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Josef Busch ist für naturnahe Gestaltung am Möllenwegg

Bäume für Vögel und Insekten

Vreden „Der Möllenwegg könnte Vorzeigeprojekt in Sachen naturnaher Gestaltung werden“, meint Anwohner Josef Busch.

Bäume für Vögel und Insekten

Josef Busch setzt sich für eine naturnahe Bepflanzung am Möllenwegg ein. Die Bäume entsprechen schonmal seinen Vorstellungen.thünte Foto: Victoria Thünte

Als die Straße saniert wurde, hat der Lüntener Josef Busch sich bei der Stadt gemeldet und darum gebeten, auf eine heimische Bepflanzung zu setzen, um Insekten und Vögeln Nahrung und Lebensraum zu bieten. „Ich bin auf offene Ohren gestoßen und jetzt wurden ja tatsächlich Mehlbeeren gepflanzt“, freut er sich. Die Mehlbeere (Sorbus aria) ist eine wertvolle Futterquelle für Vögel und Insekten. „Im Frühjahr ist sie eine Bienenweide und die Früchte werden von 60 verschiedenen Vogelarten gefressen“, weiß Josef Busch.

Mit den Bäumen ist der Lüntener also schonmal zufrieden. Jetzt fehlt noch die Bepflanzung des Grünstreifens um die Bäume und die Parkbuchten herum. „Ich würde mir da etwas knie- oder hüfthohes wünschen. Heimische, beerentragende Pflanzen, die den Insekten Nahrung bieten und die naturbelassen bleiben“, sagt Josef Busch. Rasen, der immer akkurat aussehen muss, wäre für ihn die schlimmste Lösung. „Das ist kein Lebensraum für Tiere. Und dieser Ordnungswahn ist doch auch nichts“, meint der Lüntener. Für seinen Geschmack darf es auch ruhig mal etwas unordentlicher aussehen, natürlich eben.

Zur Zusammenarbeit bereit

Auf Nachfrage teilt die zuständige Fachabteilung der Stadt schriftlich mit: „Geplant ist dort eine Rasenbepflanzung, die soll zeitnah erstellt werden. Wir können uns aber auch, soweit einvernehmlich mit den Nachbarn gewünscht, eine naturnähere Wieseneinsaat vorstellen.“ Zu einer Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Stadt ist Josef Busch bereit.

Darauf hofft er auch, wenn es um die Beschneidung der neuen Bäume geht. „Man muss gucken, dass die nicht zu hoch werden. Sonst werfen sie Schatten auf die Dächer mit Solarplatten“, sagt er. Nach Angaben der Stadt werden die gepflanzten Bäume sechs bis zehn Meter hoch und vier bis sieben Meter breit. „Das Wachstum ist sehr langsam. Grundsätzlich sind nur die normalen Erziehungsschnitte geplant. Ein Beschneiden, damit sie nicht größer werden, steht kaum in einem Verhältnis. Somit kann es durchaus in ferner Zukunft zu einer Beschattung von Solaranlagen kommen“, so die Stadt. Ursprünglich seien sogar noch viel größere Bäume geplant gewesen.

Solarenergie und E-Auto

Keine gute Nachricht für Josef Busch. Der Lüntener lebt in Sachen grüner Energie nahezu komplett autark. Schon beim Bau seines Eigenheims im Jahr 1997 hat er ein Niedrigenergiehaus mit kontrollierter Be- und Entlüftung geplant. Strom und Wärme kommen von den Solarplatten auf dem Dach. Im Keller gibt es einen Stromspeicher, vor dem Haus steht eine Stromtankstelle für sein Elektroauto. Auch in seinem Garten hat er auf eine naturnahe Bepflanzung geachtet. Dafür hat er haufenweise Bücher und Zeitschriften gelesen und viele Tagungen und Seminare besucht. Bevor er eine Pflanze in seinen Garten setzt, schaut er in Tabellen nach, wie vielen Tieren sie Nahrung bietet. Beschnitten werden seine Pflanzen nur selten, „sonst blühen sie nicht“. Und wenn sich Raupen in seinen Büschen breitmachen, lässt er sie gewähren.

Das Ergebnis ist seh- und hörbar. Im Garten von Josef Busch bewegt sich überall etwas. Insekten sitzen auf den Blüten, Vögel finden in den Büschen Unterschlupf. Es summt und brummt und zwitschert. Josef Busch hofft, dass das bald auch außerhalb seines Gartens auf dem Möllenwegg so ist.

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