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Achtung! Schädling breitet sich in Werne weiter aus

Eichen-Prozessionsspinner

Der Eichen-Prozessionsspinner ist in Werne auf dem Vormarsch. Schon sechs Streckensperrungen gehen auf sein Konto. Und es könnten noch mehr werden.

Werne

von Jörg Heckenkamp

, 20.06.2018
Achtung! Schädling breitet sich in Werne weiter aus

Der Eichenprozessionsspinner breitet sich in Werne weiter aus. Stand 20. Juni 2018 sind sechs Stellen in Werne mit Warnhinweisen ausgestattet. © Jörg Heckenkamp

„Das nimmt weiter zu“, sagt der städtische Naturexperte Burkhard Klinkhammer am Mittwoch, 20. Juni 2018, auf Anfrage: „Die Tiere verbreiten sich ordentlich.“ So ordentlich, dass der Bauhof in seinem Auftrag mittlerweile sechs Strecken, vor allem für Radfahrer und Fußgänger, gesperrt hat. Das sind:

  • Münsterstraße, Höhe Lohstraße;
  • Stockumer Straße im Bereich des Gewerbegebietes Brede;
  • Seitenweg am Christophorus-Gymnasium;
  • Radweg an der Pagensstraße;
  • zwei Abschnitte am Grote-Dahl-Weg.

„Wir sperren dort, wo direkte Gefahren absehbar sind“, sagt Klinkhammer. „Also dort, wie die Strecken stark frequentiert sind, wo Kinder unterwegs sind und so weiter.“ Die Bekämpfung des Falters, besser gesagt seiner Raupen, ordne die Stadt nur im Ausnahmefall an. Zumal im Moment alle entsprechenden Fachfirmen „überlastet sind“, sagt der Experte.

Achtung! Schädling breitet sich in Werne weiter aus

Die Haare der Raupe des Eichenprozessionsspinners sind gefährlich. © picture alliance / Patrick Pleul

Dem stimmt Dieter Grunewald vom gleichnamigen Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen aus Stockum nur bedingt zu. „Ja, wir sind schon stark gefragt. Aber da, wo es um öffentliche Belange geht, können wir Kapazitäten freimachen.“ Das gelte etwa für besonders sensible Bereiche wie Schulwege oder dort, wo viele Menschen unterwegs sind. Grunewald: „Montag sind wir zum Beispiel am Fürstenhof im Einsatz.“

Die Bekämpfung mit einem geeigneten Gegenmittel sei im jetzigen Stadium der Verpuppung der Raupe nicht mehr möglich. „Da müssen Sie mechanisch mit einem speziellen Staubsauger mit besonders feinem Filter rangehen“, sagt Grunewald.

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Zum Glück, sagt Bauhof-Leiter Detlef Bruns, habe er bisher noch keine völlig eingesponnenen Eichen gesehen. „Sondern nur partiellen Befall“, sagt Bruns auf Anfrage. Er stellt im Auftrag von Klinkhammer die Sperrgitter mit dem Warnhinweis „Vorsicht, Eichenprozessionsspinner, Allergiegefahr“ auf. Er persönlich kontrolliere die gesperrten Stellen und hat den Eindruck, „die Leute halten sich größtenteils daran“.

„Warmes Frühjahr hat Ausbreitung begünstigt“

Burkhard Klinkhammer kann nicht ausschließen, dass sich der Schädling noch weiter ausbreitet. Warum er in diesem Jahr so massiv in dieser Region auftritt, ist für ihn erklärlich: „Das besonders warme Frühjahr hat die Ausbreitung des Tieres begünstigt.“

Wärme ist auch das Stichwort für eine Warnung von Dieter Grunewald. Er weiß, dass Privatleute bisweilen versuchten, dem Schädling durch Abflämmen zu Leibe zu rücken. „Besser nicht“, meint er, denn durch die Hitze würden die gefährlichen Härchen nur in die Höhe gewirbelt „und auf einer großen Fläche verteilt“.

  • Der Name Eichenprozessionsspinner kommt daher, dass die Schädlinge aus ihren Nestern in die Eichenkronen prozessieren, um sich dort von Blättern zu ernähren.
  • Es gibt sieben Verpuppungsstadien.
  • In den ersten drei ist die Raupe gut zu bekämpfen.
  • Wenn die Raupen erst einmal das vierte Stadium erreicht und ihre Haare haben, können sie einen Baumstamm mit einem richtigen Pelz ummanteln. Dann können die Schädlingsbekämpfer die Nester nur noch absaugen, um alle Haare fachgerecht zu entsorgen.
  • Die Haare können allergische Reaktionen beim Menschen hervorrufen, bis hin zu Schocks, Fieber, Schwindel, Hautirritationen und Augenreizungen.
  • Das Einatmen der mit Eiweißgift versetzten Haare kann Bronchitis und Asthma auslösen.