Bombenfund an der Ahauser Marienstraße – Kampfmittelräumdienst entschärft Blindgänger

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An einer Baustelle an der Marienstraße hat ein Baggerfahrer eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt. Kampfmittelräumer konnten die Bombe entschärfen – obwohl der Zünder klemmte.

Ahaus

, 27.03.2020, 17:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Oh, können wir schon zurück?“ Mit diesen Worten kommentierte Hubert Mensing (69) das rasche und gute Ende eines unverhofften Spaziergangs, zu dem ihn die Polizei am Freitag um kurz nach 17 Uhr gebeten hatte.

Die entschärfte Bombe wird zum Abtransport festgezurrt.

Die entschärfte Bombe wird zum Abtransport festgezurrt. © Stefan Grothues

Nach einem Bombenfund auf einem Baugrundstück an der Ecke Marienstraße/Kreuzstraße hatten Polizei und Ordnungsamt rund 40 Menschen aus 24 Wohnungen aufgefordert, den Gefahrenbereich zu verlassen, spazieren zu gehen oder hintere Gebäudeteile aufzusuchen. Gut eine halbe Stunde später konnte alle Anwohner zurück. Die Experten des Kampfmittelräumdienstes hatten ihre Arbeit erfolgreich abgeschlossen und den Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft.

Am Freitagnachmittag um kurz nach Drei begann für einen Baggerfahrer das Wochenende früher als erwartet. Auf einem Baugrundstück an der Ecke Marienstraße/Kreuzstraße war seine Baggerschaufel auf etwas Metallenes gestoßen: eine 50 Kilogramm schwere amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg.

Die Wohnungen rund um das Baugrundstück an der Marienstraße wurden nach dem Bombenfund evakuiert, die Straßen gesperrt.

Die Wohnungen rund um das Baugrundstück an der Marienstraße wurden nach dem Bombenfund evakuiert, die Straßen gesperrt. © Stefan Grothues

Ziemlich genau 75 Jahre lang hatte der Blindgänger im Erdreich geschlummert, bis er jetzt beim Bauvorhaben freigelegt wurde. Der Baggerfahrer war vorsichtig zu Werke gegangen. Luftbildauswertungen hatten schon vorab gezeigt, dass es hier Verdachtspunkte gibt.

Nach dem Fund sperrte die Polizei die Baustelle weiträumig ab. Das städtische Ordnungsamt informierte den Kampfmittelräumdienst in Arnsberg. Nur anderthalb Stunden später setzten die Entschärfer Andreas Brümmer und Holger Raue-Bach die Zange an den Zünder. „Es war nicht einfach, der Zünder hat geklemmt“, sagte Andreas Brümmer im Nachhinein. Doch den Experten gelang es dann doch relativ schnell, den Zünder vom Sprengstoff zu trennen.

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Ziel der Erdarbeiten war es noch nicht, die Baugrube auszuheben. Vielmehr sollte nur die oberste Erdschicht entfernt werden, um das Gelände vorab nach etwaigen Blindgängern zu untersuchen, erklärte Kampfmittelexperte Andreas Brümmer:

„Die ganze Fläche muss hier noch detektiert werden.“

Die Evakuierung der umliegenden Wohnungen verlief nach Aussage von Ordnungsamtsleiter Michael Gerling problemlos. „Die Leute waren einsichtig. Und weil des Wetter gut war, bot sich für viele ein Spaziergang an.“ Ein Haus mit Seniorenwohnungen musste nicht vollständig geräumt werden. Dort reichte es nach Einschätzung von Polizei und Ordnungsamt aus, dass sich die Bewohner in die von der Bombenfundstelle abgewandten Seite zurückzogen.

Anwohner Hubert Mensing (69) freut sich, dass die Kampfmittelräumer ihr Handwerk verstehen.

Anwohner Hubert Mensing (69) freut sich, dass die Kampfmittelräumer ihr Handwerk verstehen. © Stefan Grothues

Hubert Mensing nahm bei seiner Rückkehr in die Wohnung den Bombenfund gelassen. „Ich habe mir keine großen Sorgen gemacht. Ich musste das Ding ja nicht entschärfen. Aber die Experten wissen ja genau, was zu tun ist.“

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