Ahaus beteiligt sich am kreisweiten Familienpass: „Ein starkes Signal“

hzProjekt der Kommunen

Die Einführung eines kreisweiten Familienpasses ist seit langer Zeit geplant. Nun könnte er schon bald umgesetzt werden. Auch in Ahaus profitieren dann auswärtige Familien von Ermäßigungen.

Ahaus

, 04.11.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bereits seit über zwei Jahren verfolgt eine Projektgruppe der Arbeitsgemeinschaft der Bürgermeister und Beigeordneten im Kreis Borken ein Ziel, das in Nordrhein-Westfalen bisher kaum umgesetzt wurde: Es soll in Zukunft einen kreisweiten Familienpass für alle Städte und Gemeinden des Kreises Borken geben. Die Familien sollen dann in allen teilnehmenden Kommunen von Vergünstigungen – zum Beispiel beim Schwimmbad- oder Theaterbesuch – profitieren können.

Neu soll beim kreisweiten Familienpass auch sein, dass die Rahmenbedingungen für die jeweiligen Inhaber künftig einheitlich geregelt werden. Familien und Alleinerziehende mit einem Kind würden dann in allen teilnehmenden Kommunen in den Genuss der Vergünstigungen kommen.

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Auch im Ahauser Rat wurde über das Projekt diskutiert. Werner Leuker, Beigeordneter der Stadt, nannte den bisher in Ahaus gültigen Familienpass, der seit seiner letzten Änderung 2015 ab dem ersten Kind zu Vergünstigungen führt, ein „familienpolitisch sehr erfolgreiches Instrument“, das von Jahr zu Jahr mehr genutzt werde. Es könne noch stärker werden, „wenn alle Kommunen zusammenarbeiten“. In der Arbeitsgruppe habe man daher von Anfang an seine positive Einstellung zu dem Projekt signalisiert.

Teilweise zähe Verhandlungen

Allerdings erklärte Werner Leuker auch: „Wir haben ehrlich und offen gesagt: Wenn wir mitmachen, dann gibt es eine Bedingung. Unser Ahauser Familienpass darf durch die Entscheidung nicht runterreguliert werden.“ Unter anderem dieser Punkt habe dazu geführt, dass die Verhandlungen teilweise sehr zäh verlaufen sind.

Den Ratsmitgliedern erklärte der Beigeordnete die potenziellen Vor- und Nachteile des kreiseinheitlichen Familienpasses: „Mit einer großen Wahrscheinlichkeit würde er für die Stadt zusätzliche Kosten nach sich ziehen.“ Nach ersten Schätzungen könnten diese sich auf 50.000 bis 60.000 Euro pro Jahr belaufen. „Das entspräche Mehrkosten von circa 36 Prozent.“

Ahaus könnte auch durch Sekundäreffekte profitieren

Allerdings erhofft sich die Verwaltung Rückflüsse durch sogenannte Sekundäreffekte: „Durch mehr Besucher wird zum Beispiel im Schwimmbad die Auslastung erhöht. Das führt automatisch zu einer höheren Wirtschaftlichkeit.“ Außerdem liege es nahe, dass auswärtige Nutzer des Familienpasses die Gelegenheit nutzen, die Ahauser Innenstadt zu besuchen. „Davon profitieren dann auch der Handel und die Gastronomie“, so Leuker. Andersherum sei es für die Ahauser Familien natürlich auch attraktiv, in den benachbarten Kommunen Vergünstigungen zu erhalten.

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Abschließend resümierte er: „Der kreiseinheitliche Familienpass wäre ein starkes Signal. Ich würde vorschlagen, dass wir zu unseren Bedingungen teilnehmen.“ Thomas Vortkamp signalisierte für die CDU-Fraktion sofort Zustimmung: „Es ist nicht nur das Einkaufen. Wir rücken als Kreis auch enger zusammen.“

Politik steht Projekt positiv gegenüber

Hubert Kersting (UWG) wollte wissen, ob es Auswirkungen auf den bisherigen Ahaus-Familienpass habe. Das verneinte Werner Leuker: „Wir verändern nichts, außer dass wir einige Angebote auch für anderen Kommunen öffnen.“ Klaus Lambers von der SPD sagte: „Ich halte das für eine gute Sache.“ Einstimmig beschloss der Rat, die Einführung des kreiseinheitlichen Familienpasses zu unterstützen.

14 von 17 der Städte und Gemeinden des Kreises entschieden genauso. Damit ist die sich selbst auferlegte Marke von einer Mindestbeteiligung von 75 Prozent mehr als erfüllt. Unklar bleibt allerdings, wann genau der Familienpass eingeführt werden wird. Auf Anfrage erklärte die Stadt Ahaus, dass frühestens der 1. Januar 2021 anvisiert werde.

Viele Ermäßigungen

  • Inhaber des kreiseinheitlichen Familienpasses erhalten in Ahaus künftig viele Ermäßigungen
  • 25 Prozent auf Eintrittskarten der Veranstaltungen der Theaterringe der Stadt Ahaus
  • 25 Prozent auf alle Eintrittsgelder und Kursgebühren im Aquahaus und im Freibad Alstätte
  • 10 auf die Kursgebühren der Musikschule der Stadt Ahaus
  • 25 Prozent Ermäßigung auf die Benutzungsentgelte der Stadtbibliothek
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