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Stolpersteine wecken Erinnerung

VREDEN "Ich habe als Kind meine Mutter irgendwann gefragt, ob wir diese Tante Hedwig nicht einmal besuchen können." Bewegt erinnert sich Walburga Schmitz daran, wie sie zum ersten Mal mit einer Frage in Berührung gekommen ist, die an diesem Morgen im Mittelpunkt steht.

Stolpersteine wecken Erinnerung

Der Kölner Künstler Gunter Demnig.

Was mit den jüdischen Einwohnern Vredens in der Zeit des nationalsozialistischen Terrorregimes geschehen ist, das soll nicht vergessen werden. Und so findet sich seit gestern Morgen auch der Name von Hedwig Münchhausen geb. Heimann öffentlich lesbar wieder, gemeinsam mit 18 weiteren Juden, die mit ihren Familien in Vreden ihr Zuhause hatten: "Stolpersteine" erinnern dort an sie, wo sie einst gelebt hatten.

Ein Bürgerantrag brachte den Stein ins Rollen, und so folgte auch der Rat dem Anliegen, jüdischen Opfern ein Stück ihrer Vredener Identität zurück zu geben: In Messing graviert, tragen die Steine ihre Namen und Lebensdaten. Verlegt hat sie der Künstler Gunter Demnig aus Köln, der mit diesem Projekt bereits in ganz Deutschland für viele Punkte des Nicht-Vergessens gesorgt hat - jetzt auch in Vreden, wo nun an sechs Stellen in der Innenstadt zunächst 21 Stolpersteine verlegt worden sind. Möglich gemacht wurde dies nicht zuletzt durch die finanzielle Beteiligung von Sponsoren.

In bewegender Weise erfolgte am gestrigen Morgen der Gang von Standort zu Standort, von der Alstätter Straße zur Neustraße, zur Königstraße, zur Wüllener Straße und zur Twicklerstraße zur Synagogengedenkstätte - auch das ein Zeichen: Menschen jüdischen Glaubens lebten überall als Nachbarn in der Gemeinschaft der Vredener.

Die Historikerin Ingeborg Höting hatte zahlreiche Fakten zu den einzelnen Lebensläufen zusammen getragen. Während Demnig die Steine verlegte, trug sie im Wechsel mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Walburga Schmitz, dem Ersten Beigeordneten Dr. Christoph Holtwisch und Fachabteilungsleiter Hubert Krandick diese Daten vor. Und nicht wenige der älteren Teilnehmer steuerten Erinnerungen an die Menschen bei, mit denen sie als Kind gespielt hatten - oder die in den Erzählungen der Eltern weiter lebten, so wie Hedwig Müchhausen aus der Neustraße. to

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