Benjamin Westphal träumt von der großen TV-Karriere

hzFilmdreh in Köln

Benjamin Westphal hat viele Talente. Als DJ und Produzent holte er Erotikmodel Micaela Schäfer vor die Kamera, als Komparse ist er demnächst häufiger im ZDF, auf RTL und Sat 1 zu sehen.

Ahaus

, 14.06.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Er ist Schauspieler, Model, DJ, Produzent und Fotograf – alles nebenbei. Denn im Hauptberuf arbeitet Benjamin Westphal bei der Firma Stapelbroek im Industriepark A31 Ahaus-Legden als Tischler im Laden- und Objektbau. Doch der 22-Jährige ist auf dem Sprung, so sieht er es selbst.

Benjamin Westphal wird 1996 in Las Palmas (Gran Canaria) geboren. Sein Vater ist Schweizer, die Mutter Deutsche. 2010 zieht er zu seinem Vater in die Schweiz, macht dort seinen Schulabschluss, eine Ausbildung und erste Erfahrungen mit der Musik. „2012 wurde es etwas größer“, erzählt er. Die ersten Clubs in der Schweiz werden auf ihn aufmerksam. 2014 baut sich der 17-Jährige ein kleines Studio auf, nimmt selbst Songs auf, die er produziert und veröffentlicht.

Sängerinnen aus TV-Castings

Für seine Singles setzt er als Unterstützung vor allem auf DSDS- und „The Voice“-Kandidatinnen wie „Freschta“ oder Natasa Milenkovic. Schwer sei es nicht, ausgeschiedene Sängerinnen aus TV-Casting-Formaten für Musikprojekte zu engagieren, sagt Benjamin Westphal. „Die haben direkt Lust, weil sie nichts zu verlieren haben.“ Mit der ersten Single liegt er in weniger als 24 Stunden in den internationalen iTunes-Charts auf Platz 65.

Im Jahr 2015 legt er noch einen drauf und holt sich zusammen mit der Schweizer Sängerin Vivienne Baur für einen Videoclip zum Song „Rock me tonight“ das deutsche Erotikmodel Micaela Schäfer mit ins Boot. Westphal legt als DJ Squizz seine Scheiben in Clubs in Italien, Spanien, Österreich und Deutschland auf.

Komparse bei TV-Serien

Mit dem unsteten Leben ist es ein Jahr später vorbei. Benjamin Westphal zieht von der Schweiz in die Heimatstadt seiner Frau, nach Ahaus. Er wird Vater und will mehr Zeit mit der Familie verbringen. „Jedes Wochenende unterwegs sein, erst am frühen Morgen nach Hause kommen, das war nicht mehr mein Ding.“

2018 kommt die nächste Wendung. Die Ehe zerbricht. Theoretisch hat Benjamin Westphal wieder mehr Zeit für die Musik.

Praktisch meldet sich eine Casting-Agentur aus Düsseldorf bei ihm. Sie sucht Komparsen für verschiedene TV-Serien. „Ich bin wohl durch meine Tätigkeit als Musiker in deren Kartei gelandet.“ In der Landeshauptstadt wird ihm ein Drehbuch in die Hand gedrückt, er soll ein paar Szenen nachspielen. Zwei Wochen später ruft die Agentur „Filmpool“ zurück. Benjamin Westphal soll für Sat 1 in der Serie „Auf Streife“ mitspielen. „Eine der Hauptrollen, ich war 20 Minuten zu sehen.“ In Folge 146 „Das Eis ist heiß“, im November 2018.

Dreh bei „Alarm für Cobra 11“

Mit dem Jahreswechsel legt Benjamin Westphal seinen DJ-Namen Squizz ab. Er will unter seinem richtigen Namen Musik machen und schauspielern. Der nächste Anruf der Casting-Agentur lässt nicht lange auf sich warten. Anfang Februar dreht er abermals für „Auf Streife“. Westphal spielt erneut den finsteren Typen. Der nächste Drehtermin steht am 24. Juni an. Im März kommt das Angebot, als Komparse bei „Alarm für Cobra 11“ mitzuspielen. Westphal lässt es sich natürlich nicht entgehen.

Benjamin Westphal träumt von der großen TV-Karriere

Benjamin Westphal zieht es nach Köln, dort steht er als Komparse häufiger vor der Kamera. © Benjamin Westpahl

Langsam entwickelt sich Kameraroutine, ganz ohne Schauspielausbildung. „Natürlich ist man vor dem Dreh immer ein bisschen nervös“, sagt Benjamin Westphal. Aber so bald man vor der Kamera steht, ist das weg.“ Schließlich sei ein großes Filmteam um einen herum. „Maskenbildner, Toningenieur, Kameramann, Regisseur, da vergisst man, dass die Kamera läuft und hält sich an das Drehbuch oder spielt aus dem Bauch heraus und improvisiert.“ Das sei je nach Sendeformat verschieden.

Diverse Drehtermine

Professionell geht es vor allem am Set von „Alarm für Cobra 11“ zu, stellt Benjamin Westphal fest. Mit Erdoğan Atalay, der den türkischstämmigen Hauptkommissar Semir Gerkhan spielt, isst er häufiger zu Mittag. „Der ist locker drauf“ – wenn die Kamera aus ist. Allerdings wird es gar nicht gern gesehen, wenn sich Komparsen wie Fans benehmen. „Deshalb gilt am Drehort auch ein komplettes Handyverbot. Es gibt keine Fotoaufnahmen und keine Autogramme. Da wird gearbeitet.“

Fast jede Woche Drehtermin in Köln

Doch „nur“ Komparse beim Film zu sein, das reicht nicht zum Leben. Seine Brötchen verdient Benjamin Westphal weiterhin bei Stapelbroek, trotz diverser Drehtermine, die in der nächsten Zeit anstehen. „Momentan bin ich fast jede Woche Richtung Köln-Hürth unterwegs“, sagt er. Dort sind Studios von RTL. Sein Arbeitgeber legt ihm für seinen Nebenjob keine Steine in den Weg. „Er ist da sehr flexibel.“

Mal feiert der 22-Jährige Überstunden ab, mal nimmt er unbezahlten Urlaub. „Mein Chef tut alles, dass ich jeden Dreh wahrnehmen kann“, ist Benjamin Westphal dankbar für die Unterstützung. Vor einiger Zeit ist er nach Rosendahl gezogen, die Ex-Frau lebt mit dem gemeinsamen Sohn weiter in Ahaus. Benjamin Westphal ist auf dem Sprung. Es zieht ihn nach Köln, in die TV-Metropole. „Da laufen noch zwei Castings.“

Benjamin Westphal ist im Oktober in einer Folge von „Alarm für Cobra 11“ zu sehen, die im März gedreht wurde. Ebenfalls im Oktober zeigt das ZDF eine Folge von „SOKO Köln“, in der er als Kommissar mitspielt. Im Juni steht er für eine Folge der Sat 1-Serie „Klinik am Südring“ sowie für die Serie „Auf Streife“ vor der Kamera, beide Folgen werden im August ausgestrahlt. Im Mai wirkte er bei bei der RTL 2-Serie „Köln 50667“ mit, Ausstrahlung ist am 30. Juli. Ebenso im Mai stand er für die RTL-Doku-Serie „Versicherungsdetektive“ vor der Kamera, die Folge ist im Juli zu sehen.
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