Bei der Maler-Lossprechung haben Frauen besonders gut abgeschnitten

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Überdurchschnittlich gut haben vor allem Frauen bei der Lossprechung der Maler abgeschnitten. Die ersten drei Plätze belegen Frauen. Das ist nicht überraschend, so ein Obermeister.

von Rupert Joemann

Ahaus

, 13.10.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nur drei Punkte haben Hannah Krause von der Höchstmarke gefehlt. Mit ihren herausragenden 97 Punkten war die Wessumerin aber die Jahrgangsbeste der Maler- und Lackierer-Innung Ahaus. Am Freitag, 9. Oktober, ist die 21-Jährige wie weitere 16 Auszubildende in der Gaststätte Franke offiziell freigesprochen worden.

Hinter Hannah Krause, die beim Alstätter Malerbetrieb Witte gelernt hat, gingen die nächsten beiden Plätze mit Tessa Stienen (Gescher) und Maria von der Aa (Vreden) ebenfalls an zwei junge Frauen. „Frauen sind ein bisschen feinfühliger und arbeiten ein bisschen filigraner“, sagt Obermeister Helmut Witte.

Deshalb sei das Ergebnis auch nicht so überraschend. Hannah Krause ist zugleich auch Landesbeste und tritt am 16. und 17. November beim Bundeswettbewerb in Chemnitz an. Die sonst übliche Qualifikation entfiel coronabedingt in diesem Jahr, sodass die Prüfungspunktzahl herangezogen worden ist.

Arbeit ist vielfältig

Laut Daniel Janning, Geschäftsführer der Handwerkskammer Borken haben in den vergangenen Jahren immer mehr Frauen den Weg ins Malerhandwerk gesucht. „Viele verbinden das Malerhandwerk mit Baustelle und dem Tragen von schweren Dingen. Wenn man sich daran gewöhnt hat, macht die Arbeit Spaß. Das ist auch etwas für Frauen“, sagt Hannah Krause.

Bei der Maler-Lossprechung haben Frauen besonders gut abgeschnitten.

Bei der Maler-Lossprechung haben Frauen besonders gut abgeschnitten. © Rupert Joemann

Vor allem die Vielseitigkeit der Arbeit sei interessant. So verlegten die Mitarbeiter zum Beispiel auch Böden, spachteln, bringen Wärmedämmverbundsysteme an oder reißen Tapeten ab. Die ganze Arbeit hinter dem letztlichen Ergebnis würden die meisten gar nicht sehen.

Praktikum beinahe abgebrochen

Hannah Krause hätte den Sprung ins Malerhandwerk fast nicht gewagt. Ein viertägiges Praktikum hätte die heute 21-Jährige fast abgebrochen. Nach dem dritten Tag stand für sie dann aber doch fest: „Ja, das will ich machen.“

Demnächst tauscht sie ihr Werkzeug aber gegen einen Kugelschreiber. Hannah Krause will an der Universität Wuppertal Farbtechnik/Raumgestaltung/Oberflächentechnik studieren. Dazu noch Wirtschaft und Politik.

Berufswunsch Berufschullehrerin

Die 21-Jährige möchte Berufsschullehrerin werden. „Das habe ich schon beim Bewerbungsgespräch gesagt“, erzählt die Wessumerin. Sie habe sich ganz bewusst für eine Ausbildung im Handwerk entschieden, um den Schülern nicht nur als Theoretikerin, sondern auch als Praktikerin begegnen zu können.

Das Künstlerische lag ihr schon während ihrer Schulzeit. An der Canisiusschule Ahaus belegte sie den Leistungskurs Kunst. Auch wenn sie ihr Werkzeug aus der Hand legt, den Blick einer Maler- und Lackiererin behält sie. Wenn sie einen Raum betrete, so Hannah Krause, schaue sie zuerst in die Ecken. Dann guckt sie, ob die Sockelleisten und die Decke sauber angeschlossen sind.

Folgende Auszubildende im Bereich Maler- und Lackierer aus unserem Verbreitungsgebiet sind freigesprochen worden: Fabio Wantia (Ahaus/ Günter Monninkhof, Gronau), Christina Dammfeld (Stadtlohn/ Guido Hüttermann, Stadtlohn), Lucas Herbstmann (Gescher/ Lappe&Korf, Gescher), Hannah Krause (Wessum/Malerbetrieb Witte, Alstätte), , Dennis Lappe (Ahaus/ Malerbetrieb Witte, Ahaus), Ahmed Jawed Poya (Alstätte/Malerbetrieb Witte, Alstätte), Maria van der Aaa (Vreden/ Carina Wenning, Vreden), Tim Vögeding (Legden/ Stefan Hellkuhl, Legden) und aus dem Bereich Bau- und Metallmaler Phillipp-Thilo Rubner (Vreden/ Berufsbildungsstätte, Ahaus) und im Bereich Bauten- und Objektbeschichter Michelle Kuhn (Vreden/ Stefan Siehoff, Vreden).
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