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Verpackungsmüll soll in Südlohn in der Tonne landen

Gelbe Tonne

Wohin mit dem Verpackungsmüll? Über die Gelben Säcke ärgern sich viele. Der Weg zur Gelben Tonne ist nach dem Ratsbeschluss frei – zieht sich aber noch.

Südlohn

von Stephan Teine

, 27.06.2018
Verpackungsmüll soll in Südlohn in der Tonne landen

Südlohns Gemeinderat hat beschlossen, den gelben Sack durch die gelbe Tonne zu ersetzen. © picture alliance / dpa

Sack oder Tonne? Geht es nach der Südlohner Politik, haben die Gelben Säcke bald ausgedient. Bei einer Gegenstimme hat der Rat für die Einführung der Gelben Tonne gestimmt. Eine Weile werden die Menschen in Südlohn und Oeding aber noch mit den Säcken zu tun haben.

Die Säcke sind natürlich flexibler: Ist eine Tonne einmal voll, kann nicht einfach eine zweite daneben gestellt werden. Auch fällt falscher Inhalt in den Säcken schnell auf: Sei es, weil man es sieht oder weil die Säcke schlicht zu schwer für reinen Verpackungsmüll sind und sie deswegen nicht mitgenommen werden. Dafür fliegen sie bei Sturm schnell durch die Gegend. Da punktet die Tonne. Weil bei ihr aber der Inhalt der Tonnen nicht so einfach geprüft werden kann, landet mehr Abfall in den Gelben Tonnen, der dort eigentlich nicht hinein gehört. Das mache sich sogar so deutlich bemerkbar, dass in anderen Kommunen, die von Sack auf Tonne umgestellt haben, die Restmüllmengen spürbar zurückgegangen sei. Diese Verringerung würden die Restmülldeponiegebühren insgesamt erhöhen.

Nachbar kontrolliert

„Gerade die Sichtkontrolle unter Nachbarn ist bei den Säcken nicht zu unterschätzen“, sagte Martin Wilmers in der Sitzung. Einzig, ob die Abholung weiter 14-tägig erfolge, sei fraglich. Denn die Sammlung dürfe nicht über den Standard hinausgehen, den die Kommune bei der Restmüllabfuhr hat. Trotzdem würden die meisten Kommunen inzwischen auf die Tonne setzen, erläuterte er.

Insgesamt überzeugte das die überwältigende Mehrheit des Rates. Einzig Hans Brüning (SPD) mochte sich dem nicht anschließen. Er wolle den Sack behalten. Punkt. Er stimmte gegen die Gelbe Tonne.

Für den Entsorger gibt es dabei keinen klaren Favoriten: Herbert Löbbing von der Entsorgungsgesellschaft Logermann, die unter anderem in Südlohn und Oeding den Abfall einsammelt, wiegen sich Vor- und Nachteile beider Verfahren gegenseitig auf. Er nennt dabei auf Nachfrage die gleichen Argumente, die auch in der Sitzung vorgebracht wurden. In ihrem Einzugsgebiet – Städte und Gemeinden in den Kreisen Borken, Coesfeld, Wesel und Recklinghausen gehören dazu – gibt es beide Varianten. „Wir müssen machen, was die Ausschreibungen vorgeben“, sagt Herbert Löbbing. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht unterschieden sich beide Verfahren jedoch kaum.

Frühestens 2020

Die Systemumstellung ist frühestens zum 1. Januar 2020 möglich. Entsprechende Verhandlungen soll die Verwaltung nun aufnehmen. Eine satzungsrechtliche Entscheidung bleibt dem Rat noch vorbehalten.