenden. Mit möglicherweise fatalen Folgen.

Kritik an Straßen.NRW

Deren Meinungen zu den lang andauernden Straßenarbeiten bündeln sich in Richtung „Katastrophe“, „Frechheit“ und „Zustände wie am neuen Flughafen in Berlin“. Der Landesbetrieb Straßen NRW begründet die Verspätung mit mehreren Argumenten wie Witterung, Personal- oder Baustoffmangel (wir berichteten). Als „dünne Ausreden“ sehen die hiesigen Kaufleute diese an. Sie sprechen von „schlechter Planung“. Es sei durchaus in Ordnung, wenn Autobahnen priorisiert behandelt werden. Aber dann sollten nicht weitere Baustellen eröffnet werden, wenn diese nicht besetzt werden können, hieß es unisono. „Kunden rufen bei uns an und fragen, ob die Baustelle noch immer da ist. Sobald wir dies bejahen, sagen sie, dass sie ein anderes Mal wiederkommen“, schildert André Keizers vom gleichnamigen Schuhgeschäft an der deutsch-niederländischen Grenze. Jenseits davon seien Straßenbauarbeiten viel schneller erledigt. Die Kundschaft, die die Umwege dennoch auf sich nimmt, klage oft ihr Leid im Geschäft.

Gegenüber bei Wellensteyn befindet sich zur Mittagszeit kein Kunde im Laden. Das liege an der Baustelle. Vorher sei das nicht der Fall gewesen, versichert eine Mitarbeiterin. Inhaber Christian Horstick bestätigt, dass die Kundschaft wegbleibt: „Das Weihnachtsgeschäft war noch gut. Seitdem merkt man die Baustellen aber deutlich. Gerade jene, die wir hier vor der Tür hatten“, spielt er auf die Brückensanierung an.

Dass sie zum Teil 45 Minuten Fahrt aus Weseke auf sich nehmen, um in der Fleischerei Rüweling einzukaufen, rechnet Filialleiterin Madelein Döbbelt ihren Kunden hoch an: „Das machen sie ein, vielleicht zweimal, aber kein drittes mehr. Vor allem nicht am Samstag, wenn die Karawane in Richtung Niederlande rollt.“ Einbußen habe auch die Fleischerei zu verzeichnen. Wohl aber nicht so extreme wie andere.

Bedrohung der Existenz

Denn noch dramatischer fällt die Bilanz bei kleineren Geschäften aus, wie in Rene Rogges Kiosk an der Jakobistraße. Er hat sehr negative Erfahrungen gemacht. 200 bis 300 Euro fehlen ihm täglich in der Kasse. Bei gleichbleibenden Kosten und weggebrochenen Einnahmen ist es zu erahnen, welche Richtung die Entwicklung nehmen wird: „Wir müssen die Zahlen genau prüfen. Es ist möglich, dass wir Ende des Jahres schließen müssen. Einige Monate kann man das überleben, nicht aber ein halbes Jahr oder länger.“

Infrage stellen Keizers wie auch andere Geschäftsleute die Nutzung des neuen Radwegs an der B70. Alternative Wege seien kürzer. Generell sei der optische Zustand der Straße gut gewesen. Allerdings habe eine Probebohrung die Notwendigkeit ergeben, die Teilstrecke zu sanieren.

Wilde Umleitungen

An die ausgewiesenen Alternativrouten halten sich ortskundige Verkehrsteilnehmer nur bedingt. Die Benutzung der Schleichwege geht nicht nur zulasten der Anwohner. Es sind bereits viele Bankette zerstört worden.

„Wir weisen adäquate Umleitungsstrecken aus. Wenn diese nicht genutzt werden, stehen wir außen vor. Grundsätzlich ist es nicht vorgesehen, dass wir für die Schäden aufkommen“, sagt Straßen-NRW-Pressesprecher Josef Brinkhaus. Er signalisiert in dieser Angelegenheit allerdings Gesprächsbereitschaft mit den Kommunen.

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