Caritasverband

„Beratungspoint“ bietet Geflüchteten in Ahaus Hilfe und Unterstützung

Im neuen Beratungspoint an der Hindenburgallee gibt es verschiedene unterstützende Angebote, die sich an Flüchtlinge in Ahaus, aber auch an Gastfamilien und Ehrenamtliche richten.
„Beratungspoint“: Sie stellten den „Beratungspoint“ in Ahaus vor (v.l.): Michael Bethmann (Stadt Ahaus), Sebastian Bachnick-Schiemenz (Stadt), Jessica Schiemann (Caritasverband), Beigeordneter Werner Leuker, Dieter Homann (Caritasverband), Carmen Esposito-Stumberger (Integrationslotsenprojekt), Guzal Guseynova (Dolmetscherin) und Anna Kupriianova (Erzieherin).
„Beratungspoint“: Sie stellten den „Beratungspoint“ in Ahaus vor (v.l.): Michael Bethmann (Stadt Ahaus), Sebastian Bachnick-Schiemenz (Stadt), Jessica Schiemann (Caritasverband), Beigeordneter Werner Leuker, Dieter Homann (Caritasverband), Carmen Esposito-Stumberger (Integrationslotsenprojekt), Guzal Guseynova (Dolmetscherin) und Anna Kupriianova (Erzieherin). © Caritasverband

„Wir wissen nicht, was an Fragen kommt, aber wir müssen Antworten liefern.“ So beschreibt Werner Leuker, Beigeordneter der Stadt Ahaus, die Aufgaben im neuen „Beratungspoint“ an der Hindenburgallee 9. Dabei handelt es sich um ein Projekt, das Geflüchteten bestmögliche Unterstützung anbietet, wie der Caritasverband mitteilt. „Wir übernehmen damit als Kommune und als Gesellschaft Verantwortung“, erklärte Leuker bei der Projektvorstellung vor Ort.

Seit dem 1. Juli ist das Wohnhaus – in dem auch lange eine Kita untergebracht war und das zuletzt leer stand – eine weitere Anlaufstelle für Integration. Das Gebäude befindet sich in privater Hand. „Wir dürfen es nutzen“, freut sich der Beigeordnete. Größere Renovierungsarbeiten seien nicht geplant. „Wir machen es hübsch. Wichtig ist die Funktionalität.“ Ein Pluspunkt des Standortes ist zum Beispiel die Nähe zum Caritasverband, zum Rathaus und zum Haus der Integration.

Im Beratungspoint wird es ab dem 1. Juli montags bis freitags verschiedene Angebote geben, die sich an Flüchtlinge, Gastfamilien und Ehrenamtliche richten. Von sozialpädagogischer Beratung über Sprachkurse, Ankommenssprechstunden, Bastelangeboten bis hin zu einem Kita-Brückenprojekt für Kinder und Eltern.

Lebendiger Treffpunkt geplant

Das neue Haus soll sich unter der Leitung des Caritasverbandes Ahaus-Vreden und in Kooperation mit weiteren Partnern zu einem lebendigen Treffpunkt entwickeln. Beratungs- und Betreuungsangebote sind von montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr geplant, an den Nachmittagen soll es Sprachkurse, Austauschtreffen, Kreativkurse und ähnliches geben.

Der Rat der Stadt Ahaus hat für den Treffpunkt Mittel in Höhe von 145.000 Euro zur Verfügung gestellt, die ein gutes Fundament für den Ausbau der erfolgreichen Integrationsarbeit in Ahaus darstellen. Beigeordneter Werner Leuker berichtete, dass die Projektidee des Caritasverbandes und der Verwaltung von der Ahauser Politik bereitwillig aufgenommen worden sei.

Projekt weiterentwickeln

„Im Fachausschuss und im Rat gab es jeweils einen einstimmigen Beschluss.“ Das Projekt sei zunächst für ein Jahr aufgestellt, „aber nicht, weil wir glauben, dass wir nach einem Jahr fertig sind, sondern weil wir das Projekt formen und weiterentwickeln werden.“

So wie das 2014 gestartete Integrationslotsenprojekt in Ahaus, das Anfang des Jahres bereits um zwei weitere Jahre verlängert wurde und ein echtes Leuchtturmprojekt in Ahaus und ein gutes Beispiel für gelungene Integrationsarbeit sei, erklärte Dieter Homann, Leiter des Fachdienstes Integration und Migration des Caritasverbandes.

Dieter Homann stellte dabei vor allem die Arbeit von Carmen Esposito-Stumberger heraus. Sie ist verantwortlich für das Integrationslotsenprojekt und schafft es mit viel Leidenschaft, eine große Anzahl von Ehrenamtlichen zu motivieren, die die Geflüchteten betreuen und begleiten.

Carmen Esposito-Stumberger berichtete, dass die Geflüchteten sich nach ihrer Ankunft mit Landsleuten vernetzen möchten. Um dies vor allem Frauen zu ermöglichen, kümmern sich im „Beratungspoint“ drei Fachkräfte um die Geflüchteten. Sozialpädagogin Jessica Schiemann aus Gronau wird Beratungen anbieten und das Projekt beim Caritasverband Ahaus-Vreden koordinieren.

Familiäre Beziehungen

„Ich habe selber einen ukrainischen Hintergrund“, erklärte sie. Ihre Mutter sei vor ihrer Geburt aus der Ukraine nach Deutschland gezogen. Ihre Großeltern kamen gerade aus der Ukraine nach Gronau. „Ich kenne in der eigenen Familie die Problemlagen.“ Die ukrainische Erzieherin Anna Kupriianova wird sich im Haus um die Kinder kümmern, wenn die Mütter im „Beratungspoint“ Angebote wahrnehmen. Guzal Guseynova wird als Dolmetscherin fungieren.

Neben dem „Haus der Integration“ des Caritasverbandes an der Hindenburgallee 32 soll der neue Treffpunkt die bestehenden Angebote ergänzen und ganz gezielt auf die aktuelle Flüchtlingssituation eingehen. Von 1050 geflüchteten Personen in Ahaus kommen aktuell rund 350 aus der Ukraine – meist sind es Frauen mit Kindern. Sie haben zum Teil andere Bedarfe als Flüchtlinge aus anderen Regionen, die Beratung und Betreuung ukrainischer Flüchtlinge ist daher zunächst Schwerpunkt des neuen Beratungspoints.

Große Hilfsbereitschaft

Die Hilfsbereitschaft rund um den Ukraine-Krieg ist und war in Ahaus groß. Nach der Klärung erster Fragen wie Unterkunft und Versorgung sind es nun Fragen nach Kindergarten/Schule, Arbeit, Sprachkursen oder auch Möglichkeiten der Rückkehr, die sich bei den Geflüchteten stellen. Diesen neuen Bedarfen hat sich die Integrationsarbeit in Ahaus nun mit dem „Beratungspoint“ weiter angepasst.

Ein wichtiger Baustein ist das Brückenprojekt, das als niedrigschwelliges frühpädagogisches Angebot in der Muttersprache gemeinsames Spielen und Erleben, aber auch den Austausch der Eltern untereinander fördert.

Ahauser Kitas haben nach einem Aufruf unkompliziert Möbel und Spielzeug bereitgestellt, um die neuen Räumlichkeiten kindgerecht einzurichten. Und auch, wenn sicherlich noch nicht alles perfekt ist, so sind sich alle Beteiligten sicher, die Menschen und die Angebote im Haus werden den Treffpunkt zu einem lebendigen Ort machen, an dem Integration gefördert wird. Das Integrationslotsenprojekt in Ahaus ist unter Tel. (02561) 695620 zu erreichen.

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