Bürger aus Ahaus fordern Lösung gegen Falschparker und mehr Leben auf dem Schlossvorplatz

hzEntwicklung der Innenstadt

Viele, viele Anregungen haben Stadtplaner und Planungsbüro im Rahmen eines Stadtrundgangs von den Bürgern für die weitere Entwicklung der Innenstadt gehört. Auch der Schlossgarten war Thema.

Ahaus

, 18.11.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Um Ahaus und das Leben der Einwohner lebenswerter zu machen, ist schon einiges auf den Weg gebracht worden. Ein Planungskonzept für einen Grüngürtel ist in Arbeit. Dabei sollen auch viele Anregungen aus der Bevölkerung berücksichtigt werden. Bei der Auftaktveranstaltung zu einem weiteren Entwicklungskonzept ging es am Samstag bei einem Stadtrundgang ganz konkret um die Innenstadt.

Alfred Körbel, Büro plan-lokal in Dortmund, mit zwei Mitarbeitern und Walter Fleige, Leiter des Fachbereichs Stadtplanung der Stadt Ahaus, mit seinen Mitarbeiterinnen Ingrid Overkamp und Saskia Langner, begleiteten den Rundgang. Rund 20 Bürger und Bürgerinnen nahmen daran teil.

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Bürgermeisterin Karola Voß freute sich über diese rege Teilnahme: „Wir wollen auch die jungen Menschen ansprechen. Unser Ziel ist es, dass die Ahauser auch noch in 20 Jahren ihre Stadt schön finden.“

Anregungen für Schlossgarten und Schlossvorplatz

Start für den Rundgang war der Vorplatz der Stadthalle. Danach ging die Gruppe zum Kirmesplatz, auf den Wall, zum Rathaus, auf den Schloßvorplatz, in den Schlossgarten, auf den Marienplatz und wieder zurück zur Stadthalle.

„Wir haben den Auftrag erhalten, ein Handlungskonzept für die Stadt zu entwickeln, um Dinge zu verändern. Wir möchten heute von Ihnen erfahren, wie sie die Situation hier in Ahaus sehen. Es war unser ausdrücklicher Wunsch, dass wir das mit ihnen zusammen erarbeiten“, begrüßte Alfred Körbel die Teilnehmer.

Bürger aus Ahaus fordern Lösung gegen Falschparker und mehr Leben auf dem Schlossvorplatz

Die Fußgängerzone wurde gelobt, es gab aber auch Vergesserungswünsche. © Elvira MEISEL-KEMPER

Grüngürtel ist auf einem guten Weg

„Der Grüngürtel liegt fest. Wir wollen das Grün in die Wohngebiete bringen. Es sind schon Sichtachsen angelegt worden und Nistkästen aufgehängt worden“, berichtete die Ahauser Bürgermeisterin auf Frage die Frage nach dem Stand des Entwicklungskonzeptes für den Grüngürtel.

Bereits auf dem Kirmesplatz konnten sich Alfred Körbel und Walter Fleige kaum vor Vorschlägen retten. Am meisten erhitzten sich die Gemüter darüber, dass trotz markierter Parkflächen immer noch daneben geparkt wird.

„Vielleicht könnte man die Zu- und Abfahrten trennen und als Einbahnstraßen anlegen“, meinte ein Besucher. Andere forderten mehr Kontrollen und Bußgelder. „Die Wildschweine im Straßenverkehr bekommen wir durch Verbote nicht in den Griff“, wandte ein weiterer Besucher ein.

Parkgebühren lösen Problem nicht

Auch Parkgebühren würden das Problem nicht lösen. Für Mitarbeiter der Arztpraxen und Geschäfte in der Innenstadt wäre das finanziell nicht tragbar. „Der Verkehr würde dann auch ausweichen und woanders parken“, wandte Alfred Körbel ein.

Im Bereich der Wallstraße forderten die Bürger mehr Schutz für die Fahrradfahrer, die nicht gleichberechtigt seien mit den Autofahrern. „In den Niederlanden sind Radfahrer gleichberechtigt. Da ist man weiter“, so ein Teilnehmer des Rundgangs.

Die Anlage der Fußgängerzone fand im Großen und Ganzen die Zustimmung aller. „Die Fußgängerzone ist nicht so zersplittert wie in anderen Städten“, lobte eine Besucherin.

Für den Schlossvorplatz und den Schlossgarten gab es wieder eine ganze Reihe an Verbesserungsvorschlägen. Auf dem Schlossvorplatz würden sich Bänke gut machen, damit man in Ruhe die schöne Schlosskulisse sich ansehen könne, war eine Meinnung.

Kopfsteinpflaster ist Bürgern zu holprig

Die eingeschränkte Nutzbarkeit des holprigen Kopfsteinpflasters war ein weiterer Aufreger innerhalb der Gruppe. „Schieben sie hier mal einen Kinderwagen“, ergänzte ein Besucher.

Ausserdem sei der Platz nur dazu da, um durchzulaufen. „Dieser Platz wird viel zu wenig genutzt. Das muss sich ändern“, nahm Alfred Körbel diese Anregung auf.

Die Einbeziehung des Schloßgartens in das Entwicklungskonzept Innenstadt war neu. Die Nutzung des Teehäuschens als Cafe und die stärkere Nutzung des Boule-Platzes waren nur zwei von vielen Forderungen.

Hunde im Schlossgarten oft nicht angeleint

Auch wurde die stärkere Markierung des Fahrradfahrverbots im Schlossgarten gefordert. „Viele Hunde sind nicht angeleint. Sie laufen auch auf dem Spielplatz rum. Das ist nicht okay“, ergänzte eine Besucherin.

„Und warum gibt es hier keine Blühstreifen?“, fragte eine Gruppe von Teenagern, die kurzfristig zuhörten. Auch auf dem Marienplatz wurden noch Vorschläge zur stärkeren Einbindung in die Innenstadt laut, zur Eindämmung des Verkehrs und seiner Gefährdungen. „Für weitere Vorschläge sind wir jederzeit erreichbar“, ergänzte Walter Fleige am Ende des Rundgangs.

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