Der Eingangsbereich des Ahauser Krankenhauses, das im Verbund des Klinikums Westmünsterland betrieben wird. In den Notaufnahmen dessen Krankenhäuser ist noch keine Sinusvenenthrombose festgestellt worden bei Patienten, die zuvor mit Astrazeneca geimpft worden waren und sich mit Kopfschmerzen zum Krankenhaus begeben hatten. © Klinikum Westmünsterland
Astrazeneca-Nebenwirkungen

Angst vor Sinusvenenthrombose: Verunsicherte Patienten in der Notaufnahme

Der Astrazeneca-Impfstoff kann mutmaßlich starke Nebenwirkungen auslösen. In der Notaufnahme der Krankenhäuser des Klinikums Westmünsterland macht sich die Sorge der Geimpften nun bemerkbar.

Dass die Corona-Impfung mit dem Wirkstoff des Herstellers Astrazeneca in sehr seltenen Fällen mutmaßlich eine gefährliche Hirnvenenthrombose auslösen kann, scheint auch einigen damit Geimpften aus dem Westmünsterland Sorge zu bereiten.

Das macht sich seit Bekanntwerden der Gefahren und dem kurzzeitigen Stopp der Impfungen mit Astrazeneca in den Notaufnahmen der Krankenhausstandorte des Klinikums Westmünsterland bemerkbar: Gerade in den ersten Tagen nach dem Bekanntwerden kamen Patienten, die über Symptome klagten, die auf eine Hirnvenen- beziehungsweise Sinusvenenthrombose hindeuten können, in die Krankenhäuser.

Seltenes Krankheitsbild im Fokus der Aufmerksamkeit

„Die intensive Berichterstattung hat das sehr seltene Krankheitsbild der Sinusvenenthrombose in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt“, sagt Klinikum-Pressesprecher Tobias Rodig auf Anfrage der Redaktion. Auch in den Notaufnahmen in den Häusern des Klinikumverbunds stellten sich regelmäßig Patienten und Patientinnen mit einschlägigen Warnsymptomen vor. Diese würden zahlenmäßig nicht genau erfasst, aber gerade am Borkener Standort mit der Neurologie-Abteilung habe sich das auf sieben, acht Patienten pro Tag belaufen.

Noch kein Verdacht bestätigt

„Die Notaufnahmen sind dadurch nicht überlastet“, betont der Sprecher des Klinikums, dass der Ansturm der verunsicherten geimpften Personen mit zum Beispiel Kopfschmerzen zu bewältigen war. Und Tobias Rodig kann mit einer beruhigenden Aussage aufwarten: „Bisher hat sich in keinem Fall der Verdacht auf eine Sinusvenenthrombose bestätigt.“

Nach dem kurzzeitigen Stopp wird der Nutzen des Impf-Präparats von Astrazeneca zwar als größer erachtet als die Risiken und der Stoff wird an bestimmte Personengruppen wieder verimpft – trotzdem scheint die Verunsicherung einiger bereits mit diesem Stoff geimpften Personen weiterhin groß. Was sollten Geimpfte tun, die Symptome verspüren?

„Eine allgemeine Aussage ist hier schwer zu treffen und vom individuellen Fall abhängig“, sagt Tobias Rodig nach Rücksprache mit verantwortlichen Medizinern des Klinikums dazu. Milde Symptome wie Gelenk- und Muskelschmerzen, Müdigkeit und leichte Kopfschmerzen ein bis zwei Tage nach einer Impfung seien in der Regel harmlose Symptome.

Beschwerden in der Regel 2 bis 16 Tage nach der Impfung

„Typischerweise treten die Beschwerden einer Sinusvenenthrombose innerhalb von 2 bis 16 Tagen nach der Impfung auf“, erläutert er. Massive Kopfschmerzen, begleitet womöglich von Sehstörungen oder einer Bewusstseinseintrübung, Übelkeit, Erbrechen, Luftnot, Einblutungen unter der Haut sowie akute Schmerzen in der Brust oder dem Bauchraum seien Alarmzeichen.

Betroffen seien vor allem Frauen unter 55 Jahren. „Gleichwohl sind diese Komplikationen weder auf Frauen noch auf die eher jüngeren Patienten beschränkt“, betont Rodig.

  • Bis zum 21. April wurden dem Paul-Ehrlich-Institut laut eigener Homepage 63 Fälle einer Hirn-/Sinusvenenthrombose nach Impfung mit Astrazeneca gemeldet.
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