45-jährige Ahauserin fälscht aufwendig Belege, um Geld vom Jobcenter zu erhalten

hzLandgericht Münster

Eine Ahauserin fälschte aufwendig Belege und reichte sie beim Jobcenter ein. Dadurch erhielt sie zu Unrecht 184 Euro. Das kam sie jetzt teuer zu stehen.

Ahaus

, 22.01.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine 45-jährige Ahauserin ist mit ihrer Berufung vor dem Landgericht Münster abgeblitzt. „Wir halten das Urteil des Amtsgerichts Ahaus für angemessen. Auch wir erkennen eine klare kriminelle Energie“, erklärte die Vorsitzende Richterin am Dienstagmorgen. Das Ahauser Gericht hatte die 45-Jährige im September 2019 wegen Betruges zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 15 Euro verurteilt.

Jetzt lesen

Die Ahauserin soll dem Jobcenter falsche Angaben über Nebeneinkünfte gemacht und das Guthaben aus der Betriebskostenabrechnung verschwiegen haben. Dafür fälschte sie – nach Angaben der Richterin „relativ aufwendig“ – verschiedene Belege. Zwar zeigte sich die Angeklagte sowohl vor dem Amts- als auch vor dem Landgericht geständig, ließ aber durch ihren Verteidiger mitteilen, dass sie die Geldstrafe als unangemessen betrachte. „Uns geht es nicht darum, den Tatbestand abzustreiten, sondern lediglich um die Höhe der Strafe“, erklärte ihr Anwalt.

Richterin: „Das war böse und das nehmen wir Ihnen übel.“

Die Richterin spielte von Anfang an mit offenen Karten und erklärte mehrmals, dass sie wenig Spielraum für ein deutlich milderes Urteil sehe: „Wir erkennen an, dass Sie keine Vorstrafen haben, aber was Sie getan haben, ist mehr als das Verschweigen von Einkünften. Sie haben Unterlagen gefälscht. Das war böse und das nehmen wir Ihnen übel.“ Dass es sich bei den 184 Euro um einen relativ geringen Betrag handelt, spiele deshalb keine entscheidende Rolle: „Dokumente zu fälschen, macht man ja nicht eben so. Da müssen sie eine ganze Zeit dran gesessen haben.“

Jetzt lesen

Als die Vorsitzende die Ahauserin direkt ansprach und darum bat, Stellung zu nehmen, erklärte die 45-Jährige: „Ich weiß, dass es nicht in Ordnung war.“ Als Grund für ihren Betrug führte sie etwas kryptisch einen Sparvertrag ins Feld, der damals zu platzen drohte. Für die Richterin und die beiden Schöffen kein ausreichender Grund, das Urteil des Amtsgerichts Ahaus deutlich abzumildern. Zu einem zweitinstanzlichen Urteil kam es am Dienstag allerdings nicht. Nach kurzer Beratung mit ihrem Anwalt zog die Ahauserin die Berufung zurück. Die Kosten für das Verfahren trägt sie erneut.

Lesen Sie jetzt