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Sven Kruse leitet Vredener St.-Felicitas-Schule

Heimspiel für den neuen Schulleiter

Vreden Für Sven Kruse ist es ein Heimspiel. So richtig weg war der neue Leiter der St.-Felicitas-Schule auch gar nicht. Nur die Perspektive ist jetzt anders.

Heimspiel für den neuen Schulleiter

Der gebürtige Gelsenkirchener und Fußballfan Sven Kruse wurde mit blau-weißen Ballons und viel Herzlichkeit begrüßt als neuer Leiter der St.-Felicitas-Schule.

Für den gebürtigen Gelsenkirchener stand nach dem Abitur in Vreden sein Studienwunsch ziemlich schnell fest: Sonderpädagogik. Und dafür gab es auch einen familiären Impuls: „Meine Schwester hat das Down-Syndrom“, erklärt er. Außerdem, sagt er, habe er sich immer schon für Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, eingesetzt.

Nach dem Studium in Köln folgen die berufstypischen Stationen wie das Referendariat an der Johannesschule in Stadtlohn. Und schon einmal – von 2004 bis 2013 – ist die St.-Felicitas-Schule der Arbeitsplatz heute 45-Jährigen. Hier liegt sein Schwerpunkt bei der Berufsvorbereitung, Kruse wird Klassen- und Ausbildungslehrer, zertifizierter Deeskalationstrainer und, und, und. Aufgaben, die ihm sehr viel bedeuten, sagt er.

Seitenwechsel

Und doch wechselt er noch mal die Seiten, kehrt an seinen Geburtsort zurück und widmet sich von dort aus bis 2018 als Fachleiter der Lehrerausbildung. Gleichzeitig reißt das Band zur alten Schule aber nicht ab, dort gibt er trotz seiner Hauptaufgabe in Gelsenkirchen weiterhin Unterrichtsstunden. Eigentlich wäre die Welt des Sven Kruse so ganz in Ordnung, hätte es da nicht Karl Heinz Nienhoff gegeben.

Konrektor Nienhoff, der lange Zeit die Schule kommissarisch leitete, war, als die Leiterstelle 2017 ausgeschrieben wurde, auf Kruse zugekommen mit der Idee, diesen für die Position zu gewinnen.

Dem schien das durchaus reizvoll, aber erst nach Rücksprache mit seiner Ehefrau, ebenfalls Lehrerin, und den beiden Töchtern (sechs und acht), bewarb er sich: „Es kam für mich aber auch nur die Felicitas-Schule in Betracht.“ Zuerst musste er ein einjähriges Schulleiterqualifizierungsprogramm inklusive zweitägigem Assessment-Center durchlaufen. Erst, als er das auch bestand, was gar nicht so selbstverständlich ist, konnte auch der Wechsel stattfinden.

Offizielle Ernennung war am 14. Mai. Seitdem befindet er sich in der „Ankommensphase“, muss sich und die Kollegen erst einmal an die neue Perspektive gewöhnen. Viele Ideen hat er mitgebracht und als Fachleiter viel gesehen. Der neue Schulleiter aber will sich Zeit lassen: „Es geht ja nicht darum, was ich will, alles muss im Kollegium gemeinsam entwickelt werden.“

Den gemeinsamen Auftrag formuliert er so: „Was macht eine gute Förderschule in der heutigen Zeit aus, wie können wir sie im Sinne unserer Schüler entwickeln?“ Es gehe darum, eine entsprechende Expertise zu erarbeiten. Dabei setzt er auf ein starkes Team: „Es sind besondere Lehrer mit einer besonderen Motivation, die besonderen Schüler zu unterstützen.“

Zum Team zählt Kruse aber nicht nur die Lehrer, sondern auch Hauswirtschafterin, Techniker, einfach alle Mitarbeiter. Denn alle seien sie auch daran beteiligt, die Schüler auf das Leben vorzubereiten. Kruses Schlüsselfrage, um die sich für ihn eigentlich alles dreht: „Was brauchen die Schüler?“ Das könne, je nach Kind und dessen Voraussetzungen, ganz unterschiedlich sein. Hilfreich sei das Klassenlehrerprinzip an der Schule, eine intensive Beziehungsarbeit. „Wir legen hier die Grundsteine“, betont er die große Aufgabe.

Nähe zu den Schülern

Manchmal müsse man aber erst am Verhalten eines Schülers arbeiten, bevor man sich auf das Fachliche konzentriere. Für andere sei eine Sprachtherapie wichtig, und wieder andere benötigten Hilfestellung beim Lernen. Im gebundenen Ganztag sei man einfach nah dran an den Schülern. Wichtig sei, dass die Förderschule nicht als „Käseglocke“ funktioniere, sondern es eine intensive Anbindung an das „echte Leben“ gebe – durch alle Arten von Praktika.

Möglich werde das durch Kooperationen mit Firmen, der Bundesagentur für Arbeit, der Kreishandwerkerschaft zum Beispiel. Und die Praktikanten der Felicitas-Schule hätten durchweg einen guten Ruf. Sven Kruse hat sich ganz bewusst für die Förderschule entschieden und ihre Schwerpunkte: emotionale/soziale Entwicklung, Lernen und Sprache.

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