Aktion setzt Zeichen der Solidarität

Menschenkette gebildet

„Aufstehen, hinsehen, Flüchtlingshetzern im Weg stehen“; eine klare Forderung auf einem Demoschild, der sich am Samstag morgen bei einer Protestbewegung (unter dem Motto „Ahaus ist bunt“) in der Ahauser Innenstadt an die 700 Menschen anschlossen. Eine Zahl, mit der wohl kaum jemand gerechnet hatte und die ein klares Statement ist gegen eine Fremdenfeindlichkeit, die spätestens nach dem Angriff auf eine Flüchtlingsunterkunft auch in Ahaus nicht mehr zu leugnen ist.

AHAUS

21.02.2016, 10:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Menschenkette in der Ahauser Innenstadt

Die Menschenkette in der Ahauser Innenstadt

„Es ist wahrhaftig keine Schön-Wetter-Veranstaltung, in jeglicher Hinsicht“,so Klaus Lambers, der sich wie Hunderte andere nicht vom Dauerregen hatte abhalten lassen, ein Zeichen zu setzen. „Fremdenfeindliche Tendenzen machen natürlich auch vor Ahaus nicht Halt und müssen von der Bevölkerung kommentiert werden.“ 

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700 Menschen setzten Zeichen mit Menschenkette

Rund 700 Teilnehmer haben sich am Samstag der Menschenkette gegen Rassimus und Fremdenfeindlichkeit in Ahaus angeschlossen. Von der Resonanz waren die Initiatoren völlig überwältigt.
21.02.2015
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Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
Nach dem Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße vor einer Woche, haben jetzt 700 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.© Foto: Lea Daume
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Das ist am vergangenen Samstag in einer Deutlichkeit passiert, die weder die Initiatoren noch die Polizei zuvor erwartet hätten: Um die 220 Menschen wären nach vorherigen Überlegungen nötig gewesen, um die geplante Menschenkette vom Rathaus zur Kirche zu verwirklichen. „Angesichts der Wetterbedingungen hatte ich sogar nur 100 Teilnehmer angemeldet“, berichtete Initiator Ludwig Niestegge. „Von dieser Resonanz sind wir jetzt natürlich alle begeistert.“

Spontan umgesetzt

Die Idee, auf diese Art und Weise Stellung zu beziehen, sei angesichts der aktuellen Ereignisse entstanden und in Zusammenarbeit mit allen Ahauser Parteien und vielen Vereinen sehr spontan umgesetzt worden. „Alle fanden die Idee toll, ich habe noch keine negative Stimme zu unserer Aktion gehört“, freute sich Niestegge.

Auch Bürgermeisterin Karola Voß liegt das gemeinsame Aufstehen gegen Fremdenfeinlichkeit am Herzen, wie sie in ihrer Begrüßungsrede deutlich machte: „Wir wollen hier ein klares Zeichen für Menschlichkeit und gegen Rassismus setzen und ich bin stolz auf die Ahauserinnen und Ahauser und auch auf unsere Gäste“, betonte sie. Dem schloss sich Ludwig Niestegge in seiner Rede an und fand drastische Worte: „Es ist nicht tolerierbar, dass Menschen, die hier bei uns Schutz suchen, auf solche Idioten treffen“, sagte er und erntete großen Applaus.

Keine Zwischenfälle

Manfred Lütjann, Leiter der Polizeiwache Ahaus, geht nicht von weiteren derart rassistischen Anschlägen aus. „Wir sind sicherlich vorbereitet, aber weitere Vorfälle erwarten wir zunächst nicht, da sich auch bis jetzt keine Nachahmer gezeigt haben“, erklärte er. „Wie man sieht, gehen die Tendenzen ja in die gegensätzliche Richtung und das ist natürlich toll.“ Routinehalber sicherte die Polizei die Demonstration, die aber ohne Zwischenfälle verlief. „Wir sind hier jetzt in neutraler Position, aber gedanklich stehen wir in der Reihe“, so Lütjann. 

Als Zeichen für ein friedliches Miteinander und Toleranz wurde symbolisch eine Kerze durchgereicht, die die Menschenkette von hinten wieder auflöste und zur Kirche führte. Dort fanden der katholische Pfarrer Heinrich Plaßmann und der evangelische Pfarrer Olaf Goos abschließende Worte. 

Für Schutzsuchende einsetzen

„Verharmlosen wir die Dinge nicht, die hier vergangene Woche passiert sind, aber geben wir ihnen auch nicht mehr Aufmerksamkeit, als sie verdienen“, so Goos. „Blicken wir nach vorn und machen wir uns weiterhin für die Menschen stark, die bei uns Zuflucht suchen.“

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