Um kurz nach 11 Uhr konnte das mobile Impfteam in Ahaus keine Impfwilligen mehr annehmen. Das sorgte bei einigen Wartenden für hörbaren Frust. © Till Goerke
Meinung

Ansturm auf Booster-Impfungen: Bitte hinten in der Reihe anstellen!

Das Coronavirus wütet, Booster-Impfungen sind heiß begehrt. Aber die Impfkapazitäten sind knapp – nun müssen wir zuerst die Menschen versorgen, die es am nötigsten haben, meint unser Autor.

Rund 281.000 Menschen im Kreis Borken sind inzwischen vollständig geimpft. Doch bei immer mehr von ihnen ist die zweite Spritze bereits sechs Monate her. Nur sie dürfen mit einer Booster-Impfung versorgt werden, sagt der Kreis – und handelt damit richtig.

Dahinter steckt eine einfache Logik: Die Menschen, die vor einem halben Jahr den zweiten Piks erhalten haben, waren seinerzeit aus einem guten Grund priorisiert. Hierzu zählen gefährdete Gruppen wie Alte, Pflegebedürftige und chronisch Kranke. Hinzu kommen die Menschen, die sie versorgen – pflegerisches Personal etwa – und jene, die für die Aufrechterhaltung des Allgemeinwesens bedeutsam sind, beispielsweise Feuerwehrleute.

Seinerzeit war der Impfstoff knapp, heute sind es die Impfkapazitäten – ein schweres politisches Versäumnis. So sind wir heute abermals in der Situation, dass wir priorisieren müssen. Deswegen gilt: Nur die, bei denen die sechs Monate herum sind, dürfen sich den dritten Piks abholen.

Diese Priorisierung ist auch eine Frage der Logistik. Bislang haben erst 23.000 Menschen im Kreis die Booster-Impfung erhalten und jeden Tag kommen wesentlich mehr Berechtigte hinzu als drittgeimpft werden können. Sie müssen sich leider hinten anstellen – und das wohl für einige Zeit.

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