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Mario Martinovic fiebert dem Finale entgegen

WM-Finale mit Kroatien

Eintracht Wernes Coach Mario Martinovic sieht die Fußball-Weltmeisterschaft mit der kroatischen Brille. Zwei, drei Mal musste er sie putzen, weil er nicht glauben konnte, was er da sah. Und was passiert im Finale?

Werne

von Dominik Gumprich

, 13.07.2018
Mario Martinovic fiebert dem Finale entgegen

So wie Mario Martinovic (r.) früher auf dem Platz gezaubert hat, machen es auch seine Kroaten bei der WM. Aber reicht es zum Titel? © Foto: Dominik Gumprich

Nicht mal Mario Martinovic, Coach des Fußball-A-Ligisten Eintracht Werne, hätte im Vorfeld der WM auf eine Finalteilnahme Kroatiens getippt. Und dabei hat der 35-Jährige kroatische Wurzeln, drückt dem Team fest die Daumen.

„Wir haben das Spiel gegen England im Familienkreis geschaut – alle natürlich im rot-weißen Trikot – und uns mega gefreut“, erzählt Martinovic. Während des Spiels standen er und seine Familienmitglieder mit Freunden und Verwandten in Kroatien, aber auch sonst wo auf der Welt per Smartphone in Verbindung. „Wir haben uns Nachrichten und Bilder hin und hergeschickt. Die Bilder aus Kroatien, wie der Sieg gefeiert wurde, waren schon bombastisch“, sagt Martinovic.

Wechselbad der Gefühle

Die K.o.-Runde war für die kroatischen Fans ein Wechselbad der Gefühle – immer mit dem Hochgefühl nach dem Schlusspfiff. Zunächst ging es gegen Dänemark im Achtelfinale ins Elfmeterschießen. „Dänemark wäre nach den starken Auftritten in der Gruppenphase, wie zum Beispiel beim 3:0 gegen Argentinien, prädestiniert dafür gewesen, dass wir verlieren“, sagt Martinovic. Die „Balkan-Mentalität“ sei eben so, dass man sich gegen vermeintlich schwächere Gegner wie Dänemark nicht so reinhaut. Diesmal war es nicht so, auch wenn es knapp war.

Doch damit der nervenzerreißenden Partien nicht genug. Im Viertelfinale wartete Russland. Hier reichten den Mannschaften ebenfalls die 90 Minuten plus Verlängerung nicht aus, einen Sieger zu ermitteln. Wieder mussten die Akteure das Spiel vom Punkt aus entscheiden – und wieder behielten die Kroaten die Nerven. Gegen England schenkten sich die Kroaten das Elfmeterschießen, gewannen in der Verlängerung mit 2:1 und zogen ins Finale ein.

Alle wollen im Sturm spielen

Zum sicheren Rückhalt der Mannschaft hat sich Keeper Danijel Subasic (AS Monaco) gemausert. „Endlich haben wir mal einen guten Torwart. Das ist bei uns im Balkan auch immer so eine Problemposition. Alle wollen immer im Sturm spielen“, sagt Martinovic. Bester Mann aus seiner Sicht sei ganz klar Luka Modric. „Der hat defensiv so viel zugelaufen, das war der Wahnsinn. Dafür konnte er natürlich nicht so viel für die Offensive tun. Aber Modric hilft ja dem Querpass-Toni bei Real Madrid auch immer sehr viel“, sagt Martinovic und lacht.

Frankreich hat keinen Thuram mehr

Das Finale wird sich Martinovic wieder im Familienkreis anschauen, fährt direkt nach dem Blitzturnier der Eintracht nach Hause. „Da wird nichts verändert, das bringt Glück.“ Das wird Kroatien gegen starke Franzosen brauchen, auch weil die Mannschaft nach den drei Zusatzschichten in der K.o.-Runde auf dem Zahnfleisch gehen dürfte. Aber: „Frankreich hat nicht mehr Lilian Thuram, der uns 1998 im Halbfinale zwei Tore eingeschenkt hat – seine einzigen beiden Tore in 142 Länderspielen“, so Martinovic. Im Vergleich zu 1998 sei der Teamgeist bei den Kroaten diesmal größer. „Jeder kämpft für den anderen. Und mit einem frühen Tor können wir vielleicht auch Frankreich schlagen“.