Bernhard Kaute-Isfort, Geschäftsführer bei Fahrrad Kestermann, wartete teilweise seit über einem Jahr auf Teile für Fahrräder. © Elena Homölle
Lange Wartezeiten

Ahauser Einzelhandel bekommt Lieferengpässe zu spüren

Von Lieferengpässen hört man gegenwärtig aus fast allen Branchen. Die Folge: Verbraucher müssen sich auf lange Wartezeiten einstellen. Auch der Ahauser Einzelhandel ist davon betroffen.

Während ein örtlicher Fahrradhändler seit über einem Jahr auf Teile für Zweiräder wartet, ist ein Ahauser Spielwarenhändler eher gelassen. Er kann sich über gefüllte Regale freuen. Allerdings: Der Einzelhandel insgesamt warnt vor Lieferengpässen bei Spielwaren in der nahenden Weihnachtszeit.

E-Bikes sind aktuell bei Kunden sehr beliebt und die Nachfrage bei Fahrradhändlern dementsprechend hoch. Zusätzlich trifft der gegenwärtige Rohstoffmangel den Fahrradhandel aktuell besonders. Somit kommen Hersteller mit der Produktion nicht mehr hinterher.

Fahrradhandel trifft es besonders hart

Die Auswirkungen bekommt auch der regionale Fahrradhändler zu spüren. „Besonders Ersatzteile fehlen“, klagt Bernhard Kaute-Isfort, Inhaber von Zweirad Kestermann. Kunden müssen derzeit sechs bis neun Monate auf ihr neues E-Bike warten.

Die Ware, die vom Händler bereits im Juli letzten Jahres bestellt wurde, fehlt zurzeit immer noch. „Eigentlich hätte die Ware bereits im März diesen Jahres eintreffen sollen“, so eine Verkäuferin von Zweirad Kestermann.

Spielwarenhändler Peter Thiemann blickt dem Verkauf in der Weihnachtszeit gelassen entgegen: Seine Regale sind gefüllt, von Lieferengpässen kann er bisher nicht berichten.
Spielwarenhändler Peter Thiemann blickt dem Verkauf in der Weihnachtszeit gelassen entgegen: Seine Regale sind gefüllt, von Lieferengpässen kann er bisher nicht berichten. © Elena Homölle © Elena Homölle

Was dem Fahrradhändler bleibt, ist die hohe Nachfrage der Kunden, denn auch online ist die Lage kaum eine andere, als beim stationären Händler. Kinderfahrräder hingegen sollen pünktlich zum Weihnachtsgeschäft ausreichend vorrätig sein.

„Es herrscht momentan eben viel Unsicherheit im Markt“

Auch das Ahauser Familienunternehmen Bettings Mühle bleibt von internationalen Lieferengpässen nicht unberührt. Gartenmöbel und Akkuschrauber unterliegen derzeit ebenfalls langen Wartezeiten. Bauteile für Maschinen und Elektrowerkzeuge sind derzeit knappe Güter. „Auf die verlängerten Lieferzeiten reagieren die Kunden aber mit viel Akzeptanz“, sagt Christoph Betting, „denn es handelt sich schließlich um ein generelles Problem, von dem viele Branchen betroffen sind“.

Als Auslöser für die Lieferengpässe nennt er unter anderem die fehlenden Container, denn die Corona-Krise hat zu einem Nachfrageboom in der internationalen Schifffahrt geführt. „Die Ware ist oft auf Lager, kann aber nicht los geschickt werden“, glaubt Christoph Betting. Allgemein „herrscht momentan eben viel Unsicherheit im Markt“. Wann wieder mit mehr Sicherheit gerechnet werden kann, bleibt abzuwarten.

Küchenhändler warten auf Elektroteile

Die Halbleiter-Krise ist nun auch in der Haushaltsbranche angekommen. Küchenhändler berichten, dass der Hersteller Miele, die Produktion von Kochfeldern auf Grund fehlender Elektroteile deutlich eingeschränkt hat.

Die weltweite Krise erleben auch die örtlichen Küchenhändler. Vor der globalen Verknappung sämtlicher Bauteile lag die Lieferzeit für Möbelteile bei zwei bis drei Wochen. Gegenwärtig warten regionale Küchenhändler zehn bis zwölf Wochen auf neue Ware. Kunden, die sich im Februar nächsten Jahres den Traum von einer neuen Küche erfüllen möchten, sollten heute bestellen.

Örtliche Küchenhändler kommen den Kunden entgegen, indem Kühlschränke und Ausstellungsstücke übergangsweise an Kunden verliehen werden, bis die bestellten Elektrogeräte eintreffen. Auch die Lager werden leer geräumt, um Ware an Kunden zu verleihen.

Dadurch fallen für Küchenhändler erhöhte Kosten an, denn verliehene Ware, kann später nur noch für wenig Geld wieder verkauft werden. Auch Fahrtkosten steigen, weil Möbelteile bereits ausgeliefert werden, Elektrogeräte aber noch auf sich warten lassen. Eine Verbesserung der gegenwärtigen Lage ist noch nicht in Sicht. „Damit müssen wir jetzt erstmal lernen um zu gehen“, so eine Küchenhändlerin aus Ahaus.

Thiemann‘s : Spielwaren kommen von deutschen Lieferanten

Inhaber Peter Thiemann kann sich nicht beklagen. Mit Lieferschwierigkeiten hat er als Spielwarenhändler nicht zu kämpfen.

Thiemann bestellt seine Spielwaren bei deutschen Lieferanten und ist somit von international stockenden Lieferketten nicht betroffen. „Das Problem ist eher der asiatische Markt“, so Peter Thiemann. Das Weihnachtsgeschäft sieht er nicht in Gefahr, denn die Ware wurde pünktlich bestellt und somit sind Regale und Lager prall gefüllt.

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