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Grundschulen und Religions-Unterricht

Nach der Wienbrede-Schließung gibt‘s in Werne nur noch katholische Grundschulen

Werne Wenn die Wienbrede-Schule Ende Juli dieses Jahres schließt, bleiben nur drei katholische Grundschulen übrig. Da stellt sich die Frage: Und was ist mit den evangelischen Schülern?

Nach der Wienbrede-Schließung gibt‘s in Werne nur noch katholische Grundschulen

Mit der Schließung der Wienbredeschule läuft die letzte konfessions-unabhängige Grundschule in Werne aus. Foto: Jörg Heckenkamp

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes zur Einstellungspraxis von kirchlichen Arbeitgebern könnte Auswirkungen auf Werne haben. Zum Beispiel bei den Grundschulen.

Nach der Schließung nur noch katholische Grundschulen

Denn mit der bevorstehenden Schließung der Wienbrede bleiben noch drei katholische Bekenntnis-Grundschulen übrig. Und für die gilt noch der Paragraf 26, Absatz 6 des Schulgesetzes, in dem es unter anderem heißt: „(...) An Bekenntnisschulen müssen 1. die Schulleiterin oder der Schulleiter und 2. die übrigen Lehrerinnen und Lehrer dem betreffenden Bekenntnis angehören.“

„Wie wir genau damit umgehen, was hieraus zu folgern ist, kann ich momentan noch gar nicht sagen“, antwortet Schuldezernent Alexander Ruhe auf eine entsprechende Anfrage.

Es gibt Ausnahmen von der Regel

Zwar gäbe es auch Ausnahmen von dieser Regel, sagt Ruhe, zum Beispiel bei den wenig attraktiven Konrektor-Posten, „aber dann muss das bischöfliche Generalvikariat zustimmen“. Etwa, wenn ein evangelischer Lehrer an einer katholischen Bekenntnisschule als einziger Kandidat den Konrektor-Posten übernehmen will.

Soweit die formaljuristische Seite. Doch in Werne werde dies schon seit Langem, etwa bei der Lehrer-Einstellung, pragmatisch gehandhabt, sagt Pfarrdechant Jürgen Schäfer auf Anfrage: „Für uns ist nicht das Bekenntnis entscheidend, sondern die Frage, ob die Person fachlich und menschlich geeignet ist. Darauf schauen wir.“

Es gibt bereits gemischte Kollegien

Eleonore Neumann, Leiterin der Uhlandschule, bestätigt diese fachliche Auswahl. „Selbstverständlich haben wir auch evangelische Kolleginnen in unseren Reihen.“ Darunter eine Lehrerin, die evangelischen Religionsunterricht geben könnte, „und im Sommer bekommen wir wahrscheinlich eine zweite.“

Ähnlich sieht es an der Wiehagenschule aus. Die Einrichtung, die gerade an der Stockumer Straße ein neues Schulgebäude bekommt, hat sich laut Aussage von Leiterin Klaudia Funk-Bögershausen für das KoKoRu-Projekt beworben. „Das bedeutet ‚Konfessionelle Kooperation im Religionsunterricht‘“, sagt die Leiterin.

Neu: Eine Art Gemeinschafts-Religionsunterricht

Also eine Art Gemeinschafts-Religionsunterricht für evangelische und katholische Kinder. „Das stieß bei allen Beteiligten, auch bei den beiden Kirchen, auf Zustimmung“, so Funk-Bögershausen. Momentan wartet sie auf die Genehmigung durch die Schulaufsichtsbehörde.

Ein weiterer Aspekt der Bekenntnis-Schulen in Werne ist ebenfalls auf der pragmatischen Ebene gelöst.

Die letzte Gemeinschafts-Grundschule verschwindet

Der Hintergrund: Mit dem Auslaufen der Wienbredeschule verschwindet die einzige sogenannte städtische Gemeinschaftsschule, also nicht konfessionsgebundene Grundschule aus Werne mit einem entsprechenden Angebot an unterschiedlichem Religionsunterricht.

Es bleiben ab dem kommenden Schuljahr drei katholische Bekenntnis-Schule übrig (Kardinal-von-Galen, Wiehagen, Uhland). Doch um den evangelisch-gläubigen Schülern ein entsprechendes Angebot machen zu können, ist es mittlerweile an allen drei Schulen möglich, auch evangelischen Religionsunterricht zu besuchen.

Evangelischer Pfarrer sagt: „Optimale Lösung“

Für uns ist diese Lösung eigentlich optimal“, sagt der evangelische Pfarrer Alexander Meese. An allen drei katholischen Grundschulen sei eigener Religionsunterricht für evangelische Schüler möglich. Meese:

„Das war uns nach der Ankündigung, dass die Wienbredeschule auslaufen soll, wichtig.“ Von den 30.000 Wernern sind rund 6500 evangelischen Glaubens. Er glaube, dass dieses Vorgehen zu einer Veränderung in Sachen Bekenntnis an den Werner Grundschulen geführt habe. Meese: „Im Grunde ist es ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Ökumene.“

Dem kam sein katholsicher Amtsbruder Pfarrdechant Jürgen Schäfer, nur zustimmen: „Bei uns an den Schulen feiern wir zum Beispiel die Gottesdienste ökumenisch.“

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