Ist die Notarzt-Versorgung in Ahaus gefährdet? Sorge nach Schließung des Standorts Vreden

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Hat die Aufgabe des Notarzt-Standorts Vreden Auswirkungen auf Ahaus? Kann es sein, dass der Notarzt künftig zu spät zu Notfällen kommt? Die Ahauser SPD warnt - und kritisiert die Verwaltung.

Ahaus

, 06.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Debatte um die Notarzt-Versorgung hält Vreden weiterhin in Atem. Längst ist das Thema aber auch in den anderen Kommunen angekommen. In Stadtlohn stellte kürzlich die SPD-Fraktion die Frage, welche Auswirkungen die geplante Aufgabe des Standortes Vreden hätte. Nun zieht die Ahauser SPD nach.

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In einem Antrag, der der Redaktion vorliegt, fordert die Fraktion die Stadtverwaltung auf, „in Abstimmung mit den Städten Vreden und Stadtlohn, insbesondere aber mit der Kreisverwaltung, alles Erforderliche zu unternehmen, um weiterhin die Notarzt-Versorgung für die Städte Ahaus, Vreden und Stadlohn sicherzustellen.“

Sind Notärzte in Ahaus noch ausreichend verfügbar?

In der Begründung zum Antrag heißt es, dass die Kündigung des „Gestellungsvertrages“ durch das Klinikum Westmünsterland mit dem Kreis Borken zum 31. Dezember 2019 „hohe Wellen geschlagen habe“.

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Deshalb frage sich die SPD-Fraktion, ob diese Entscheidung auch Auswirkungen auf die Verfügbarkeit der Notärzte in Ahaus habe. „Es ist in vielen Situationen entscheidend, wie zeitnah ein Notarzt vor Ort ist“, heißt es dort weiter.

Die SPD wirft in ihrem Antrag mehrere Fragen auf. Tenor: Kann weiterhin sichergestellt werden, dass ein Notarzt bei Bedarf pünktlich an einem Ahauser Unfallort erscheint, obwohl er Schöppingen und in Zukunft eventuell auch Vreden mitbetreuen muss?

SPD: „Rettungssanitäter können keinen Arzt vor Ort ersetzen.“

Dass Sanitäter einen adäquaten Ersatz darstellen könnten, glaubt die Fraktion offenbar nicht: „In vielen Fällen ist es nicht ausschlaggebend, wann die Rettungssanitäter vor Ort sind, sondern wann der Notarzt eintrifft. Denn Rettungssanitäter können keinen Arzt vor Ort ersetzen und bestimmte Entscheidungen nicht treffen.“

Die deutlich besser, weil zwei Jahre und neun Monate länger ausgebildeten Notfallsanitäter finden im Antrag hingegen keine Erwähnung.

Mit Blick auf den Ärztemangel – insbesondere im ländlichen Bereich – wirft die SPD die Frage auf, wie es um die weitere Entwicklung beim Thema „Notärzte“ in der Region mittel- und langfristig gestellt sei. „Ist diese Überlegung eingeflossen?“

SPD kritisiert die Verwaltung

Kritik übt die SPD auch an der Verwaltung: „Wir wurden seitens der Verwaltung über die Kündung und Übernahme der Notarzt-Regelung durch Ahaus und Stadtlohn nicht informiert. Hierzu fehlen und jegliche Informationen, die uns jedoch für die Sicherheit und Notfall-Versorung der Ahauser Bürger und Bürgerinnen vorliegen sollten.“

Außerdem fordert die Fraktion, dass der Ahauser Rat über die genauen Zahlen der Notarzt-Anforderungen für den Bereich Stadtlohn/Vreden/Ahaus informiert wird. Nun liegt es an der Verwaltung, ob das Thema bei der nächsten Ratssitzung am Donnerstag, 14. November, auf die Tagesordnung gesetzt wird.

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