Unterricht für Abschlussschüler: Ahauser Schulen haben tausend Fragen

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In der kommenden Wochen sollen Abschlussschüler an den Schulen auf die Prüfungen vorbereitet werden. Die Ahauser Schulleiter haben noch viele offene Fragen.

Ahaus

, 17.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Abschlussschüler sollen ab nächster Woche wieder zur Schule gehen können, wenn sie wollen. Die NRW-Landesregierung hat beschlossen, dass die weiterführenden Schulen und Berufskollegs ab Donnerstag, 23. April, freiwillige, prüfungsvorbereitende Maßnahmen anbieten sollen. An den Ahauser Schulen gab es dazu am Donnerstag vor allem noch ganz viele Fragezeichen.

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„Was sind prüfungsvorbereitende Maßnahmen? Wie soll das aussehen?“, fragt sich zum Beispiel Niels Hakenes, Leiter der Bischöflichen Canisiusschule. Margot Brügger, Leiterin der Irena-Sendler-Gesamtschule, fügt weitere Fragen hinzu: „Über welchen Zeitrahmen reden wir? Welche und wie viele Lehrkräfte können wir einsetzen? Wie geht es zwischen den einzelnen Prüfungen weiter? Was ist mit Nachschreibeterminen? Und wie handhaben wir die Notenvergabe in den anderen Fächern?“

Ahauser Schulen hoffen auf konkrete Ansagen

Sie hätte gerne von den Schülern verbindliche Anmeldungen für das grundsätzlich freiwillige Angebot. „Damit wir planen können“, sagt sie. Schließlich sollen nicht mehr Lehrkräfte kommen müssen als notwendig. Dann würde die Schulleiterin gerne die Schüler fragen, welche Angebote in welchen Fächern sie sich wünschen. „Aber ob das so vorgesehen ist – keine Ahnung.“

Die Schulen hoffen deswegen in den kommenden Tagen auf klare Anweisungen vom Ministerium. Von Montag an werden die Schulen zunächst für Lehrer, Verwaltungsmitarbeiter und Schulträger wieder geöffnet. Sie sollen sich und die Schule vorbereiten und alle nötigen Maßnahmen ergreifen.

Hygiene- und Reinigungspläne liegen oft schon vor

Denn neben den ganzen fachlichen Fragen gibt es da ja auch noch die konkreten Probleme rund um das Thema Gesundheitsrisiko. „Wir haben in den letzten Wochen natürlich schon die Reinigungspläne überarbeitet und einen Hygieneplan erstellt. Aber wie das konkret im Unterricht ablaufen kann, ist noch offen“, erklärt Niels Hakenes.

Er glaubt übrigens nicht, dass viele seiner Schüler von dem Angebot Gebrauch machen werden. „Da ist kein großes Interesse da. Alle haben die formalen Voraussetzungen für das Abitur, alle Vorabiklausuren sind geschrieben. Da bereiten sich die Schüler genauso gerne zu Hause auf die Prüfungen vor.“

Margot Brügger findet die Regelung trotzdem gut: „Man gibt damit den Schülern, die zu Hause einfach nicht die Möglichkeit für eine richtige Prüfungsvorbereitung haben, eine faire Chance.“

Schulen müssen Vorbereitungen treffen

Genauso sieht es auch Klaus Thesing, Sprecher der Ahauser Stadtschulpflegschaft. „Ich halte das für eine sinnvolle Entscheidung und es ist aus meiner Sicht auch organisatorisch am besten umzusetzen. Den älteren Schülern kann man notwendige Hygienevorschriften ja gut erklären“, meint er.

Voraussetzung dafür sei natürlich, dass die Schulen auch gut vorbereitet sind und es zum Beispiel genügend Seifenspender, einen Hygieneplan und ausreichend Reinigungspersonal gebe. Er weist in diesem Zusammenhang auf die „bekannten Problematiken im Bereich der Schultoiletten“ hin.

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Ganz konkrete Vorschriften hat das Berufskolleg für Technik schon auf seiner Internetseite veröffentlicht. Auch dort wird es ein Angebot für Abschlussschüler geben. Das Berufskolleg empfiehlt den Schülern einen Mund-Nasen-Schutz.

Fahrgemeinschaften und Gruppenbildung jeder Art im und vor dem Gebäude sind streng verboten. Die Schüler sollen sich auf direktem Weg in die Klassenräume begeben und auch dort die Abstandsregeln einhalten.

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