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Thermo Sensor nach Werne umgezogen

Thermo Sensor hat sich große Ziele für die Zukunft gesetzt

Werne 2014 fiel die Entscheidung, den Firmensitz von Bönen nach Werne zu verlegen. Der Umzug von Thermo Sensor liegt erst wenige Wochen zurück. Und schon denkt Firmenchef Waldemar Dobslaff an Expansion.

Thermo Sensor hat sich große Ziele für die Zukunft gesetzt

Elena Sattelmeier schaut im Lager von Thermo Sensor nach Teilen. Foto: Jörg Heckenkamp

Waldemar Dobslaff kommt die breite, lichte Treppe hinunter. Der Eingangsbereich des neuen Firmensitzes von Thermo Sensor ist hell und großzügig. Es dominieren die Farben Weiß und Grau. Gebrochen durch Einsprengsel von Lila. Genauer gesagt Magenta.

Magenta ist die Hausfarbe von Thermo Sensor. Und auch Waldemar Dobslaff trägt eine Krawatte in Magenta.

Angefangen hat Dobslaff nach der Volksschule („So hieß das damals noch“) mit einer Ausbildung als Elektro-Installateur in seiner Geburtsstadt Bönen. Später macht er den den Meister. Nach der Bundeswehr-Zeit hat er das Thermo-Geschäft in Köln gelernt.

Umzug von Thermo Sensor

Peter Nemitz räumt gerade diesen Arbeitsplatz auf.
Marina Flaming bereitet Leitungen vor.
Der Neubau mit rund 9000 Quadrameter Nutzfläche hat außen große Glasfenster.
Restarbeiten am Parkplatz hinter dem Gebäude. Im Hintergrund ist die Lärmschutzwand des neuen Amazon-Logistikzentrums zu sehen.
Kilometerweise Kabel in allen Ausführungen.
Elena Sattelmeier schaut im Lager nach Teilen.
Zwei Drittel der knapp 200 Beschäftigten bei Thermo-Sensor sind Frauen. "Wegen der Feinmotorik", sagt Inhaber Waldemar Dobslaff.
Marina Flaming bereitet Leitungen vor.
Sergej Kudryavskiy bei der Arbeit.
Blick in das lichte Treppenhaus des Neubaus im Gewerbegebiet Wahrbrink-West.
Andrea Müller arbeitet über einem Heißluft-Gebläse.
Einige der Produkte von Thermo-Sensor sind im Eingangsbereich präsentiert.
Im Eingangsbereich, wie auch sonst überall, findet sich immer wieder die Firmen-Farbe Magenta.
Gläserne Fabrik: Der Neubau mit rund 9000 Quadrameter Nutzfläche hat außen große Glasfenster.
Gläserne Fabrik: Der Neubau mit rund 9000 Quadrameter Nutzfläche hat außen große Glasfenster.
Einige der Produkte von Thermo-Sensor sind im Eingangsbereich präsentiert.
Einige der Produkte von Thermo-Sensor sind im Eingangsbereich präsentiert.
Kantine wäre untertrieben. Das Unternehmen spricht daher auch vom eigenen "Restaurant".
Blick in die Produktionshalle, in der noch ausreichend Platz für die bevorstehende Expansion ist.
Dagmar Neumann, früher Nautilus in der Marina Rünthe,  betreibt mit Mann, Tochter und dem Bruder das firmeneigene Restaurant.
Blick in die computergestützte CNC-Dreherei.
"Wir hatten die Farbe Magenta vor der Telekom", sagt Firmenchef Waldemar Dobslaff (63).

Nach zwölf Jahren Angestellten-Dasein macht sich Dobslaff 1994 in Troisdorf selbstständig. Mit drei Leuten, ihn eingeschlossen. „Ich machte den Verkauf, einer das Büro, der Dritte die Produktion.“ Der Grundstein für ein erfolgreiches Geschäft war gelegt.

Waldemar Dobslaff führt nicht ohne Stolz durch den Neubau. Vorher listet er Details auf: Grundstück von 43.000 Quadratmetern, bebaute Grundfläche 7000 Quadratmeter, Ausbaureserven für die Zukunft („Wir wollen und werden expandieren.“)

Mehr als eine Kantine: ein Restaurant

Bei Finanzdaten hält er sich vornehm zurück. Der Bau habe einen zweistelligen Millionenbetrag gekostet. Zuerst zeigt er die Kantine. „Nein, wir sagen Restaurant, das ist nämlich deutlich mehr als eine Kantine.“ Die früheren Betreiber des Restaurants Nautilus in der Marina Rünthe, die Familie Neumann, kümmern sich um das leibliche Wohl der knapp 200 Beschäftigten.

  • Bauteile von Thermo Sensor fänden sich fast überall. „Es gibt kaum Betriebe, in denen nicht die Temperatur gemessen wird“, sagt Waldemar Dobslaff. Zum Beispiel in der Stahlproduktion oder auch der Lebensmittelbranche.
  • So stellt das Unternehmen beispielsweise Sensoren für Dampfgar-Geräte her.
  • Derzeit produziert die Werner Firma gut zwei Millionen Thermo-Fühler pro Jahr und benötigt dafür fünf Millionen Drehteile.
  • 2014 fiel die Entscheidung für den Umzug von Bönen nach Werne.
  • 2016 war Baubeginn. Umzug von Bönen Ende vergangenen Jahres, die Arbeitsplätze der Filiale bei Leipzig kamen im Januar und Februar hinzu.

Den Schritt in die Selbstständigkeit vor nunmehr 24 Jahren hat er nie bereut. Das Geschäft mit Thermo-Elementen, Widerstandsfühlern, Steckverbindern und so weiter blüht. Wegen der größeren Zahl qualifizierter Arbeitskräfte verlegte Dobslaff 1998 die Firma aus dem Rheinischen ins heimatliche Bönen.

Thermo Sensor hat sich große Ziele für die Zukunft gesetzt

Zweidrittel der knapp 200 Beschäftigten sind weiblich. Frauen erfüllten eher die Anforderungen an die Feinmotorik beim Bau der filigranen Fühler und Sensoren. Foto: Jörg Heckenkamp

„Die Wirtschaftsförderung des Kreises Unna hat damals gut geholfen“, erinnert sich der 63-Jährige. Mit 13 Leuten startete Thermo Sensor im Gewerbegebiet Bönen. Allerdings ließ der Chef Vorsicht walten. „Das waren schon Investitionssummen, da wollte ich vorsichtig sein.“ Er hielt den Daumen auf den Kosten. Ließ die Halle hochziehen und erst ein paar Monate später den Bürotrakt.

Von der Kantine, pardon Restaurant, führt Waldemar Dobslaff den Besucher kurz durch den Bürotrakt und dann in die Produktion. Waren-Ein- und Ausgang, CNC-Dreherei, Kalibrier-Labor, Lager, Fertigung. Zu allen Bereichen kann Dobslaff detaillierte Informationen geben. Manchmal wirkt es, als würde er weißes Hemd und magenta-farbene Krawatte am liebsten gegen einen Blaumann tauschen.

Der Thermo Sensor Chef duzt alle Mitarbeiter

Thermo Sensor ist seine Firma. Ist sein Zuhause. Er duzt jeden, mit dem er spricht. Ob er alle duzt? „Ja“, sagt er, und schiebt hinterher: „Ich habe mal überlegt zu siezen. Aber Respekt kann man nicht durch das Sie erlangen. Entweder man hat es oder nicht.“ Offensichtlich hat er den Respekt seiner Belegschaft.

Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass sich Waldemar Dobslaff und seine Familie hundertprozentig für die Firma engagieren. Tochter Birthe (35) arbeitet bei Thermo Sensor (derzeit in Elternzeit) genauso wie Sohn Sebastian (35). „Alles hat sich dem Wohl der Firma unterzuordnen.“ Dieses Zitat sagt eigentlich alles über seine bedingungslose Einstellung zu seinem Werk.

„Wir wollen 2019 um 25 Prozent wachsen“

Die Führung geht zu Ende. In der großen Halle ist noch viel Platz. Manche Arbeitsbereiche sind noch nicht besetzt. „Wir werden im nächsten Jahr um 25 Prozent wachsen“, sagt Dobslaff. Dafür versuche er bereits ab Juli, Personal zu bekommen und anzulernen. Besonders gefragt: gute Feinmotorik. Daraus, erklärt er, resultiere der hohe Frauenanteil.

Auch in den nächsten Jahren dürfte es mit Thermo Sensor weiter aufwärts gehen. „Der Neubau sollte Wachstums-Kapazitäten für die nächsten fünf bis sechs Jahre haben“, sagt er. Danach könne man bei Bedarf über einen Anbau nachdenken. Platz genug sei auf dem Grundstück im Gewerbegebiet Wahrbrink-West vorhanden.

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