Aktion gegen Isolation: Rotary Club spendet Tablets an Seniorenheime

hzTabletspende

Langeweile, Isolation und Kontaktverbot. Mit einer Spende von neun Tablets reagiert der Rotary Club entschlossen auf die abgeschirmte Situation der Bewohner in Seniorenheimen und im Hospiz.

Ahaus

, 25.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Keine Ausflüge, kein Besuch, keine Beschäftigung. Die Corona-Krise stellt alle vor neue Herausforderungen. Sie weckt aber auch neue Ideen und mobilisiert zum Helfen. Um etwas gegen die Isolation und die Langeweile in Pflegeheimen und Hospizen zu tun, hat sich der Rotary Club Stadtlohn-Hamaland „etwas ganz Besonderes ausgedacht“, erklärt Sonja Jürgens, Sozialarbeiterin im Seniorenheim Holthues Hoff in Ahaus, begeistert.

Damit die Bewohner ihre Angehörigen trotz Kontaktverbots sehen und sprechen können, wurden insgesamt neun Tablets für sechs Einrichtungen in Gescher, Ahaus, Heek und Stadtlohn gekauft. Und das in einem Wahnsinns Tempo.

Schnelle Hilfe

„Am Montag vor Ostern hat der Vorstand die Entscheidung getroffen, die Tablets zu besorgen, und am Mittwoch wurden schon die ersten Tablets verteilt“, erklärt Dr. Nikola Aufmkolk. Sie ist Vortragswartin und im aktuellen Vorstand des Rotary Club Stadtlohn-Hamaland. Nachdem der Bedarf in den umliegenden Einrichtungen geklärt war, konnten die Tablets, selbstverständlich mit zwei Metern Abstand, übergeben werden. „Wir wollten die Tablets gerne schnell verteilen, damit sie schon an Ostern genutzt werden können.“

Jetzt lesen

Mit dieser Aktion wurde ein großes Stück Lebensqualität für die vielen Bewohner zurückgewonnen. „Die Freude ist unglaublich groß“, meint Sonja Jürgens. „Das ist wirklich keine Kleinigkeit, die wir da vom Rotary Club geschenkt bekommen haben.“ Dank der Spende von zwei Tablets gibt es im Seniorenheim Holthues Hoff nun auf jeder der drei Etagen ein Tablet. So können die 42 Bewohner über einen Video-Anruf zumindest virtuell wieder von Angesicht zu Angesicht mit ihren Angehörigen sprechen.

Karger Alltag

Im normalen Alltag bringen Ehrenamtliche und Pfleger mit Sportangeboten, Kegeln, Singen oder Spielen Leben ins Haus. „All das war mit Corona schlagartig zu Ende“, erklärt Sonja Jürgens. Selbst die Verwandten dürfen nicht zu Besuch kommen. Das ist ein großes Problem. Langeweile bestimmt den Alltag.

Mit einem passenden Sicherheitsabstand übergibt Dr. Nikola Aufmkolk (r.) die zwei Tablets an Mechthild Eing, die Leiterin des Seniorenheim Holthuess Hoff in Ahaus.

Mit einem passenden Sicherheitsabstand übergibt Dr. Nikola Aufmkolk (r.) die zwei Tablets an Mechthild Eing, die Leiterin des Seniorenheim Holthuess Hoff in Ahaus. © privat

Dr. Nikola Aufmkolk ist hauptberuflich psychologische Psychotherapeutin und findet: „Emotion und Kommunikation sind unglaublich wichtig.“ Auch für die Verwandten zu Hause sei die Belastung des Kontaktverbots nicht zu unterschätzen. „Gerade in dieser Zeit möchte man ja unbedingt für seine Angehörigen da sein“, sagt sie.

Jetzt lesen

Für die Häuser ohne W-Lan-Zugang wurden drei SIM-Karten-fähige Tablets besorgt. Die neuen Geräte konnte der Rotary Club aus den Einnahmen vom Stand auf dem Stadtlohner Weihnachtsmarkt und der letzten Frühjahrsparty finanzieren.

Große Dankbarkeit bei den Einrichtungen

Die Freude und Dankbarkeit der Einrichtungen gegenüber dem Rotary Club war bei der Übergabe der Tablets nicht zu übersehen. Dank der Spende können die Bewohner des Seniorenstifts Berkelaue in Gescher, des Katharinenstifts in Alstätte, des St.-Friedrich-Altenheims in Wessum, des Seniorenheims Holthues Hoff in Ahaus, des Seniorenheims St. Ludgerus in Heek und des Stadtlohner Hospiz nun wieder in Ruhe mit ihren Familien sprechen.

„Wir sind verblüfft. Es ist schön zu sehen, dass in dieser Zeit jemand an unsere Bewohner denkt und der Rotary Club von selbst auf uns zugekommen ist“, bedankt sich Sonja Jürgens. „Das hat mächtig Eindruck gemacht.“

Für die Bewohner heißt es jetzt: Üben, Üben, Üben

Jetzt heißt es in den Einrichtungen: Üben, Üben, Üben. Damit alle Bewohner, die möchten, auch fit im Umgang mit den neuen Tablets sind. „Einige Bewohner können schon gut mit den neuen Geräten umgehen und sind total begeistert“, fasst Sonja Jürgens zusammen. Und so werden sie sicher auch nach der Corona-Krise fester Bestandteil des Heim-Alltags bleiben.

Lesen Sie jetzt