So wie hier, werden auch in vielen Ahauser Arztpraxen Impfdosen aufgezogen. Der „Run“ auf die Booster-Impfungen setzt langsam ein. © Björn Althoff
Coronavirus

Booster-Impfung: Wie bekomme ich den dritten Piks? Am besten ohne Termin!

Booster-Impfungen sind ein wichtiges Mittel, um die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen. Fragen und Antworten zur Auffrischungs-Impfung finden Sie hier.

Hinter dem Begriff Booster-Impfungen verbirgt sich eine zusätzliche Impfdosis zur Verstärkung des Schutzes vor einer Corona-Infektion und einem schweren Verlauf. Denn dieser Schutz lässt nach rund einem halben Jahr erheblich nach. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Booster-Impfungen in Ahaus zusammengefasst.

Auch in Ahaus ist die Nachfrage nach dem dritten Piks in den letzten Tagen gestiegen. „Während in den letzten Wochen die Nachfrage nach Impfungen regelrecht stagniert hat und wir sogar teilweise aufgezogene Dosen vernichten mussten, auch weil Patienten zu ihren vereinbarten Terminen nicht erschienen sind, erleben wir jetzt wieder den ,Run’ auf die Booster-Impfungen, der durch viele Aussagen angeheizt wird“, teilt Frank Tielkes der Redaktion mit.

Die „Jagd auf die Termine“ gipfele zuweilen in unwürdigen Diskussionen bis hin zu Beschimpfungen des Praxisteams, so der Vredener, der die Impfungen in der Ottensteiner Praxis seiner Frau Dr. Barbara Tielkes managt. „Wir haben bei den bisherigen Impfungen viele dankbare und geduldige Patienten erlebt. Aber wir haben auch erlebt und erleben es verstärkt auch jetzt wieder, dass die Menschen jetzt und sofort, oft auch vor Ablauf der sechs Monate nach Zweitimpfung, die Boosterimpfung haben möchten“, ergänzt er.

Frank Tielkes ruft zu gebotener Geduld auf – mit dem Hinweis, dass es seiner aktuellen Beurteilung nach in Deutschland im Moment genügend Impfstoff und auch Kapazitäten gebe und dass Impfwillige auch einen Termin bekommen können.

Für wen kommen Booster-Impfungen infrage?

Aktuelle Studien legen nahe: Zur Auffrischung aufgerufen sind alle Geimpften. Eine offizielle Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) liegt derzeit nur für Menschen über 70 vor, da diese im Winter zuerst geimpft worden sind und für einen schweren Verlauf anfälliger sind. Priorität hat zudem medizinisches Personal, insbesondere in Senioreneinrichtungen.

Eine wichtige Gruppe sind Personen, die das Vakzin des Herstellers Johnson & Johnson erhalten haben. Unabhängig vom Alter gilt für diese Menschen: Sie sollten sich so schnell wie möglich um einen Termin bemühen, da ihr Impfschutz nach nur einer Dosis bereits signifikant gesunken sein könnte. Generell gilt: Wer eine Booster-Impfung wünscht, sollte Kontakt zu einem Hausarzt aufnehmen und sich individuell beraten lassen.

Wer führt in Ahaus die Booster-Impfungen durch?

Die Hauptarbeit übernehmen die niedergelassenen Ärzte (Hausärzte). In Ahaus haben wir zwölf Praxen angeschrieben oder angerufen. Die Antworten, sofern sie erfolgt sind, veröffentlichen wir hier weiter unten.

Welche Möglichkeiten gibt es in Ahaus und Umgebung, außerhalb von allgemeinmedizinischen Praxen eine Impfung zu bekommen?

Der Kreis Borken ergänzt das Angebot um die Termine des Impfbusses. „Genau wie den niedergelassenen Ärzten steht auch unseren ergänzend tätig werdenden mobilen Impfteams derzeit nur in sehr begrenztem Rahmen Impfstoff zur Verfügung. Wir können daher bei unseren aktuellen Impfterminen leider nicht allen Impfwilligen ein Angebot machen“, teilte die Koordinierende Covid-Impfeinheit“ des Kreises Borken am Donnerstag (11. November) mit.

Aber: Ab dem 24. November werde es im Kreis in deutlich größerem Rahmen ein Impfangebot – vor allem auch für Booster-Impfungen – geben. Die Vorbereitungen dazu liefen auf Hochtouren, sobald Zusatztermine feststehen, veröffentlicht der Kreis diese.

Impftermine können auch über Chayns gemacht werden (corona.chayns.de). Dort stellen Praxen ihre Impftermine ein und alle Interessierten können sie buchen, sobald die sechs Monate nach der zweiten Impfung vorbei sind.

Die nächsten Termine der Impfbusse in Ahaus und Umgebung

  • Samstag, 13. November: Ahaus, 9-12 Uhr, Tonhalle im Kulturquadrat, Vagedesstraße 2, und Schöppingen, 13-16 Uhr, Kulturhalle Kraftwerk, Feuerstiege
  • Donnerstag, 18. November: Stadtlohn 16-19 Uhr Feuerwehrgerätehaus, Schulungsraum, Mühlenstraße 53
  • Samstag, 20. November: Legden 9-12 Uhr Jugendhaus Pool, Nordring 37, und Ahaus 13-16 Uhr Tonhalle im Kulturquadrat, Vagedesstraße 2
  • Freitag, 26. November: Heek 12-15 Uhr Eppingscher Hof, Markt 10
  • Donnerstag, 2. Dezember Vreden 12-15 Uhr Kult Westmünsterland, Kirchplatz 14, und Südlohn 16-19 Uhr Haus Wilmers, Kirchplatz 9

Weniger Wartezeit: Impfunterlagen vorher online ausfüllen

Um Wartezeiten bei den mobilen Impfaktionen zu verkürzen, bittet der Kreis Borken nun die Bürgerinnen und Bürger, die Impfunterlagen möglichst bereits zuhause auszufüllen und dann zur Impfstelle mitzubringen. Impfunterlagen stehen im Internet zum Download bereit (www.kreis-borken.de/impfunterlagen).

Wichtig: Bei Auffrischungsimpfungen genügt es sogar, nur die „alte“ Impfmappe inklusive der Unterlagen mitzubringen und zusätzlich dazu die möglichst vorher schon auszufüllende „Impfbescheinigung zur Eintragung der Drittimpfung“. Dieses Formular findet sich unter www.kreis-borken.de/impfunterlagen-impfbescheinigung. Wer seine Impfmappe nicht mehr zur Hand hat, sollte alle Impfunterlagen auf dieser Internetseite herunterladen und dann ausgefüllt mitbringen.

Was vor Impfungen zu beachten ist

Grundsätzlich gilt bei den Impfungen vor Ort: Geimpft werden können Personen ab zwölf Jahren. Eine vorherige Terminbuchung ist nicht erforderlich. Auch erforderliche Zweitimpfungen und Auffrischungen für Personen, deren letzte Covid-Impfung sechs Monate her ist, sind möglich.

Bei Personen, die mit Johnson&Johnson geimpft wurden, kann eine Auffrischung mit dem Impfstoff von BioNTech nach vier Wochen erfolgen. Mitzubringen sind, falls vorhanden, der Impfpass und die Gesundheitskarte.

Wichtig bei der Impfung von unter 16-Jährigen: Es ist die Begleitung eines/einer Sorgeberechtigten sowie die Unterschrift aller Sorgeberechtigten erforderlich. Als Impfstoff stehen jeweils Biontech und Johnson & Johnson zur Verfügung.

Die Situation bei Ahauser Ärzten

  • Die Gemeinschaftspraxis Ansgar Wolf und Galina Valcheva in Wüllen bietet mit zunehmender Tendenz Impftermine für Erst-, Zweit- und Booster-Impfungen in der Praxis an. „Nebenbei bieten wir auch die Grippe-Impfung an. Ab der 47. KW werden wir unsere Impfkapazität auf 100 Impfungen pro Woche steigern“, teilt Ansgar Wolf mit. Zurzeit gebe es keine Unterscheidung im Impfangebot.

    „Wir bieten allen unseren Patienten sechs Monate nach der Impfung mit mRNA-Impfstoff oder Astrazeneca sowie ab vier Wochen nach der Impfung mit Johnson die Möglichkeit einer Booster-Impfung. Sollte aber wider Erwarten ein Lieferengpass für den Impfstoff eintreten, so werden wir eine Priorisierung vornehmen“, erläutert der Mediziner. Zurzeit impft die Praxis ausschließlich ihre eigenen Patienten, oder Patienten bei denen sie die Erst- oder Zweitimpfung vorgenommen hat.

  • Für die Praxis Tielkes in Ottenstein teilt Frank Tielkes mit: „Obwohl wir die Erst- und Zweitimpfungen über die ganze Zeit durchgeführt und begleitet haben, und dies nun schon seit über einem Jahr zu einer zusätzlichen Belastung führt, denn die ,normale Arbeit‘ ist ja auch noch da, haben wir uns entschlossen, auch die Boosterimpfungen und weitere Erst- und Zweitimpfungen durchzuführen“.

    Als einzige Arztpraxis in Ottenstein konzentriere man sich auch bei dieser Impfaktion darauf, „ein Impfangebot für unsere Patienten und für diesen Ortsteil anzubieten. Alles andere würde unsere Kapazitäten bei weitem sprengen.“

  • Lina Bellmann hat für die Hausarztpraxis Ahaus mit den Medizinern Khalil Malyar, Nikolaus Balbach und Abdulkarim Gardi geantwortet: „Derzeit stehen noch viele freie Booster Impfungen zur Verfügung, aber die Nachfrage wird wieder größer, sodass wir überlegen, in Zukunft einmal im Monat den Samstag zu nutzen, um viele unserer Patienten impfen zu können, einen sogenannten Covid-19 Booster Impftag“.

    Bei den Erst- und Zweitimpfungen gebe es keinen Unterschied was die Priorisierung angeht, jedoch bei den Booster Impfungen wird empfohlen zuerst die über 60-Jährigen als auch alle Personen die im medizinischen Bereich arbeiten oder Personen mit einem Immundefekt impfen. „Im Moment sind wir mit den Terminen rund zwei Wochen raus, das gilt für die Erst-, Zweit- und auch für die Booster Impfung.“

    Sobald sich die Patienten nach der Johnson&Johnson Impfung in der Praxis melden und vier Wochen um sind, werde versucht, schnellstmöglich einen Termin zu organisieren. „Meist sind es nur ein bis zwei Wochen Terminverschiebung.“
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Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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