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Zu wenig Augenärzte in Werne?

Monatelanges Warten auf einen Termin

Werne Augenarzt Dr. Linden geht Ende Juni in den Ruhestand. Findet sich kein Nachfolger für seine Praxis, wird es knapp in Werne. Paradox: Es herrscht eine Zulassungssperre für neue Praxen wegen angeblicher Überversorgung.

Monatelanges Warten auf einen Termin

Angeblich ist der Kreis Unna mit Augenärzten überversorgt. Dennoch müssen Patienten lange auf einen Termin warten. In Werne könnte sich die Lage ab Juli weiter verschärfen. Foto: picture alliance / dpa

Wer sich einen Termin beim Augenarzt holt, der muss bis zu drei Monate warten – Notfälle natürlich ausgenommen. Und die Situation wird sich wohl noch zuspitzen.

Kein Nachfolger in Sicht

Derzeit gibt es zwei Augenärzte in Werne: Dr. Thomas Linden und Dr. Luitger Hone. Aber nur noch bis Ende Juni. Dann geht Linden in den Ruhestand. Einen Nachfolger gibt es bislang nicht und es ist auch keiner in Sicht, obwohl mehrere Bewerber sich die Praxis angeschaut hatten.

„Bei Augenärzten gibt es eigentlich keine Nachwuchsprobleme“, so Jens Flintrop, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL).

42.000 Patienten

Für die Lippestadt wohl aber schon und damit könnte es ab Juli nur noch einen Augenarzt in Werne geben: Luitger Hone hat seine Praxis an der Steinstraße. „Wir haben aktuell schon circa 42.000 Patientendatensätze“, heißt es aus seiner Praxis.

Das bedeutet natürlich nicht, dass diese Patienten regelmäßig den Augenarzt besuchen oder nicht vielleicht noch bei einem weiteren Augenarzt Patient sind. Trotzdem ist es eine stolze Summe.

Bergkamen oder Lünen als Alternativen

Die Patienten von Linden werden sich also auch außerhalb der Stadtgrenzen auf die Suche begeben müssen nach einem neuen Augenarzt. Fündig werden sie aber erst in Bergkamen oder Lünen.

Gibt es also zu wenige Augenärzte in der Region? Ganz im Gegenteil. Geht man rein nach den Zahlen, ist der Kreis sogar überversorgt.

20.000 Einwohner pro Facharzt

Vorgegeben vom Gemeinsamen Bundesausschuss sind 19.764 Einwohner pro Facharzt. Aktuell sind es im Kreis Unna aber nur knapp 16.000 Einwohner pro Augenarzt. Damit hat der Kreis eine Überversorgung von 124,8 Prozent mit insgesamt 25 Augenärzten.

Und nun zum eigentlichen Problem: Ab einer Überversorgung von 110 Prozent an Fachärzten werden Neuzulassungen gesperrt. Lediglich, wenn ein Augenarzt in den Ruhestand geht, darf ein Nachfolger seine Praxis übernehmen.

Keine Neueröffnung möglich

Das bedeutet für Werne: Findet sich ein Nachfolger für die Praxis von Linden bis zum 30. Juni, wird es einen zweiten Augenarzt in Werne geben. Findet sich keiner, darf aber auch kein neuer Augenarzt eine Praxis in Werne oder im Kreis Unna eröffnen.

Auch mit der Schließung von der Praxis von Linden läge die Versorgung an Augenärzten im Kreis noch bei 119 Prozent. Erst ab 20 Augenärzten im Kreis würde das Verhältnis unter 110 Prozent sinken.

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