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Kolping-Kid bauen Hilton unter den Insektenhotels

Viel Raum für kleine Krabbler

Südlohn Die Kolping-Kids haben zusammen mit Bernhard Hoffboll ein Insektenhotel mit außergewöhnlichen Maßen gebaut.

Viel Raum für kleine Krabbler

Die Kolping-Kids haben ein großes Insektenhotel gebaut. Foto: Georg beining

Auf dem Hof vor der Werkstatt der Gaststätte Terhörne ist in der vergangenen Woche ein Superlativ entstanden: das Hilton unter den Insektenhotels. 1,80 Meter breit, 1,50 Meter hoch, komplett aus besonders widerstandsfähigem Bangkirai-Holz, mit hunderten von Zimmern auf vier Stockwerken. Bernhard Hoffboll von der heimischen Kolpingsfamilie, Architekt dieses Bauwerks und zugleich auch dessen Bauschreiner, sagte über sein Werk: „So ein großes Insektenhotel habe ich selbst auch noch nicht gesehen.“ Bei der Arbeit gingen ihm sechs Kolpings-Kids zur Hand, um sozusagen die Zimmer einzurichten. Die Kolping-Kids haben aus ihrer eigenen Kasse das Holz und die Beschläge gekauft. Das Geld dafür hatten sie beim Hörnchenbacken auf dem vergangenen Südlohner Adventsmarkt verdient.

Maria Emmerich hatte die Idee zu dieser Aktion, nachdem sie gehört hatte, dass während einer 48-Stunden-Aktion in Legden schon ein solches Hotel entstanden war. „Unseres ist aber viel größer“, sagte ein Junge, der gerade mit den übrigen dabei war, etwa 20 Zentimeter lange Abschnitte von Schilfhalmen abzuknipsen, in deren Hohlräume später irgendwelche kleinen Krabbler einziehen sollen.

Am Besinnungsweg

Die Ausstattung der „Hotelzimmer“ orientiert sich möglichst exakt an den Bedürfnissen der jeweiligen „Gäste“: So benötigen Schmetterlinge – vielmehr solche, die es als Larven erst noch werden wollen – ganz bestimmte Klappen, hinter denen sie sich entwickeln können. Wildbienen und Wespen bevorzugen Löcher in Ziegeln, ähnlich wie Ohrenkneifer. Dann kommen auch noch Tannen- und Kiefernzapfen zum Einsatz – und kleine Äste vom Holunder. Die sind nämlich auch hohl.

Wenn alles perfekt ist, soll das Insektenhotel in Cohausz Wäldchen am Besinnungsweg aufgestellt werden – geschützt mit einem Blechdach und auf Säulen mit einem richtigen Fundament.

Aber das geht nicht einfach so: Dafür musste Bernhard Hoffboll ein Pappmodell in Originalgröße bauen. Damit ist er dann zu Bauamtsleiter Dirk Vahlmann ins Rathaus gegangen. Der hat den Aufstellort inspiziert und das Ganze genehmigt. Es handelt sich schließlich um eine Baumaßnahme im sogenannten „Öffentlichen Raum“. Und die Stelle ist gut gewählt: In direkter Nachbarschaft am Senioren-Wohnheim blüht bald die große Blumenwiese. Daher müssen sich Bernhard Hoffboll und die Kolping-Kids wohl keine Sorgen wegen möglichen Leerstands ihres Hotels machen.

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