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„So ein Schüler ist wie ein Sechser im Lotto“

Mathe-Ass Dustin Hegner steht im Pangea-Finale

Dustin Hegner kann Mathe. Das lässt sich salopp so formulieren. Am 16. Juni steht er in Köln im Finale des bundesweiten Pangea-Mathematik-Wettbewerbs. Der 15-Jährige hat eine Inselbegabung – und ein berufliches Ziel: die Erforschung der Künstlichen Intelligenz.

Werne

von Vanessa Trinkwald

, 05.06.2018
„So ein Schüler ist wie ein Sechser im Lotto“

Dustin Hegner steht im Finale des Pangea-Mathematik-Wettbewerbs. © Vanessa Trinkwald

Am 5. Juli 2012 berichtete unsere Redaktion zum ersten Mal über Dustin Hegner. Der heute 15-Jährige ging damals noch zur Grundschule, belegte bei einem Mathematik-Wettbewerb den dritten Platz auf Landesebene. „Das hat es an unserer Schule noch nie gegeben“, sagte damals Beate Klink-Schmidt, Schulleiterin der Kardinal-von-Galen-Schule in Stockum.

Sechs Jahre später sitzt der Stockumer in der Bücherei der Sekundarschule. Er kennt die Termine mit der Presse schon. Nach der Grundschule kamen etliche Teilnahmen am Känguru-Mathematik-Wettbewerb. Und heute – steht Dustin (das zweite Jahr infolge) im Finale des bundesweiten Pangea-Wettbewerbs. 2017 belegte er Platz 9 in NRW, Platz 52 in Deutschland. Ob er dieses Ergebnis noch toppen kann, wird sich zeigen. Das Finale findet am 16. Juni – seinem Geburtstag – in der Uni in Köln statt.

Der normale Mathe-Unterricht fordert ihn kaum

Die Frage liegt auf der Hand: Was ist das Spannende an der Mathematik? „Mathe hat was mit Logik zu tun“, sagt Dustin. „Und das fällt ihm einfach tierisch leicht“, ergänzt Mathe-Lehrer Marcel Untiet. Er spricht von einer Inselbegabung, die bei dem 15-Jährigen schon früh entdeckt und gefördert wurde.

Der normale Mathe-Unterricht beansprucht ihn kaum: „Deswegen bekommt Dustin ergänzend zu den Unterrichtsreihen Knobelaufgaben und solche, die seinen Horizont erweitern – das geht in Richtung Oberstufe, aber auch Hochschule“, sagt Untiet. Alles andere wäre zu einfach. „Dass ich ihm – und nur ihm – diese Aufgaben gebe, weiß aber auch die Klasse“, sagt der Mathe-Lehrer. „Und das wird akzeptiert.“

Ergänzende Aufgaben im Unterricht und die beim Pangea-Wettbewerb fordern Dustin. Obgleich er in der Zwischenrunde des Mathe-Wettbewerbs satte 50 von 50 Punkten erzielte. „Er geht am 16. Juni schon als Favorit ins Rennen“, sagt Marcel Untiet. Der 29-jährige Mathe-Lehrer ist stolz auf seinen Schützling. „In den Jahren meiner noch jungen Laufbahn so einen Schüler zu treffen – das ist wie ein Sechser im Lotto“, sagt er und lacht. „Und ich gebe ihn auch nur ungern ab.“

Nach dem Informatik-Studium in die Forschung

Im Sommer wechselt Dustin auf das Anne-Frank-Gymnasium. Hier will er sein Abitur machen. Leistungskurse: Mathe – und? „Chemie oder Physik. Das steht noch nicht fest.“ Deutsch oder Englisch kommen erst gar nicht infrage. „Das liegt mir nicht so“, sagt der 15-Jährige. „Nur Latein geht gut. Weil es auf Logik basiert.“

Nach dem Abitur soll's dann auf die Uni gehen. Aber nicht fürs Mathe-, sondern fürs Informatikstudium. „Programmieren macht mir mehr Spaß, das fordert mich mehr“, sagt Dustin, der im vergangenen Jahr ein Praktikum bei einem Spieleentwickler in Hamm absolvierte. Diese Richtung will er aber nicht einschlagen. „Mich interessiert die Erforschung der Künstlichen Intelligenz“, sagt Dustin, der zweimal in der Woche zum Korfball-Training geht. Ein bisschen Druck ablassen und einen kühlen Kopf bewahren zwischen all den komplizierten Formeln.

  • „Als sich vor rund 250 Millionen Jahren die Dinosaurier entwickelten, war die Landmasse der Erde in einem einzigen Superkontinent namens Pangaea (Pangea) vereinigt, der später in die fünf bekannten Kontinente zerfiel. Mit zunehmender Globalisierung erlangt der internationale Austausch von Bildung und Wissen eine immer größere Bedeutung.“ So steht es auf der Homepage des Pangea-Mathematik-Wettbewerbs.
  • Unter dem Motto „Mathematik verbindet“ soll der Wettbewerb Schüler aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und Teilen Deutschlands zusammenbringen.
  • Mehrere komplizierte Aufgaben müssen die Teilnehmer innerhalb von 60 Minuten lösen – ohne Taschenrechner und Formelsammlung.
  • Die Zwischenrunde absolvierte Dustin Hegner aus Stockum bereits als einer der zehn besten Schüler in seinem Jahrgang unter allen 45.544 teilnehmenden Schülern aus NRW.