Ahauser Spendenlager gründet Trägerverein

Neue Räume

Das Spendenlager in den Lagerräumen hinter der Stadtbücherei bekommt ein neues Dach über dem Kopf. Außerdem hat sich in der vergangenen Woche ein Trägerverein gegründet. Der Verein Drehscheibe-Spendenlager Ahaus will das bisherige Provisorium in eine endgültige Lösung überführen. Bestehende Institutionen sind davon nicht begeistert.

AHAUS

, 02.09.2016, 17:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor allem Helfer des Spendenlagers haben sich zusammengeschlossen. Rund 20 Mitglieder sind jetzt schon ehrenamtliche Mitarbeiter des Spendenlagers, schätzt Bernd Overkamp, frisch-gewählter Vorsitzender des neuen Vereins. Insgesamt kommt der Verein im Moment auf etwa 30 Mitglieder. Weitere Helfer würden sich für die Mitarbeit interessieren.

Problem für die bisher eher lose zusammengewürfelte Truppe: Den Lagerraum hinter der Stadtbücherei muss das Spendenlager spätestens Ende des Jahres verlassen, wenn die Bücherei ins Kulturquadrat umzieht. Eine neue Unterkunft konnten sie jedoch ohne die Vereinsgründung nicht anmieten. Dieses Problem ist jetzt gelöst. Neue Räume sind schon gefunden. "Die ehemalige Kindertagesstätte Rappelkiste an der Industriestraße", erklärt Overbeck.

Umzug bringt Vorteile

Dort gibt es mehr Licht, Fenster und mehrere kleine Räume - gleich drei Vorteile. Den Umzug plant er grob für Oktober oder November. Dann soll der Betrieb dort mehr oder weniger nahtlos fortgesetzt werden. Bis dahin gibt es noch einiges zu regeln. Auch mit einem möglichen übergeordneten Träger sollen bis dahin noch Gespräche geführt werden.

Auf lange Sicht will er das Angebot des Spendenlagers ausweiten. "Wir sind jetzt schon erste Anlaufstelle für viele Flüchtlinge", sagt er. Diese Unterstützung und die Zusammenarbeit mit Integrationslotsen soll ausgeweitet werden. Gleichzeitig will Bernd Overkamp das Lager aber nicht auf Flüchtlinge begrenzen: "Jeder kann und soll zu uns kommen", sagt er.

Kooperation unmöglich

Und was ist mit den bestehenden Einrichtungen Kleiderstube und Babykorb? In Richtung dieser ehrenamtlichen Angebote gibt sich Overkamp offen: "Wir sind zu einer Zusammenarbeit gerne bereit", sagt er. Das sei auch bisher immer so gewesen. Dennoch habe sich die Kooperation mit bestehenden Einrichtungen bisher als unmöglich erwiesen.

"Ehrenamtliche sind uns natürlich jederzeit willkommen", sagt hingegen Mathilde Fischer, Vorsitzende des Sozialdienstes Katholischer Frauen, der zum Beispiel für den Babykorb verantwortlich zeichnet. Für die Zusammenarbeit gibt es jedoch für sie auch klare Grenzen: "Wir verfügen über 35 Jahre Erfahrung und gewachsene Strukturen", sagt sie. Eine enge Zusammenarbeit sei da so nicht möglich. "Wir wollen ja unsere Selbstständigkeit behalten", sagt Mathilde Fischer. Die Ansichten seien da zu verschieden.

Zentrale Annahmestelle

Sie sieht das Engagement des Spendenlagers zumindest zwiespältig: Natürlich könne sich jeder mit einem eigenen Angebot aufstellen. Aber: "Das ehrenamtliche Engagement wäre an anderer Stelle sicherlich besser aufgehoben", sagt sie. Ahaus brauche eine zentrale Stelle für die Annahme und Ausgabe von Kleiderspenden.

Klar ist: Die Spendenbereitschaft der Ahauser ist weiterhin hoch. Alle Spenden können aber eben nur einmal geleistet und ausgegeben werden. Und neben festen Einrichtungen gibt es auch noch Vereine und Verbände, die mit Containern oder mobilen Sammlungen um Kleiderspenden.

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