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Betrugsversuch im Namen der Sparkasse

Vermeintlicher Mitarbeiter fragt nach der Kreditkarte

Werne Am späten Nachmittag klingelt das Telefon. Der Anrufer stellt sich als Mitarbeiter der Sparkasse vor – und fragt nach der Kreditkartennummer. Der Anruf ist ein Fake, nur eine weitere Betrugsmasche unter vielen. Den Namen, den er nennt, gibt es in der Hauptstelle am Markt aber tatsächlich.

Vermeintlicher Mitarbeiter fragt nach der Kreditkarte

Mit einfachen Tricks versuchen Telefon-Betrüger abzuzocken. Beim geringsten Zweifel legt man besser gleich auf. Der
jüngste Fall in Werne zeigt: Die Betrüger werden immer dreister. Foto: picture alliance / Rolf Vennenbe

Es ist nicht neu. In diesem Fall aber besonders dreist. Am späten Dienstagnachmittag klingelt das Telefon eines älteren Werner Ehepaares. Ein Mann meldet sich, gibt sich als Mitarbeiter der Sparkasse aus. Nennt in diesem Zusammenhang den Namen eines weiteren Mitarbeiters der Sparkassenhauptstelle am Markt, den wir aus datenschutzrechtlichen Gründen an dieser Stelle nicht nennen. Fakt ist: Den Mitarbeiter gibt es wirklich.

Der 87-jährige Geschädigte wird hellhörig, hat er den Namen doch schon einmal gehört. Dann fragt der Mann am anderen Ende der Leitung nach seiner Kreditkartennummer. Die neue Karte läge vor, er bräuchte zur Absicherung nun die alte Nummer. Erst hellhörig, dann misstrauisch, legt der 87-Jährige auf. Da stimmt doch was nicht. Und tatsächlich: Ein Anruf bei der Sparkasse bestätigt an diesem Nachmittag, dass es keine neue Kreditkarte gibt. Und man auch nicht angerufen habe. Ende der Geschichte?

Nicht ganz: Denn an dieser Stelle, an der Außenstehende vielleicht abwinken würden („Ist ja nichts passiert“), kommt bei dem betroffenen Werner Ehepaar ein Gefühl der Beklommenheit auf.

„Die versuchen, die Leute in Sicherheit zu wiegen“

Die Frau des Geschädigten ruft in der Redaktion an, klingt aufgeregt. „Die versuchen, die Leute in Sicherheit zu wiegen, indem sie einen Namen nennen, den es wirklich gibt“, sagt sie mit einem Räuspern in der Stimme. „Mein Mann hat noch richtig reagiert, aber was ist mit anderen älteren Leuten? Da muss man doch warnen!“ Die 65-Jährige nennt ihren Namen und auch den ihres Mannes, wiegelt dann aber ab. „Den will ich auf keinen Fall irgendwo lesen. Das kann ich meinem Mann nicht antun.“ Wer wisse schon, was noch passieren könne.

Solche Anrufe – Betrugsversuche – kommen immer wieder vor. Die Betrüger rufen im Namen von Telekommunikationsunternehmen an, im Namen von Banken, wie in diesem Fall. Oder im Namen der Polizei: „Zum wiederholten Male sind ältere Leute von angeblichen Polizeibeamten angerufen worden. Im Display erschien teilweise die 110 oder die Amtsnummer der Polizei Unna“ – mit diesen Worten warnte die Polizei im Kreis Unna erst am Dienstag vor sogenannten falschen Beamten.

Die Anrufe erstreckten sich über den gesamten Kreis Unna, zum Glück sei aber noch niemand auf die Betrugsmasche hereingefallen. „Man sollte immer misstrauisch sein, wenn jemand am Telefon nach Geld, Pin- oder Kartennummern fragt“, sagt Polizeisprecherin Ute Hellmann. Die Nummer von der Polizei würde ohnehin nicht erscheinen. Eine 110 auf dem Display des Telefons – da sei irgendetwas faul.

Suche nach altdeutschen Namen im Telefonbuch

Vor wenigen Tagen rief Burghard Schmanck in der Redaktion an. Er hätte einen Anruf aus dem Ausland bekommen, erzählte der Werner. Gibt man die lange Nummer in die Suchmaschine ein, erscheint das Wort „Telefonterror“. „Der Anrufer kannte meinen Vor- und Nachnamen, sprach mich direkt an“, erzählte Schmanck. Er habe sich aber nicht täuschen lassen.

Wie kommen Betrüger an die Nummern ihrer meist älteren Opfer? Ganz einfach: Sie schauen ins Telefonbuch – auch online. „Die wählen dann oft altdeutsche Vornamen aus“, sagt Ute Hellmann von der Polizei. „Und suchen im Internet nach Mitarbeitern eines Geldinstitutes oder einer Polizeidienststelle.“ Dahinter stecke keine komplizierte Masche. Ein Sprecher der Sparkasse an der Lippe sagt: „Unsere Mitarbeiter tragen Namensschilder, da ist es natürlich einfach, an die Namen zu kommen.“

Keine komplizierte Masche und nur ein simpler Anruf. Burghard Schmanck nahm es gelassen. Das Werner Ehepaar nicht.

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