Baumfrevler können sich in Ahaus sicher fühlen

hzKommentar

18 alte Bäume wurden in Ahaus illegal gefällt. Mit der passenden Ausrede scheint das kein Problem zu sein. Dazu ein Kommentar von unserem Redakteur Christian Bödding.

Ahaus

, 19.06.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wer in Ahaus illegal Bäume fällt, der muss keine Angst vor Bestrafung haben – vorausgesetzt, er hat eine Ausrede. Es muss noch nicht einmal eine gute Ausrede sein.

„Falsch verstanden“

Die Staatsanwaltschaft ermittelte dreieinhalb Monate. Das Ergebnis: Arbeiter haben wohl eine Anweisung falsch verstanden. Die 18 Bäume seien irrtümlich gefällt worden. Wie kann man da überhaupt irgendetwas falsch verstehen? Es gab ja nicht einmal eine Genehmigung für irgendeine Form des Abholzens in dem Gebiet.

Sieben Monate später

Sei’s drum. Die Staatsanwaltschaft hat die Akte geschlossen. Die Stadt kann immerhin Schadenersatz und eine Wiederaufforstung verlangen. Doch ob sie das wirklich tut? Von der Stadtverwaltung gibt es aktuell noch nicht einmal eine Auskunft, in welcher Höhe sie überhaupt Schadenersatz verlangt und wie eine Wiederaufforstung der Fläche aussehen soll. Sieben Monate nach dem Vorfall! „Die Entdeckung der Langsamkeit“ kannte ich bislang nur als Buch. Jetzt weiß ich, dass sie auch gelebt werden kann.

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