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Nah am Wasser gebaut...

Vreden "Sie ist nah am Wasser gebaut..." Wer ist "sie", und was hat "sie" mit dem Urelement Wasser zu tun? Auf diese Frage hätten die Besucher der Ausstellungseröffnung "H2O - Fotografien 2004-2008" im Berkelkraftwerk Vreden gleich mehrere Antworten geben können.

Nah am Wasser gebaut...

<p>Berkelkraftwerk-Vorsitzender Bernd Sikora und Fotografin Renate Schütz vor dem Werk "Memory" - Fotoquadrate mit Motiven aus dem Bereich der Dialyse. Perrevort-Elkemann</p>

Mit dieser imaginären "sie" hätte auf der einen Seite die ausstellende, aus Essen stammende Künstlerin Renate Schütz gemeint sein können. Auf der anderen Seite jedoch trifft das eingangs genannte Sprichwort auch auf jede der ausgestellten Fotografien zu. Wasser, das Urelement, aus dem alles Leben entsteht, ist zugleich Ausstellungsthema und künstlerisches Medium der Bilderschau.

Wissenschaft und Kunst

Das im Ausstellungstitel bewusst gewählte Gegenüber von wissenschaftlicher Bezeichnung des Elementes Wasser und der künstlerischen Ausdrucksform Fotografie ist zugleich auch Charakterisierung von Renate Schütz. "Diese Doppelung liegt in der Person der Künstlerin begründet", so Bernd Sikora in seinen einleitenden Worten. "Auf der einen Seite ist sie Medizinerin, Internistin, mit dem Arbeitsschwerpunkt Nierenkrankheiten, und auf der anderen Seite ausgebildete Künstlerin."

Und diese beiden "Seiten" der Künstlerin prägen die gesamte Ausstellung, machen die Inhalte und oft auch deren künstlerischen Reiz aus. Neben der großformatigen, in warmen Farben gehaltenen Fotoarbeit "Memory", die aus vielen einzelnen, scheinbar bunt miteinander vermischten Einzelquadraten besteht, die allesamt Gegenstände aus dem medizinischen Bereich der Dialyse zeigen, stehen zarte Schwarz-Weiß-Fotografien, die sich dem Thema Natur und Landschaft widmen. Noch deutlicher wird die Verbindung von Medizinerin und Künstlerin in der Serie "Göteborg 2006". Darin zeigt Schütz Aufnahmen von einer Nierentransplantation, nicht nur als medizinischer Akt, sondern mit einer hintergründigen Aussage. Gekonnt nimmt sie nur einzelne Situationen des gesamten Geschehens heraus, statt eine schnelle Bilderfolge zu präsentieren. So wird aus dem Händewaschen des Operateurs vor der OP ein nahezu ritueller, geistiger Akt der Vorbereitung. Denise Perrevort-Elkemann

Die Ausstellung ist bis zum 27 .Juli zu sehen, jeweils sonntags 11 bis 17 Uhr. Führungen können vereinbart werden bei Bernd Sikora, Tel. 3 35 51, oder Charlotte Beck 01 71 / 7 27 77 70.

überregionale Kultur

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