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Retro-Nerds eröffnen Arcade in Vreden

Zeitreise mit alten Flippern und Video-Spielen

Vreden Die Retro-Nerds Münsterland eröffnen am Wochenende eine Arcade mit rund 40 alten Spiele-Automaten in Vreden. Die Besucher machen eine Zeitreise in die Siebziger und Achtziger.

Zeitreise mit alten Flippern und Video-Spielen

Die Retro-Nerds Münsterland eröffnen eine Arcade in Vreden. Rund 40 Automaten stehen dort der Öffentlichkeit zum Spielen zu Verfügung. Foto: Victoria Thünte

Es piepst, es blinkt, es rauscht, es knallt. Eine verzerrte Stimme verkündet auf Englisch den Beginn der nächsten Runde. Für Frank sind es gewohnte Töne, für viele andere wohl nur eine Kindheits-Erinnerung. Frank ist ein Retro-Nerd, sein Herz schlägt für alte Spiele-Automaten. Der 50-Jährige hat vor rund einem Jahr die Interessengemeinschaft Retro-Nerds Münsterland initiiert. Nachnamen spielen bei den Nerds keine Rolle, dort ist er einfach Frank. Bislang fanden die Treffen vor allem in seinem Keller statt, jetzt haben die Mitglieder einige ihrer Schätze an die Wüllener Straße gebracht. Dort eröffnet am Wochenende eine Arcade, also eine Spielhalle mit alten Automaten.

Am Dienstagabend parkt Frank mit einem Anhänger an der Wüllener Straße. Geladen hat er einige Automaten, darunter auch den Klassiker Donkey Kong, bei dem der Spieler einen Gorilla bewegt. „Ich muss bestimmt nochmal fahren. Es ist noch viel zu tun bis zum Wochenende“, sagt Frank. Im Inneren stehen schon viele Automaten, angeschlossen sind sie aber zum größten Teil noch nicht. Andre, ebenfalls Mitglied bei den Retro-Nerds, muss erst einmal Steckerleisten kaufen gehen. Doch Frank ist sicher, dass zur ersten Öffnung am Samstag fast alle Automaten laufen werden.

Rund 40 Geräte stellen die Mitglieder der Interessengemeinschaft in der Arcade der Öffentlichkeit zum Spielen zur Verfügung. Darunter sind rund acht elektromechanische Geräte, die ganz ohne Elektronik und ohne Monitor funktionieren. Frank führt ein Gerät vor, ein Motorradrennen aus dem Jahr 1972. Unter einer Glasscheibe stehen fünf kleine Motorradfiguren auf einer weißen Fläche. Vier davon werden von unten mit Magneten gehalten, eines ist mit einer Stange mit dem Lenker außen am Gerät verbunden. Sobald das Spiel beginnt, wird auf die weiße Fläche von oben das Bild einer Straße projiziert. Je mehr Gas Frank gibt, desto schneller bewegt sich die Straße unter den Motorrädern, sodass es aussieht, als würden sie sich nach vorne bewegen.

Spielen am Automaten war ein teures Vergnügen

Ein paar Schritte weiter stehen einige Klassiker: Gorf, Missile Command (Städte verteidigen), Phoenix, Defender, Cosmic Alien und Ms. Pacman. Solche Automaten standen früher in fast jeder Kneipe. „Da musste man eine Mark reinschmeißen, das war richtig teuer“, sagt Frank. Aber nur deswegen ließ sich damit Geld verdienen. „In Amerika kostete ein Spiel nur einen Vierteldollar. Das hat sich nicht rentiert.“ Für die Arcade in Vreden haben die Retro-Nerds alle Automaten so umgebaut, dass sie auch ohne Münzeinwurf funktionieren.

Zeitreise mit alten Flippern und Video-Spielen

Frank (l.) und Andre von den Retro-Nerds haben noch viel zu tun, bis die Arcade am Wochenende öffnen kann. Foto: Victoria Thünte

Die Retro-Nerds sind eine Interessengemeinschaft für Arcade-Automaten, Spielekonsolen, Flipper, Jukeboxen und alte Computer. Sie treffen sich einmal wöchentlich und schrauben an ihren Schätzen. Sie versuchen, alte Automaten wieder spielbar zu machen. Frank geht dennoch davon aus, dass bei der ersten Öffnung der Arcade am Wochenende einiges kaputt gehen wird. Die Automaten seien es einfach nicht mehr gewohnt, so lange bespielt zu werden. „Aber das kriegen wir alles wieder hin. Ich würde sie nicht opfern, das würde ich nicht tun“, sagt Frank. Dafür hängt er viel zu sehr an den Automaten. Die Geräte in der Arcade sind nicht nur spielbar, sondern auch noch im Originalgehäuse.

Daddeln in der Garage statt Hausaufgaben

Angefangen hat alles in Franks Kindheit. „Ich bin das Kind eines Automatenaufstellers. Ich bin damit groß geworden“, sagt der gebürtige Dorstener. Sein Vater besaß viele Spiele-Automaten und verlieh diese an Gaststätten. Der Gewinn wurde mit den Wirten geteilt. „Bei uns in der Garage standen immer Automaten. Wenn ich nach der Schule nach Hause gekommen habe, habe ich statt Hausaufgaben zu machen in der Garage gespielt.“ Mit fünf Jahren bekam Frank schließlich seinen ersten eigenen Flipper. Der stand im Spielkeller. Zum Spielen musste er sich auf Getränkekisten stellen, weil er sonst nichts sehen konnte. Im Laufe der Zeit sind immer mehr Automaten dazu gekommen.

Doch die Geräte in der Arcade kommen nicht nur von ihm, auch andere Mitglieder der Retro-Nerds haben ihre Schätze zur Verfügung gestellt. Sogar ein alter Amiga-Computer hat dort einen Platz gefunden.

Die erste Open Hour in der Arcade findet am Samstag, 14. April, und Sonntag, 15. April, jeweils ab 15 Uhr an der Wüllener Straße 40 statt.

Der Eintritt ist frei, die Automaten kostenlos bespielbar. Aber es wird eine Spardose aufgestellt – natürlich in Pacman-Form.

In Zukunft soll die Arcade einmal im Monat öffnen.

Die Retro-Nerds treffen sich immer mittwochs um 19 Uhr an unterschiedlichen Orten und sind offen für alle Interessierten aus dem gesamten Münsterland.

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