Ahauser Azubi fährt mit Sprinter Außenspiegel ab und flüchtet aus Angst vor dem Chef

Amtsgericht Ahaus

Ein 19-jähriger Ahauser fuhr mit einem Dienstfahrzeug den Außenspiegel eines Autos ab. Weil seine Ausbildungsstelle sowieso schon auf dem Spiel stand, flüchtete er – aus Angst vor seinem Chef.

Ahaus

, 29.01.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ahauser Azubi fährt mit Sprinter Außenspiegel ab und flüchtet aus Angst vor dem Chef

Mit einem Mercedes Sprinter fuhr ein 19-jähriger Ahauser den Außenspiegel eines parkenden Pkw ab. (Symbolbild) © picture-alliance / gms

Wegen einer Unfallflucht musste sich ein 19-jähriger Ahauser am Montag vor dem Amtsgericht Ahaus verantworten. Im September des Vorjahres befuhr er mit einem Dienstfahrzeug der Marke „Mercedes Sprinter“ die Schulstraße. Dabei schätzte der Auszubildende eine Situation falsch ein und erwischte mit dem Sprinter den Außenspiegel eines parkenden Autos. Der gab sofort nach und brach ab.

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Der Ahauser bemerkte den Schaden, stieg aus und nahm den abgebrochenen Spiegel sogar in die Hand. Obwohl ihn mehrere Zeugen beobachteten, stieg er zurück in das Dienstfahrzeug und verließ den Unfallort. Der entstandene Schaden liegt bei 417 Euro. Vor Gericht versuchte der 19-Jährige nun, sein Verhalten zu erklären: „Natürlich war es dumm, aber meine Ausbildungsstelle stand damals sowieso schon auf der Kippe. Ich hatte Angst vor Stress mit meinem Chef.“

Richter: „Jetzt haben Sie Stress mit dem Staat.“

Der Richter konnte darüber nur den Kopf schütteln: „Ich kann Ihnen versprechen: Wir sind schlimmer. Jetzt haben Sie Stress mit dem Staat.“ Allerdings erkannte auch der Vorsitzende, dass der angerichtete Schaden nicht allzu hoch war: „Da haben Sie Glück gehabt. Dennoch appelliere ich dringend an Sie, beim nächsten Mal sofort die Polizei zu rufen. Ein Unfall kann jedem passieren.“

Weil der Ahauser bereits über 400 Euro für das Aufbauseminar zahlen und für ein halbes Jahr auf seinen Führerschein verzichten musste, fiel das Urteil glimpflich aus. Das Verfahren gegen den 19-Jährigen wird gegen eine Zahlung von 600 Euro eingestellt. „Es soll ja auch ein bisschen wehtun“, erklärte der Richter abschließend.

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