Der 70. Brunnen entsteht in der Ottensteiner Partnergemeinde Bulenga-Chaggu

In Bulenga-Chaggu hat der Ghanakreis aus Ottenstein schon zahlreiche Brunnen gebaut.
In Bulenga-Chaggu hat der Ghanakreis aus Ottenstein schon zahlreiche Brunnen gebaut. © privat
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Es ist eine Zahl, die die Aktivisten vom Ghanakreis St. Georg stolz macht: Der 70. Brunnen für sauberes Trinkwasser entsteht in Kürze in der Ottensteiner Partnerpfarrei St. Augustine im ghanaischen Bulenga-Chaggu.

„Wir haben vorige Woche Bescheid bekommen“, sagt Marianne Jessing. Der Umsetzung des Projekts steht nun nichts mehr im Wege.

Insgesamt sind es 13 Brunnen, die der Ghanakreis mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) diesmal finanziert. Von den 43.792,25 Euro, die für das Vorhaben veranschlagt sind, finanziert der Ghanakreis 10.948,10 Euro aus Spendengeldern. Den Rest der Summe übernimmt das BMZ.

Father John Kpan, der Gemeindegeistliche in St. Augustine, kümmert sich vor Ort darum, dass die Brunnenbohrungen in Dörfern wie Zingeeyiri, Belho oder Kuuri umgesetzt werden. Die Pfarrei übernimmt auch ein Auswahlverfahren, bei dem drei Bohrfirmen ihre Kostenvoranschläge vorlegen müssen.

5000 Euro für sauberes Wasser

Ungefähr 5000 Euro kostet so ein Brunnen nach indischem Vorbild. Darin inbegriffen ist auch der Fall, dass eine Trockenbohrung bezahlt werden muss. Die Bohrer müssen sich immerhin 50 bis 60 Meter tief durch Granit fressen. Falls danach kein Wasser sprudelt, werden umgerechnet etwa 600 Euro fällig.

Und: „Es werden immer zwei bis drei Leute geschult, die sich um den Brunnen kümmern und kleinere Reparaturen selber ausführen können“, erklärt Marianne Jessing. Auch das kostet Geld, ist aber eine sinnvolle Investition.

Ohne die zahlreichen Spender aus Ottenstein und Umgebung, die immer wieder ihren Beitrag leisten, wäre die Hilfe für Ghana nicht möglich, wissen die Mitglieder des Ghanakreises. „Das ist wirklich toll, was die Leute machen und wir freuen uns sehr darüber“, sagt sie dankbar.

Vorsprechen für Brunnen

„Die Orte müssen sich erst melden, dass sie einen Brunnen wollen“, ergänzt die Ottensteinerin. Erst vor Kurzem hatte Father John noch Besuch von zwei Abordnungen, die für einen Brunnen vorgesprochen haben.

In dem etwa 3760 Quadratkilometer großen Gebiet leben rund 50.000 Menschen, ganz ohne Infrastruktur oder eine Chance auf sauberes Wasser. Aus eigenen Mitteln einen Brunnen zu finanzieren, ist für die Ghanaer nicht möglich, da das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Farmers bei rund 200 Euro liegt.

Das saubere Wasser, das in immer mehr Dörfern nun verfügbar ist, macht sich tausendfach bezahlt. Dadurch, dass die Einwohner nun nicht mehr aus schmutzigen Tümpeln ihr Wasser schöpfen müssen, sind Krankheiten wie Belharziose und der Befall mit dem Guineawurm radikal zurückgegangen.

Schon jetzt haben die Aktivisten ein neues Ziel: Der Kindergarten in Tiisah ist bei einer Flutkatastrophe 2021 zerstört worden. Hier will der Ghanakreis Hilfe leisten.

„Wir haben seit einer Woche Bescheid, dass der Antrag für den neuen Kindergarten in Bearbeitung ist“, sagt Marianne Jessing. 2023 sollen die Bauarbeiten beginnen.

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