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Schlaflos in Oeding

OedinG Alles schläft - nachts um 3 Uhr: die Menschen, die Tiere, das ganze Dorf. Nur die LKW rollen durchs Dorf - könnte der nicht müde Nachtschwärmer denken. Doch, was ist das: Eine Gestalt huscht auf einem Rad durchs Licht, das die Laterne ins Dunkel der Nacht bricht.

Schlaflos in Oeding

<p>Sorgsam packt Rita Lüchtefeld unter dem Vordach des Jakobi-Kindergartens ihre Fahrradtaschen voll. Zweimal muss sie noch einmal vorbeikommen und nachfüllen, schließlich sind 188 Zeitungen zu verteilen. MLZ-Foto (3) Kempkes</p>

Die Verfolgung aufgenommen, geht's auf dem Grünen Weg Richtung Jakobus-Kindergarten. Unter dem Vordach liegen dort Zeitungspakete fein verschnürt und das Rätsel löst sich auf: Rita Lüchtefeld holt die Münsterland Zeitungen - wie fast jeden Morgen - ab und verteilt sie. Zusammen mit vier anderen Zusteller-Kollegen, die auch die weitläufigen Außenbezirke mit all' den verschlungenen Wegen zu den Landwirten versorgen.

Dem Vater gefolgt

Routiniert schaut sie erst einmal nach dem Rechten. Welche Stapel sind für mich? Sind denn auch genügend da? "In Schützenfestnächten sind dann auch 'mal Betrunkene unterwegs, die ein Paket mitnehmen. Das ist dann schon ärgerlich", berichtet Lüchtefeld aus ihrem Erfahrungsschatz, den die 48-Jährige in über 20 Jahren gesammelt hat. "Eigentlich habe ich ja schon mit 24 Jahren angefangen. Damals war mein Vater Zeitungszusteller und hatte mich in den Ferien einfach mitgenommen." Das hat der Tochter dann so viel Spaß gemacht, dass sie ihm beruflich folgte.

Außer sonntags macht Rita Lüchtefeld einen Job, der nicht jedermanns Sache ist: Gilt es doch, jeden Morgen und auch feiertags ab 3 Uhr 188 Zeitungen in höchstens zweieinhalb Stunden im Nordosten Oedings zu verteilen. "Im Winter bei Schnee und Eis kann das auch mal vier Stunden dauern. Aber das ist eine schöne Arbeit, wo ich doch noch Hausfrau bin", meint Lüchtefeld wie selbstverständlich.

Jetzt aber weiter: Sie biegt in die Fürst-zu-Salm-Horstmar-Straße ein und es geht kreuz und quer über die Straße. An die vorgegebene Lauf-Liste für Boten hält sie sich dabei nicht ganz - aus taktischen Gründen. "Jetzt ist noch nicht so viel Verkehr auf der Winterswijker Straße", sagt sie und hat gleich fünf Zeitungen für die nächsten Häuser dort gefaltet in der Hand parat. "Manche wollen ihre Zeitung auch früher haben, weil sie um fünf Uhr zur Arbeit fahren. Oder Rentner, die einfach früh aufstehen", weiß Lüchtefeld und steuert diese natürlich zuerst an.

Sehnsüchtiges Warten

Also dorthin, wo bereits Licht brennt und durch ein Fenster die Silhouette eines Kopfes zu sehen ist, wo offenbar sehnsüchtig gewartet wird. Lüchtefeld steckt die Zeitung in den Türschlitz und fährt davon. Plötzlich hört sie von der Tür ein leises 'Klack' - Zustellung erfolgreich.

Mittlerweile ist es kurz nach 5 Uhr, die Vögel beginnen zu zwitschern und Rita Lüchtefeld hat ihr Tagwerk fast getan - für heute. Zuhause heißt es dann: Zeitung lesen, frühstücken - und natürlich Schlaf nachholen, wenn andere ihren gerade been- den. tke

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