25-Jähriger griff bei Streit in Asylbewerberunterkunft zum Messer

hzGerichtsprozess

Weil er in einer Übergangseinrichtung für Asylbewerber und Obdachlose und in einem Supermarkt Menschen bedroht und geschlagen haben soll, steht ein 25-Jähriger vor in Münster vor Gericht.

von Klaus Möllers

Ahaus

, 13.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Gegen einen 25-jährigen Asylbewerber aus Syrien, der sich vorläufig in der Forensischen Klinik für psychisch kranke Straftäter in Lippstadt-Eickelborn aufhält, begann am Mittwoch das Strafverfahren am Landgericht Münster.

Der 25-Jährige wird verdächtigt, im Juli 2018 den Inhalt zweier Feuerlöscher in einem Container grundlos versprüht zu haben. Was dem ersten Anschein nach wie eine sinnlose Sachbeschädigung erscheint, soll Stunden später in eine ernste Bedrohung gemündet haben: Weil ihn ein Mitbewohner auf die „Sauerei“, wie der Vorsitzende Richter die Sprüh-Aktion am Mittwoch nannte, ansprach, habe der Syrer unvermittelt ein Messer gezogen und den Mitbewohner in Brusthöhe damit bedroht haben. So heißt es in der Anklage.

Zahlreiche Vorfälle

Im August wiederum soll der aus Damaskus stammende Mann in einem Container einen Besenstiel zerbrochen und mit der einen Hälfte einen anderen Mitbewohner verprügelt haben. Schläge gab es demnach einen Tag später auch für einen Mitbewohner in Form von fünf Faustschlägen ins Gesicht.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 25-Jährige ferner im Dezember in einer Unterkunft an der Heeker Straße einem Bewohner mehrmals ins Gesicht schlug. Im Januar dieses Jahres dann soll der Mann einen Mitarbeiter eines Supermarktes an der Bahnhofstraße „angeschrien, ihn am Hals gewürgt und durch das Gesicht gekratzt haben“, heißt es weiter.

Begleitet von einem Pflichtverteidiger und einem Dolmetscher gab der Angeklagte den Übergriff im Supermarkt zu. Allerdings habe ihn der Verkäufer vorher auf ein Hausverbot für ihn hingewiesen und ihn beim Rausgehen hinterhergerufen, er sei ein „Alkoholiker“, ließ der Syrer übersetzen.

Alkohol und Drogen

An dem Tag habe er schon einmal Alkohol dort gekauft, ab 11 Uhr „vier bis fünf Flaschen Bier getrunken und Marihuana geraucht“, übersetzte der Dolmetscher aus dem Arabischen. „Ich habe jeden Tag Marihuana geraucht“, sagte der Angeklagte in seiner Heimatsprache. Warum ein Hausverbot gegen ihn bestand, wisse er nicht.

Wer in anderen Fällen mit der Gewalt anfing, war nach Zeugenaussagen nicht klar. Bewohner der Anlage für Asylbewerber und Obdachlose schilderten die Umstände unterschiedlich. „Die Unterkunft war nicht einfach. Da war jeden Tag etwas“, sagte der Hausmeister der Anlage. Es habe längst nicht mit jedem Bewohner Ärger gegeben. Mit dem Angeklagten jedoch häufiger. „Er hat die Kollegen angeschnauzt und angeschrien, Zimmertüren eingetreten und Scheiben eingeschlagen. Es gab Polizeieinsätze.“

Die Verhandlung wird am 18. Juni fortgesetzt.

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