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Pläne zu neuer Verbindungsstraße in Vreden

Vom Industriegebiet direkt auf die B70?

Vreden Das Industriegebiet Gaxel wächst und damit auch der Verkehrsstrom. Um den aufzufangen, ist eine Verbindungsstraße zwischen der Winterswyker Straße und der B70 in der Diskussion. Das finden nicht alle gut.

Vom Industriegebiet direkt auf die B70?

Diese drei Varianten werden in der Machbarkeitsstudie thematisiert. Foto: grafik mühe/quelle geodatenatlas, NTS

Vom Industriegebiet Gaxel aus direkt auf die B70 fahren – das soll eine Verbindungsstraße möglich machen. Beschlossen ist noch nichts, aber alleine die Idee stößt nicht überall auf Begeisterung. Wir haben Fragen und Antworten zu den Planungen zusammengestellt.

Wo ist das Problem, das die Verbindungsstraße lösen soll?

„Ein Industriegebiet in der Größe sollte eine direkte Anbindung an ein leistungsfähiges Straßennetz haben“, sagt Fachbereichsleiter Joachim Hartmann. Bislang fließt der Verkehr vom Industriegebiet über die Winterswyker Straße und die südliche Ringstraße auf die B70. „Die direkte Verbindung hätte den positiven Nebeneffekt, dass diese Straßen entlastet werden“, so Joachim Hartmann.

Seit wann wird über das Thema diskutiert?

2010 haben die Politiker über einen neuen Flächennutzungsplan beraten. Damals wurde auch die Möglichkeit einer Straße zwischen dem Industriegebiet Gaxel und der B70 in Betracht gezogen. Dazu hat die Stadt eine Verkehrsprognose in Auftrag gegeben, um herauszufinden, welchen Nutzen eine solche Straße hätte. Das Ergebnis: Lediglich rund 6000 Fahrzeuge würden den Berechnungen zufolge die Verbindung nutzen. Die Verwaltung schrieb im Jahr 2013 in einer Sitzungsvorlage: „Nach Ansicht der Verwaltung wäre deshalb der Nutzen einer Verbindungsstraße im Verhältnis zu den erheblichen Auswirkungen auf die betroffenen Grundstücke, die Landwirtschaft und die Natur als unverhältnismäßig angesehen.“ Stattdessen sollten die vorhandenen Anbindungen zum Industriegebiet optimiert werden.

Und warum ist die Verbindungsstraße dann immer noch Thema?

„Es war kommunalpolitischer Wunsch, die Idee nicht zu begraben“, sagt Fachbereichsleiter Joachim Hartmann. Im gültigen Flächennutzungsplan ist zwar nicht die Straße direkt, aber ein Suchraum für die Trasse vermerkt. Die Wirtschaftsvereinigung hat eine Machbarkeitsstudie beantragt, der Endbericht wurde im Februar vorgestellt.

Was hat die zweite Studie ergeben?

Die Gutachter kommen zu etwas höheren Zahlen als im ersten Gutachten. Drei Varianten wurden geprüft. Die nördlichste Variante, die am nächsten am Stadtkern liegt, weist in der Prognose die höchsten Verkehrszahlen auf. 8100 Fahrzeuge würden demnach die Straße pro Tag nutzen, die Ringstraße würde damit pro Tag um 7000 Fahrzeuge entlastet werden. Die zweite Variante würden den Berechnungen zufolge 7000 Fahrzeuge pro Tag nutzen, die dritte Variante 3100 Fahrzeuge pro Tag. Bei der Vorstellung des Endberichtes sagte Gerd Welper (Grüne): „Die Machbarkeit einer sinnlosen Straße wurde bewiesen.“

Ist die Straße also schon beschlossene Sache?

Nein. „Wir sind noch weit im Vorfeld zu einer konkreten Straßenplanung. Das ist nichts, was in den nächsten Jahren kommt“, sagt Joachim Hartmann. Und: „Das ist keine Alternativplanung zu der Optimierung der vorhandenen Verbindungen.“ Geplant ist zum Beispiel noch in diesem Jahr der Bau von zwei Ampeln an der Kreuzung Ringstraße/B70 und der Abzweigung Ringstraße/Südlohner Diek. Auch der Ausbau der Winterswyker Straße und die Optimierung der Kreuzung mit der Ringstraße sind weiter Thema in der Politik.

Warum sind die Anwohner gegen die Verbindungsstraße?

„Das erste Gutachten ist doch eindeutig. Die Straße würde mehr Schaden als Nutzen bringen“, sagt Robert Schemmick von der Interessengemeinschaft der Anwohner. Rund 60 Gaxeler haben sich zusammengetan, um die Straße zu verhindern. Ihr Hauptargument: Die Straße sei nicht notwendig. „Wann ist denn hier in Vreden mal Stau? Man muss vielleicht mal eine Ampelphase warten, aber das ist doch kein Stau“, sagt Martina Eßeling wütend. Sie findet, dass die bestehenden Verbindungen völlig ausreichen. „Man müsste sie nur ausbauen und besser beschildern.“ Als Beispiel nennt Norbert Küsters die Kreisverkehre an der Ringstraße. „Die sind zu eng für Lkw, deswegen wird die Strecke gemieden. Da könnte man doch was dran machen und den Verkehr nach Norden darüber ableiten“, findet er.

Hat die Interessengemeinschaft noch andere Argumente?

Ja. Die Anwohner sorgen sich auch um die Natur und den Tourismus in der Gegend. „Man nimmt ein Stück Natur weg. Hier gehen viele spazieren und hier stehen auch Ferienhäuser“, sagt Heinrich te Walfaart. Und natürlich möchten die Anwohner auch nicht, dass eine große Straße an ihren Häusern vorbeiführt. Auch die Kosten sind ihnen ein Dorn im Auge. „Das ist rausgeschmissenes Steuergeld“, findet Heinrich te Walfaart.

Um wie viel Geld geht es denn?

Laut Machbarkeitsstudie würde die erste Variante rund 2,75 Millionen Euro kosten plus die Kosten für die Bauwerke, die Kompensation, den Grunderwerb und die Genehmigungen. Die Interessengemeinschaft hat selber recherchiert und ausgerechnet, dass die Straße damit rund 22 Millionen Euro kosten würde.

Wie geht es jetzt weiter?

Der Endbericht der Machbarkeitsstudie wurde für eine Öffentlichkeitsbeteiligung ausgelegt. Die Interessengemeinschaft hat die Möglichkeit genutzt und sich zum wiederholten Mal gegen die Verbindungsstraße ausgesprochen. Die Stellungnahmen werden nun ausgewertet, dann beschäftigt sich der Bauausschuss erneut mit dem Thema. Eine im Industriegebiet ansässige Firma hat eine erneute Machbarkeitsstudie beantragt. Der Antrag ist Thema im Rat am Donnerstag, 17. Mai, um 18.15 Uhr im Großen Sitzungssaal im Rathaus, Burgstraße 14.

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