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Einsatz für Menschenrechte

Vreden Schüsse durchbrechen die Stille, Granaten reißen das Erdreich auf, schwarze Rauchschwaden steigen in den Himmel, Soldaten rufen sich Kommandos zu. Wenige Sequenzen des Videos reichen und den Schülern des Gymnasiums Georgianum ist klar: Ein Afghanistan-Einsatz ist eine gefährliche Angelegenheit - häufig lebensgefährlich.

Einsatz für Menschenrechte

<p>Joland Dubbeldam suchte das Gespräch mit den Schülern des Gymnasiums Georgianum - und nahm sich Zeit für die Beantwortung ihrer Fragen. Herbers</p>

Dramatische Szenen, aufgenommen im Juli 2006 im südafghanischen Kandahar. Unter den kanadischen Soldaten ist auch Oberst Joland Dubbeldam. Für den Niederländer, der im Auftrag der ISAF, der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe, unter Führung der NATO schon häufig in dem Land eingesetzt war, gehören diese bedrohlichen Situationen vor allem im Süden zum Berufsalltag: "Das ist, was ich mache. Ich habe das Fach gewählt und bin gut ausgebildet", antwortet er auf die Frage eines Schülers, wie er mit der bedrohlichen Situation umgehe.

Situation desaströs

Nicht nur über militärische Einsätze im Süden des vom Krieg gezeichneten Landes - dem Gebiet, in dem mehr Unterstützung dringend gebraucht würde - erfuhren sie. Auch gesellschaftliche Strukturen und das alltägliche Leben und Zusammentreffen mit den Menschen vor Ort schilderte der 45-jährige Berufssoldat lebhaft. Auseinandersetzungen mit den Taliban, Drogenanbau und -konsum, Rechtlosigkeit insbesondere von Frauen zählten neben den Zerstörungen zu den größten Problemen des Landes. "Es gibt keine Infrastruktur, staatliche Organe sind erst im Aufbau begriffen", so Dubbeldam. Dabei helfen er und seine Kollegen. Zu seinen Aufgaben gehörten auch Gespräche mit Führungspersönlichkeiten wie Präsident Hamid Karsai, Kontrollen oder die Beseitigung von Minen.

"Die momentane Situation in Afghanistan ist desaströs. Aber ich glaube an die ISAF und ihre Mission." Keine Gesellschaft nach westlichen Maßstäben solle geschaffen werden. Das Militär könne nicht die Probleme lösen, sondern lediglich versuchen mehr Sicherheit zu schaffen und die Aufbauarbeit zu unterstützten.

Alle wünschen dasselbe

Ob er mit Vorurteilen zu kämpfen hatte, als er erstmals dorthin kam? Sicher sei er voreingenommen gewesen, sei mit bestimmten Vorstellungen in das Land gefahren. Aber: "Meine Gedanken sind andere geworden, als ich da war." Für ihn ist klar: "95 Prozent der Afghanen wollen dasselbe, was sich alle Menschen wünschen: Sicherheit, genug zu essen, Bildung." kh

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