Ahaus ohne Bundesstraßen

Ahaus/Kreis Noch kreuzen sich mitten in Ahaus die B 70 und die B 474. Doch schon zum 1. Januar 2010 könnte Ahaus "bundesstraßenfrei" sein - bis auf Alstätte. Denn während die beiden Bundesstraßen herabgestuft werden sollen, wird die Baumwollstraße wohl eine neue Karriere als Bundesstraße 70 machen.

01.07.2009, 17:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ahaus ohne Bundesstraßen

<p>Die B 70 in Ahaus wird herabgestuft. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten der Verkehrslenkung. Grothues</p>

Hintergrund für die Pläne ist der Wille der Verkehrsministerien in Bund und Land, einen Teil der Bundesstraßen auf die Länder und Kommunen zu übertragen. Bundesstraßen, so die Argumentation, sollen leistungsfähige Verkehrswege für den Fernverkehr bereit stellen. Diese Aufgabe hätten in den vergangenen Jahrzehnten vielerorts neue Autobahnen übernommen. Darum sollen nun vor allem Bundesstraßen, die wie die B 70 parallel zu einer Autobahn verlaufen (A31) herabgestuft werden.

Stadt spät informiert

Am Dienstagabend hat der Ausschuss für Stadtentwicklung Planen und Verkehr der Stadt Ahaus die Planungen zur Kenntnis genommen und die Verwaltung beauftragt, Detailfragen der Verkehrslenkung und der Straßenunterhaltungspflicht mit dem Landesbetrieb StraßenNRW zu klären. Bürgermeister Felix Büter zeigte sich enttäuscht darüber, dass mit der Stadt bisher nicht gesprochen worden sei. "Wir haben vor wenigen Wochen lediglich auf schriftlichen Wege eine Information bekommen." Noch sind die Pläne nicht rechtskräftig, betonte der Technische Beigeordnete Michael Tacke. Die Verfügung trete erst in den Sommerferien in Kraft. Dann wäre theoretisch noch eine Klage möglich.

Doch soweit will es die Stadt gar nicht kommen lassen. Im Ausschuss wurden auch die Chancen gesehen: Wenn die B 70 in Ahaus Gemeindestraße wird, hat die Stadt mehr Möglichkeiten, selbstständig den Verkehr zu lenken. Hubert Kersting (UWG) und Rudolf Enning-Harmann (CDU) regten an, über ein Durchfahrverbot für LKW nachzudenken werden. Der Schwerlastverkehr könnte über den Ring geleitet werden. Auch neue Maßnahmen zur Schulwegsicherung seien denkbar.

Straßen erneuert

"Und was kostet die Stadt die Umwidmung?", wollte Hermann-Josef Haveloh (WGW) wissen. "Die betreffenden Teilstücke seien alle erneuert worden, erklärte Bürgermeister Büter. Langfristig kämen aber Unterhaltungskosten auf die Stadt zu, die noch nicht zu beziffern seien. Eine weitere Chance sah Thomas Terhaar (UWG) für die Baumwollstraße als neue Bundesstraße: "Vielleicht ist in Alstätte jetzt auch der Bau eines Radwegs möglich." Die Stadt will die Anregung mit in die Gespräche mit StraßenNRW nehmen. gro

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